Fasching: WM ade

Die Befürchtungen haben sich leider bestätigt: Bernd Fasching hat sich am Samstag im Zweitrundenkampf bis 81 Kilo beim Grand Slam-Turnier in Lausanne das linke Wadenbein gebrochen und erlitt dazu Bänderverletzungen im Sprunggelenk. Das heißt für den 22-Jährigen Wiener in Diensten des Galaxy-Judozentrums NÖ: WM ade, das Jahr 2026 abhaken. Noch Samstag wurde der WM-Siebente von 2024 nach Wien geflogen, Sonntag im Rudolfinerhaus von Dr. Andreas Kröner operiert und Montag nach Hause entlassen. „Das ist bitter, weil ich war wirklich gut drauf. Jetzt ausheilen und noch stärker zurück kommen“, ist Bernds Devise.

In der zweiten Runde war der Russe Egor Sukhoparov Gegner des erstmals bei einem Grand Slam gesetzten Fasching. Fasching dominierte den Kampf, führte mit Waza-ari und zwei Yuko, ehe es bei einem Beintechnik-Ansatz passierte. „Er wollte eine Art Feger machen, ich bin ausgewichen und irgendwie blöd aufgetreten“, erzählt Fasching. Am Boden liegend gab der Österreicher auf, musste sogar von der Matte getragen werden. „Ich hab sofort gewusst, dass da was Schlimmes passiert ist, hatte riesige Schmerzen.“

Die OP in Wien ist gut verlaufen. In sechs bis acht Wochen kann Fasching (vielleicht) wieder mit leichtem Training beginnen. Aber die WM in Baku (4. bis 11.Oktober), auf die er sich sosehr gefreut hatte und bei der er ein heißes rot-weiß-rotes Eisen gewesen wäre, muss er ebenso abhaken wie die Staatsmeisterschaft (26. September in Oberwart) und das Final Four (21. November in Gmunden). „Wenn alles gut wird, geht sich vielleicht das Masters im Dezember aus“, sagt Fasching. „Aber dann wird zu entscheiden sein, ob es das Risiko wert ist. Die Reha beginnt ab sofort, ich muss nach vorne schauen und dann eben 2027 mein Comeback geben.“ Es ist nicht die erste schwere Verletzung des „Mr. Judo 2025“. Einmal war der Meniskus gerissen, dann laborierte er monatelang an einer Ellbogenblessur.

„Bernd war gerade in Höchstform und in Lausanne auf dem Weg zu seiner zweiten Grand Slam-Medaille“, sagt ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch. Erst Anfang Mai hatte sich Fasching in Dushanbe mit seinem ersten Finaleinzug bei einem Grand Slam-Turnier im IJF-Ranking unter die Top Ten (aktuell Platz 7) katapultiert, jetzt fliegt er da wieder raus. „Wichtig wird sein, dass er die Verletzung gut ausheilt und gesund wiederkommt. Dafür wünschen wir ihm nur Alles Gute“, sagt die ÖJV-Cheftrainerin. Diesem Wunsch der Deutschen schließen wir uns als Wiener Judo-Verband natürlich gerne an …

Foto: Da war die Welt noch in Ordnung: Bernd FASCHING (links) gegen den Russen Egor SUKHOPAROV - @IJF / Tamara Kulumbegashvili

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