Am Schlusstag des Grand Slam-Turniers in Lausanne gab es eine zweite ÖJV-Platzierung – nach Rang 7 für Lubjana Piovesana (bis 63 Kilo) am Samstag wurde Elena Dengg (Sanjindo Bischofshofen) am Sonntag in der Klasse bis 78 Kilo Fünfte. Im Kampf um Bronze musste sich die 22-jährige Salzburgerin der Olympia-Dritten Patricia Sampaio (POR) mit Waza-ari geschlagen geben. Für Dengg war es eine Premiere – erstmals auf der IJF World Tour kämpfte sie im Finalblock. Alle übrigen (fünf) rot-weiß-roten Judoka schieden am Sonntag aus, darunter leider auch der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) in der zweiten Runde der Klasse über 100 Kilo.
Dengg besiegte Karla Kulic (CRO) mit Ippon und Beatriz Freitas (BRA) mit Waza-ari, ehe sie im Viertelfinale der Japanerin Kurena Ikeda mit Ippon unterlag, In der Trostrunde bezwang die Junioren-Weltmeisterin 2024 und frühere Unter-23-Europameisterin aus dem Pongau Mathilda Sophie Niemeyer (GER) mit Ippon und erreichte damit den Bronzekampf gegen Sampaio. Die weit erfahrenere Portugiesin war von Beginn an tonangebend, dennoch wehrte sich Elena tapfer. Erst 40 Sekunden vor dem Ende gelang Sampaio mit einem Seoi-otoshi (Schulterwurf) die entscheidende Waza-ari-Wertung. Dennoch: Nach einem 7. Platz 2023 beim Portugal-Grand Prix gelang der Salzburgerin die zweite (und bisher beste) Platzierung auf der IJF-World Tour und die ersten Platzierung bei einem Grand Slam-Turnier. Gewissermaßen ein erster „Dengg-Zettel“ für die Konkurrenz …
„Elena hat sich sehr gut verkauft und mit überzeugenden Leistungen den Sprung in den Finalblock geschafft. Ihr aggressiver Kampfstil hat sich ausgezahlt. Auch im Finale um Bronze hat man ihren Willen gesehen, den Kampf für sich zu entscheiden. Noch hat leider das Happy-End gefehlt. Sampaio ist sehr erfahren und hat letztlich verdient gewonnen. Aber für Elena war es ein wichtiger Schritt. Die erste Grand-Slam-Medaille ist nur eine Frag der Zeit“, resümierte ein sichtlich zufriedener ÖJV-Nationaltrainer Miguel Ogando Lopes, übrigens wie Sampaio Portugiese.
Für die anderen ÖJV-Athleten lief es am Sonntag nicht so gut. Der Wiener Hegyi gewann zwar seinen ersten Kampf gegen Adlan Eskirkhanov (IRT = International Refuges Team) mit Ippon für einen Würger, verlor aber in Runde zwei gegen den Olympia-Dritten von Tokio 2021, Tamerlan Bashaev (RUS), nach 2:20 Minuten im Golden Score mit Hansokumake (1:3 Shidos). In der selben Kategorie wehrte sich Movli Bochashvilli (Galaxy Judozentrum NÖ) nach einem Auftaktsieg in Runde zwei gegen den Japaner Kanta Nakano zwar tapfer, verlor aber mit zwei Yuko. Die 90 Kilo-Judoka Issa Naschcho (LZ Multikraft / zweite Runde) und Thomas Scharfetter schieden ebenso aus wie bei den Frauen über 78 Kilo Maria Höllwart (beide Sanjindo / beide mit Erstrunden-Niederlagen).
International war überraschend, dass Japan nur am ersten Tag (zweimal) Gold geholt hat und deshalb am Ende von den wieder stark aufgetretenen Russen – mit dem letzten Sieger Inal Tasoev (über 100 Kilo) – im Medaillenspiegel noch abgefangen wurde. Russland (2/1/4) gewann vor Japan (2/1/3), Deutschland (2/1/0) und Georgien (2/0/1). Sechs weitere Nationen (FRA, UZB, BRA, ISR, KAZ, POL) kamen auf je einen Klassensieg. Österreich scheint in der Nationenwertung, für die auch fünfte und siebente Plätze zählen, dank Dengg und Piovesana unter den 77 Nationen (513 Judoka) auf dem 26. Platz auf.
Schon in knapp zwei Wochen, von 11. bis 13. September, findet das nächste Grand Slam-Turnier in Budapest statt. Es ist das letzte vor der WM in Baku (4. bis 11. Oktober). In Ungarn ist dann auch wieder Michaela Polleres (bis 70 kg / JC Wimpassing) dabei, die Lausanne ausgelassen hat. Ob der am Samstag verletzt ausgeschiedene Bernd Fasching (81 Kilo) bis Budapest schon fit sein kann, werden die medizinischen Untersuchungen am Montag ergeben. Nach Budapest wird der ÖJV seine WM-Mannschaft nominieren.
Alle Ergebnisse aus Lausanne findet ihr hier.
Foto: Elena DENGG (weiß) im Bronzekampf gegen Patricia SAMPAIO - @IJF / Tamara Kulumbegashvili
