Judo-Euphorie

Tiflis, oder auch Tbilisi genannt, ist die wunderschöne Hauptstadt Georgiens. Sie liegt am Fluss Kura, der sich idyllisch durch die Stadt schlängelt. Die Nähe zum Kaukasus lässt Tiflis gebirgig erscheinen. Und die Stadt ist auch Zentrum des georgischen Judo-Wunders – heuer gibt es in Tiflis gleich zwei Großevents der Judo-Euphorie. Am Wochenende den Grand Slam mit sechs ÖJV-Athleten, im April die Europameisterschaft.

Vor mittlerweile 17 Jahren hat Ludwig Paischer in der 60-Kilo-Klasse in Tiflis EM-Bronze, eine seiner vielen Medaillen, geholt. Schon damals hatte es „Lupo“ mit einem starken Georgier zu tun – Amiran Papinashvili. Aber 42-mal in 61 Kämpfen behielt der Salzburger gegen den Europameister von 2012 die Oberhand. Im selben Jahr, bei den Olympischen Spielen in London, sorgte Lascha Shavdatuashvili als junger 66-Kilo-Judoka mit Gold für die Sensation. Und spätestens seit den beiden Olympiasiegen von Lascha Bekauri (bis 90 Kilo) in Tokio 2021 und Paris 2024 bzw. den drei WM-Titeln von Tato Grigalashvili (bis 81 Kilo) ist der Judo-Boom in diesem Land nicht mehr aufzuhalten. Und jetzt kommen 437 Judoka aus 54 Nationen in die „Höhle des Löwen“ – zum Grand Slam und keinen Monat später zur EM.

Österreichs sechsköpfiges Team wird von Michaela Polleres (Wimpassing / bis 70 Kilo – Nummer 6) angeführt. Auch zwei Wiener sind dabei. Vor allem Bernd Fasching (Galaxy Tigers / bis 81 Kilo) will sich für sein jähes Ausscheiden beim Heim-Grand Prix in Linz rehabilitieren. Und auch Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 kg) will besser abschneiden als in Linz – sprich: weiter kommen als nur eine Runde …

ÖJV-Team Grand Slam Tiflis, Frauen : Bis 52 kg: Carina Klaus-Sternwieser (Askö Reichraming), bis 70 kg: Michaela Polleres (JC Wimpassing/6); Männer, bis 73 kg: Samuel Gaßner (UJZ Mühlviertel/5), bis 81 kg: Bernd Fasching (Galaxy Judo Tigers), bis 90 kg: Thomas Scharfetter (Sanjindo Bischofshofen), über 100 kg: Stephan Hegyi (SC Hakoah).

Foto: Bös schauen bringt noch keinen Ippon - Stephan HEGYI in Linz - @Judo Austria / Oliver Sellner

Ähnliche Beiträge

  • „Eines der besten Turniere“

    Eigenlob stinkt, sagt man. Aber es ist tatsächlich so, wie es ÖJV-Präsident Dr. Martin Poiger ausdrückt: „Linz ist zu einem der besten Turniere auf der World Tour geworden!“ Bei der dritten Auflage des „Upper Austria Grand Prix“ in der an allen drei Tagen gut gefüllten „TipsArena“ war es sportlich okay, aber nicht berauschend. Immerhin gab…

  • Craig Fallon, 36, ist tot

    Der langjährige Gegner von Österreichs Parade-Judoka Ludwig Paischer, der Brite Craig Fallon, ist im Alter von nur 36 Jahren verstorben. Der in Wolverhampton geborene Judoka war Weltmeister 2005 durch einen Finalsieg über Paischer in Kairo, und Europameister 2006 in Tampere. 2011 beendete er seine aktive Laufbahn und wurde Trainer, zuletzt auch zwei Jahre im Landesverband…

  • Kampagne: #bleibimVerein

    Sg. Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Coronakrise ist eine enorme Herausforderung für unser gesamtes Land und bringt auch viele Vereine in eine existenzgefährdende Lage. Die österreichische Sport- und Vereinskultur ist eine unverzichtbare Grundsäule unserer Gesellschaft, die auch ein positives Miteinander und die Gemeinschaft fördert. Obwohl der Sportbetrieb eingestellt ist, Eintrittsgelder und andere…

  • Sayonara – Teil 13

    Ihre erste Medaille, EM-Bronze, holte sie im Mai 2003 – 17 Jahre später will Sabrina Filzmoser 2020 in Tokio noch einmal, zum vierten Mal, auf olympische Judomatten steigen. Seit Juli hält die Welserin einen Weltrekord: sie ist die älteste Medaillengewinnerin auf der IJF World Tour. Daher ist der Teil 13 unserer Serie „Sayonara“ der 39-jährigen…

  • Sportstars 2020 – etwas anders

    Liebe Vereinsverantwortliche, liebe Sportler*innen! Das Jahr 2020 wird als CORONA – Pandemie-Jahr in die Geschichte eingehen. Eine Gesundheitskrise, die unser aller Leben von einem auf den anderen Tag verändert hat. Nichts war mehr so oder ist mehr so, wie es vorher war. Regeln werden neu geschrieben-die Gesellschaft verändert sich. Aus diesem Grund haben wir uns…

  • Die 80er-Jahre – das „Goldene Jahrzehnt“

    Im zweiten Teil unserer Serie über die Olympia-Geschichte im Judo befassen wir uns heute mit dem „Goldenen Jahrzehnt“ – die 80er-Jahre brachten den ersten, historischen Olympiasieg im Judo für Österreich und eine erfolgreiche Titelverteidigung, sowie eine Bronzemedaille. Und auch bei den Frauen, die 1988 als Vorführbewerb in Seoul dabei waren, gab es Edelmetall. Und abseits…