EM In Yvonne´s Wohnzimmer

Wenn von Freitag bis Sonntag 13 ÖJV-Judoka – unter ihnen vier aus Wien – in Potsdam um Edelmetall bei der Unter-23-EM kämpfen, dann kehrt ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch (@Judo Austria) in ihr „Wohnzimmer“ zurück. Die 42-jährige Deutsche stammt aus Potsdam und lässt es sich freilich nicht nehmen, für diese EM ihre Heimat zu besuchen. Die vier Wiener in der Vorstadt Berlins: Laura Kallinger (Judoring Wien / bis 57 kg), Bernd Fasching und Magamed Borchashvilli (beide bis 81 kg) sowie Movli Borchashvilli (alle M&R Galaxy Judotigers / über 100 Kilo).

Olympische Spiele 2004 in Athen, erster Tag. Gold für Deutschland – Fehlanzeige. Der zweite Tag: Wieder keine Goldene. Und dann hat das Warten unserer Nachbarn auf den ersten Olympiasieg dieser Spiele endlich ein Ende. Im Judo, Klasse bis 57 Kilo, in der später unsere Sabrina Filzmoser so erfolgreich war. Yvonne Bönisch (damals noch ohne „Snir“) schickt eine nach der anderen als Verliererinnen von der Matte, holt sensationell Gold! Wird von einer zur anderen deutschen TV-Anstalt gereicht, muss Interviews en masse geben. Sie ist bis heute die einzige deutsche Judo-Olympiasiegerin. Und stammt aus Potsdam, genauer gesagt, aus Ludwigsfelde, wo sie als Siebenjährige mit Judo begann. 1993, mit 13, wechselte sie zum Universitäts- Judo- und Kampfsport-Club (UJKC) Potsdam. Sie wurde je zweimal Vize-Welt- und Vize-Europameisterin. Und sie war die wohl beste Freundin der 2011 leider verstorbenen Olympia-Zweiten Claudia Heill. Kein Wunder, dass beide (Claudia war eine Gewichtsklasse höher) im selben Jahr (2009) ihren Rücktritt vom Wettkampfsport bekannt gaben. Yvonne wurde Trainerin und ist seit 2021 Headcoach im ÖJV.

Das Ziel zu erreichen, das die Deutsche stets vor Turnieren ausgibt („mindestens eine Medaille“) wird in Potsdam eher schwerlich zu erreichen sein. Die an Nummer 5 am besten gesetzte ÖJV-Athletin ist Lisa Grabner (JC Wimpassing), die aber bis 57 kg mit Laura Kallinger Konkurrenz im eigenen Team hat. Für die drei jungen Männer von Galaxy wäre jede Platzierung schon ein Erfolg. Lassen wir uns überraschen – wir wünschen gutes Gelingen!

Ähnliche Beiträge

  • Eine Woche mit Spaß für 52 Jung-Judoka

    Gleich die erste Ferienwoche nützten 52 Nachwuchs-Judoka von 10 bis 17 Jahren, um am Ferienlager des Judo-LV Wien in St. Johann im Pongau teilzunehmen. Unter der Leitung der Schülerreferenten Gabor Geier und Norbert Stumpf tummelten sich die Jung-Judoka zweimal täglich auf der Matte, es gab aber auch ein umfangreiches Freizeitprogramm. Das Wichtigste: Keine Verletzungen, und…

  • Drei Wiener nach Prag – drei müssen passen

    Im 10-köpfigen ÖJV-Aufgebot für die schon zweimal verschobene EM in Prag (19. bis 21. November) stehen drei Wiener Judoka – aber drei ÖJV-Asse, darunter zwei Wiener, müssen leider passen. In Prag dabei sind Magda Krssakova (JC Sirvan/bis 63 kg), Marko Bubanja (Volksbank Galaxy Tigers/bis 90 kg) und der zweifache EM-Bronzemedaillengewinner über 100 Kilo, Stephan Hegyi…

  • Olympia ohne Wiener?

    Bei den letzten Olympischen Spielen, 2021 in Tokio, waren mit Magda Krssakova (JC Sirvan / bis 63 kg) und Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 kg) zwei Wiener Judoka auf der Matte des ehrwürdigen Nippon Budokan, bei den Spielen 2024 in Paris dürften es, wie es derzeit aussieht, keine sein. Denn Stephan ist nach…

  • Heute ist Welt-Judotag

    Am 28. Oktober 1860 wurde jener Mann geboren, dem wir unsere moderne Sportart Judo zu verdanken haben – Jigoro Kano, (natürlich) ein Japaner. Nicht zuletzt deshalb ist dieser Tag der weltweit ausgerufene „Tag des Judosports“. Der Wiener Judo-Verband hat schon in der Vorwoche, weil derzeit Herbstferien sind, eine Aktionswoche veranstaltet, in der bei den Vereinen…

  • Sayonara – Teil 17

    Mit dem Teil 17 beenden wir heute unsere tägliche Serie „Sayonara“. In Tokio heißt es Abschied nehmen und vorausblicken auf die WM 2021. Die findet in Wien statt, oder sie soll zumindest in der Bundeshaupstadt ausgetragen werden. Es gibt wilde Gerüchte, Theorien und Verschwörungen, nachdem es in Österreich den politischen Crash gegeben hat. Wie steht…

  • Infos zur neuen PRAE

    Mit 1.1.2023 traten Änderungen bei der Pauschalen Reiseaufwandsentschädigung (PRAE), u.a. eine Erhöhung der Höchstsätze, in Kraft. Um die Vereine über alle Änderungen zu informieren, luden Sport Austria in Kooperation mit der SPORTUNION Österreich zur Informationsveranstaltung „PRAE neu“ am 27.1. ein.