Sanjindo ist klarer Favorit

Was die M&R Galaxy Judotigers bei den Männern sind, das sind die Judoka von ESV Sanjindo bei den Frauen – die Girls aus Bischofshofen sind am Samstag beim Final Four der Damen-Bundesliga in Niederwaldkirchen die großen Favorits. Die „Mutter der Sieger“ heißt Marianne Niederdorfer – die EM-Zweite von Wien 1976 (damals noch als geborene Jirgal) wurde heuer schon zum zweiten Mal zu Österreichs Vereinstrainerin des Jahres gekürt. Eine Auszeichnung, die sich die 64-jährige Salzburgerin redlich verdient hat. Übrigens: Wien ist beim Final Four nur Zuschauer.

Es war 1976 in der (mittlerweile abgerissenen) Kurhalle Oberlaa, als ein kaum 17-jähriges Salzburger Mädel in der Klasse bis 72 Kilo sensationell ins EM-Finale gestürmt war, sich dort aber der Französin Catherine Pierre mit Armhebel geschlagen geben musste. Der erste Erfolg der großgewachsenen Marianne war zugleich auch ihr größter als Judokämpferin. Bald begann sie als Trainerin zu arbeiten, baute bei Sanjindo eine starke Nachwuchsgruppe auf und hat jetzt ein Damenteam, das sich sehen lassen kann. „Star“ der Sanjindo-Girls ist die erst 19-jährige Elena Dengg, die heuer in Odivelas (POR) Bronze bei der Unter-21-WM geholt hat. Auch die EM-Fünfte Lubjana Piovesana (bis 63 kg) wird für Sanjindo auf die Matte steigen. „Wir haben vor vielen Jahren die Mannschaftsmeisterschaft gewonnen, aber seit der Neugestaltung der Liga noch nie“, brennt Marianne auf ihren ersten Team-Titel als Trainerin. 2022 war Wimpassing Nummer 1, allerdings haben sich die Niederösterreicherinnen aus der Bundesliga zurückgezogen.

ESV Sanjindo Bischofshofen trifft Samstag ab 14 Uhr in Niederwaldkirchen im Semifinale auf den Vierten ASKÖ Reichraming. Das andere Duell um den Finaleinzug lautet SU Noricum Leibnitz gegen Gastgeber UJZ Mühlviertel. Nach dem Festakt „50 Jahre Judo Niederwaldkirchen“ (17 Uhr) gibt es dann das große Finale ab 18.30 Uhr. Wiener Vereine sind diesmal nicht dabei. Das Team Samurai / Stadlau, das im Grunddurchgang gegen Sanjindo immerhin ein beachtliches 3:3 erreicht hatte, verfehlte das Final Four als Fünfter um einen Punkt, die Kampfgemeinschaft Galaxy / Klosterneuburg belegte nach acht Runden den achten und vorletzten Platz.

Foto: Marianne NIEDERDORFER hat ihre Judoka immer im Griff - sie wurde schon zum zweiten Mal als Österreichs Vereinstrainerin des Jahres ausgezeichnet. - @Judo Austria / Oliver Sellner

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