Wir trauern um Johann Sattler

Wie wir heute erfahren haben, ist unser langjähriges Mitglied und Sportkamerad Johann „Jonny“ Sattler am Freitag, 12. November 2021 unerwartet im 90. Lebensjahr verstorben.

Johann Sattler wurde am 3. September 1932 geboren. In seinen Jugendjahren begann er bereits mit dem Judo-Sport. Er war ein Pionier gemeinsam mit Edmund Gabriel, Erich Nicham, Friedrich Lugstein, Wilhelm Suck u.a. 1957 belegter in der 2. Kyu-Klasse den 3. Platz bei der Österreichischen Meisterschaft und 1958 eroberte er in der selben Klasse die Goldmedaille. Gemeinsam mit Friedrich Lugstein leitete er später die Judoclubs DIANA (1950-1954) und YAMA-TO (1954-2012).

Er war lange Jahre Vizepräsident im Landesverband und bis zuletzt als Beisitzer tätig. Zudem hochdekoriert seit den 1990er Jahren (Goldenes Verdienstkreuz der Republik Österreich/1994), nominiert als BSO-Funktionär 2004-05, Seniorenbeauftragter der Gemeinde Wien ab 1996 sowie Ehrenmitglied und Ehrenringträger der JLV W. 2018 erhielt er den 5. Dan verliehen. Mit seiner ruhigen, besonnen, aber auch homorvollen Art war er eine Bereicherung in allen Belangen (wir dürfen nur an den „Rat der Weisen“ erinnern).

Neben dem Judo-Sport war auch der Wilde Westen eines seiner Steckenpferde. Er gründete z.B. den Country & Westernclub Fort Swanee Hunt im Waldviertel. In mühevoller Selbstarbeit baute er das Fort mit allen Gebäuden und mit Planwägen. Zur Einweihung war sogar die damalige amerikanische Botschafterin Swanee Hunt, nach ihr wurde dieses Fort benannt, anwesend.

Durch eine schwere Krankheit seiner Frau wurde es immer ruhiger um Jonny. Seine Funktion im Landesverband wurde soweit es ging reduziert, das Fort wurde aufgegeben und er kümmerte sich fortan rührend um seine Lydia.

Wir sind über den Tod von Jonny sehr betroffen, werden aber sein Andenken immer bewahren. Unsere Anteilnahme gebührt seiner Familie und Verwandten. Die feierliche Beisetzung wird am Mittwoch, 24. November 2021, um 14:00 Uhr am Friedhof Baumgarten stattfinden (Näheres siehe Parte).

Parte - Johann Sattler (468 Downloads )

Ähnliche Beiträge

  • EM-Gold letzte Chance

    Vor drei Jahren, bei den Olympischen Spielen in Tokio, stiegen zwei Judoka aus Wien auf die Matten im ehrwürdigen Budokan. Heuer in Paris könnten die Judobewerbe ohne Wiener Beteiligung über die Tatamis gehen. Denn Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 kg) ist nach wie vor verletzt und wird erst im Juni vorsichtig ins Training…

  • 4 von 9 aus Wien

    Mit neun Judoka wird Österreich Mitte April in die Europameisterschaft in Tiflis gehen, vier von ihnen kommen aus Wiener Vereinen. Die beiden Galaxy-Athleten Bernd Fasching (bis 81 Kilo) sowie die Brüder Magamed (bis 81) und Movli Borchashvilli (über 100 kg) sowie Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 kg), der schon zwei Einzel-EM-Medaillen hat. Die…

  • Sayonara – Teil 17

    Mit dem Teil 17 beenden wir heute unsere tägliche Serie „Sayonara“. In Tokio heißt es Abschied nehmen und vorausblicken auf die WM 2021. Die findet in Wien statt, oder sie soll zumindest in der Bundeshaupstadt ausgetragen werden. Es gibt wilde Gerüchte, Theorien und Verschwörungen, nachdem es in Österreich den politischen Crash gegeben hat. Wie steht…

  • Springers Sprung nach oben

    Zwei Siege bei European Open-Turnieren hat sie schon, im Vorjahr schrieb sie erstmals auf der IJF-World Tour als Fünfte beim Grand Prix in Zagreb an, jetzt will die Wienerin Jacqueline Springer am Freitag beim Heim-Grand Prix in Linz erstmals auch auf ein IJF-Podest springen. Die 24-Jährige von Vienna Samurai ist die erste eines nun auf…

  • EM als WM-Probe

    „Eine Medaille ist das Ziel“, sagt ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch vor jedem Turnier, auch vor der EM von Mittwoch bis Sonntag in Podgorica (MNE). Aber wann gibt es endlich wieder eine Goldene? Der letzte EM-Titel für Österreich liegt schon 14 Jahre zurück – 2011 in Istanbul durch die Welserin Sabrina Filzmoser. Und die letzte Finalistin war…