Erstes Finale, dann Silber

Drittes European Open, dritte Medaille, und der erste Finaleinzug – der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) holte in Warschau in der Klasse über 100 Kilo Silber! Nach seinen dritten Plätzen von Rom und Ljubljana ist der zweifache EM-Medaillengewinner nach seiner schweren Verletzung weiter auf dem besten Weg zurück an die Spitze, stand erstmals seit sechs Jahren (seit der Unter-23-EM im Jahr 2018) in einem internationalen Endkampf. Die anderen ÖJV-Athleten schieden leider aus.

Der 26-jährige Schwergewichtler besiegte zum Auftakt den Monegassen Marvin Gadeau mit Ippon, danach den Georgier Gabo Mukbaniani durch Disqualifikation seines Gegners. Im Viertelfinale genügte dem zweimal mit Shido bestraften Hegyi ein Yuko gegen den Franzosen Matheo Akiana Mongo. Im Semifinale hatte auch der Pole Patryk Broniec keine Chance: Schon mit zwei Shidos wegen Inaktivität belastet, wurde er von Hegyi Waza-ari geworfen und nach 3:33 Minuten festgehalten. Sein ukrainischer Finalgegner Yakiv Khammo, zweifacher WM-Bronzemedaillengewinner (2015 und 2021), war für Hegyi noch eine Nummer zu groß – Ippon nach zwei Minuten.

„Eine echt starke Leistung von Stephan“, lobte nachher auch ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch. „Das kommt gerade recht vor dem Heim-Grand Prix in Linz“, sagt die Deutsche, die darauf hofft, dass Hegyi auch auf der World Tour wieder anschreiben kann. „European Open, schön und gut. Aber die Big Points gibt es auf der World Tour bei den Grand Slams und beim Grand Prix!“ Zuletzt in Baku hat es für Hegyi beim Grand Slam noch nicht zu einer Medaille gereicht. Es war das bisher einzige Turnier seit seinem Comeback, in dem er leer ausgegangen war.

Leider ausgeschieden sind am Sonntag die übrigen ÖJV-Athleten, auch die beiden bis 81 Kilo angetretenen Wiener Bernd Fasching und Magamed Borchashvilli, die jeweils im Achtelfinale die Segel streichen mussten. Fasching, der WM-Siebente des Vorjahres, verlor dabei gegen Iftach Badash (ISR) durch Disqualifikation wegen einer verbotenen Technik. Zuvor hatte er Alexandr Sojka (CZE / Hansokumake) und Aigali Kaldybek (KAZ / Waza-ari) bezwungen. Borchashvilli schlug zunächst Etienne Delvert (FRA / Waza-ari) und Vladimir Stark (GER / Ippon), ehe er – eine Runde zu früh für eine Platzierung – dem Ungarn Botond Toth mit Yuko unterlag. Schon am Samstag hatte Samuel Gassner (UJZ Mühlviertel / bis 73 Kilo) Bronze für Rot-Weiß-Rot geholt.

Die Sonntag-Siege gingen zweimal an Frankreich sowie Spanien, Polen, Georgien (bis 90 Kilo durch den dreimaligen 81-Kilo-Weltmeister Tato Grigalashvili), überraschend Zypern (bis 100 Kilo durch Aristos Michael) und die Ukraine. Frankreich (3/0/4) gewann die Medaillenwertung vor Deutschland (2/1/0) und Gastgeber Polen (2/0/2), Österreich kam unter den 45 Nationen auf den 13. Platz. Viele Medaillengewinner von Warschau werden die Judo-Fans auch ab 7. März beim Upper Austria Grand Prix in Linz sehen.

Alle Eregebnisse aus Warschau findet ihr hier.

Foto: Erstmals seit sechs Jahren als Zweiter wieder ganz links - Stephan HEGYI - @EJU / Carlos Ferreira

Noch zwei Wiener Siege

Beim Preisgeldturnier von SU Karuna Wien gab es am Sonntag noch zwei Klassensiege, beide für Judoka von Vienna Samurai. Danylo Volokitin gewann bei den Unteer-16-Jährigen die Kategorie bis 50 Kilo, Hamza Nauzov bei der U14 bis 55 Kilo, Team Oberösterreich gewann die Gesamt-Medaillenwertung (5 Klassensiege) vor den Galaxy Judo Tigers (4) und Team Salzburg (3). Samurai verbesserte sich noch auf Rang 5. In der Preisgeld-Punktewertung hatte das Team Oberösterreich (108 Punkte bei 27 Starter) die Nase vorn, gefolgt von Team Niederösterreich (98 bei 26) und dem Aidinidis Fight Club (CYP / 64 bei 18). Vienna Samurai (47 Punkte bei 12 Judoka) kam als bestes Wiener Team auf Rang 7 vor den Galaxy Judo Tigers (46 bei 10). Am Ende konnte Turnierdirektor Henrik Schwam zufrieden sein. „Es stimmt nicht nur die Quantität mit über 800 Startern in einer vollen Halle, sondern auch die Qualität in allen Altersklassen.“

Alle Ergebnisse vom Karuna-Turnier findet ihr hier.

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