Rekord mit Mühe

Der Traum vom Rekord-Titel wurde zur Realität! Mit einem denkbar knappen 4:3-Sieg über LZ Multikraft Wels holten die Judoka der Galaxy Tigers beim Bundesliga-Final Four in Gmunden ihre zwölfte Meisterschaft in nur 14 Jahren. Es war aber ein hartes Stück Arbeit für die Mannschaft von Thomas Haasmann, die erst mit dem letzten Kampf durch Magamed Borchashvilli (bis 81 Kilo) den Sieg fixierte. „Wir haben Geschichte geschrieben“, jubelte Galaxy-Coach Haasmann. Bei den Frauen wurde hingegen der Titelverteidiger UJZ Mühlviertel von SU Noricum Leibnitz mit einem 4:2 entthront. Der erste Titel für die Steirerinnen seit 33 Jahren!

Das Los entschied, dass das Finale mit der 90-Kilo-Klasse begonnen werden sollte. „Da haben wir einen Fix-Punkt eingeplant“, sagt Haasmann. Doch Bernd Fasching, der sich zuletzt (allerdings eine Klasse tiefer, bis 81 Kilo) international stark präsentiert hatte, verlor gegen Issa Nachscho am Boden mit Ippon. Gleich dreimal in diesem Finale mussten die Wiener ausgleichen. Denn nach dem 1:1 durch Adam Borchashvilli bis 100 Kilo (Ippon-Sieg gegen Thomas Ecker) verlor auch Movli Borchashvilli über 100 Kilo seinen Kampf gegen den Ungarn Krisztian Toth nach 57 Sekunden im Golden Score – so stand´s 1:2. Dann aber glich der ukrainische Galaxy-Legionär Dilshot Khalmatov, um dessen Einsatzberechtigung es einen minutenlangen Check gegeben hatte, bis 60 Kilo gegen Daniel Leutgeb nach 2:54 Minuten im Golden Score mit Osaekomi zum 2:2 aus. Doch die Welser gingen erneut in Führung, bis 66 Kilo durch ihren mongolischen Legionär Erkhembayar Battogtokh, seines Zeichens Asien-Meister 2024 – er bezwang Akraman Gabraliyev in einem kuriosen Kampf mit zwei Waza-ari. Das erste nach 13 Sekunden, als Ippon gewertet, wurde zurück gestuft, der zweite Halbpunkt gelang dem Mongolen 22 Sekunden vor dem Ende.

Somit stand Galaxy mit dem Rücken zur Wand. Man musste die beiden letzten Kämpfe gewinnen, anderenfalls wäre der Traum vom Rekord ausgeträumt. Doch die „Haasi“-Truppe hielt dem Druck stand. Zuerst bezwang Denis Vieru (Olympia-Dritter 2024 bis 66 Kilo) in der Klasse bis 73 Kilo Alexander Kaserer nach Yuko-Rückstand und späterer Waza-ari-Führung mit Osaekomi (2:26) und stellte auf 3:3. So musste Magamed die Kastanien aus dem Feuer holen – und es gelang! Borchashvilli hielt bis 81 Kilo seinen Gegner Leon Tschilikin nach 1:17 Minuten fest und sicherte seinen „Galaktischen“ den zwölften Titel. „Vor ein paar Jahren war ich nicht einmal im Kader – jetzt hole ich den entscheidenden Punkt. Das feiern wir“, lachte der 22-Jährige.

Nach dem klaren 6:1 im Semifinale gegen den elffachen Meister UJZ Mühlviertel mit einer sehr starken Leistung war man vielleicht für das Finale zu sicher. Letztlich hat sich aber die Klasse der international starken Galaxy-Legionäre durchgesetzt. Haasmann: „Es war Werbung für den Judosport! Zwölf Titel in 14 Jahren, ein Wahnsinn. Alles Leiwand“, rief der Galaxy-Trainer ins ORF-Mikrofon. „Jetzt kann ich aufhören“, war noch zu hören. Aber wer den 64-Jährigen kennt, weiß, dass er noch große Ziele hat. Nervös hat ihn nur der Wirbel um die Startberechtigung des Ukrainers Khalmatov gemacht. „Es hat geheißen, er sei gesperrt und darf nicht kämpfen. Aber das war eine Fehlinformation. Akraman hat erst vorige Woche international gekämpft. Wäre er gesperrt, hätte er das seitens der IJF nicht dürfen.“

Semifinale Männer: Galaxy Judo Tigers (1) – UJZ Mühlviertel (4) 6:1.- Punkte: Magamed Borchashvilli (-81), Bernd Fasching (-90), Adam Borchashvilli (-100), Movli Borchashvilli (+100), Huseyn Allahyarov (-66), Denis Vieru (MDA/-73) bzw. Vache Adamyan (-60). – LZ Multikraft Wels – Sanjindo Bischofshofen 4:3. – Finale: Galaxy – Wels 4:3. – Punkte: Adam Borchashvilli (-100), Dilshot Khalmatov (-60), Denis Vieru (-73), Magamed Borchashvilli (-81) bzw. Issa Naschcho (-90), Krisztian Toth (+100), Erkhembayar Battogtokh (-66).

Semfinale Frauen (ohne Wiener Beteiligung): UJZ Mühlviertel gegen ASKÖ Reichraming 4:3, SU Noricum Leibnitz – Team PSV Flachgau 4:2 – Finale: Leibnitz – UJZ Mühlviertel 4:2.

Foto: Jubel über den zwölften Titel und Rekord: die Judoka der Galaxy Tigers mit Trainer Thomas HAASMANN (ganz rechts) - @Judo Austria / Oliver Sellner

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