Japan ohne Medaille!

Von 28. bis 31. August ist die peruanische Hauptstadt Lima Schauplatz der Kadetten-WM, also der U18-Jährigen. 403 Judoka aus 48 Nationen wurden am Dienstag in die insgesamt 16 Gewichtsklassen gelost – ein Österreicher ist dabei: Vardges Ghazaryan von der Sportunion Karuna Wien. Für den (noch) 16-Jährigen geht es in der ersten Runde (über 90 Kilo) gegen den Kroaten Luca Ivankovic. Im „Head-to-Head“ zwischen den beiden steht es 1:1. Bei einem Sieg des Wieners wartet aber einer der starken Kasachen. Am ersten Tag gab es keine Medaille für Japan!

Für Vardges beginnt das Abenteuer „erste Überseereise“ Mittwoch Früh. Via Madrid geht es, gemeinsam mit Nachwuchs-Nationaltrainer Martin Grafl, nach Lima, wo Ghazaryan am Samstag im Schwergewicht auf die Tatami steigt. Schon vor dem Abflug erfuhr der junge Mann, der im September 17 wird, die Auslosung. Der Erstrundengegner ist in etwa auf dem gleichen Level wie der Wiener, er hat aber schon im Vorjahr in Zagreb eine Kadetten-WM bestritten. Sollte Ghazaryan gewinnen, würde der Kasache Dinmukhammed Nysanbay warten, der als Referenz schon zwei Siege bei Kadetten-Europacups vorweisen kann und erst vor sechs Wochen in Almaty den Asien-Cup dieser Altersklasse gewonnen hat. Grafl: „Die Osteuropäer generell, der estnische Europameister, Brasilianer und Japaner sind sicher die Favorits in dieser Klasse – aber Vardges wird sich voll ins Zeug legen.“

Es wird in jedem Fall eine Heerschau der Talente, der Stars von morgen. Gut möglich, dass der oder die eine, die in diesen Tagen in Südamerika Kadetten-WM-Titel holen, vielleicht schon in vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Los Angeles zu sehen sein werden. Olympia ist übrigens auch das große Ziel des jungen Wieners. Und wenn noch nicht 2028, dann sicher 2032 im australischen Brisbane. Also, Vardges, auf ins Abenteuer Kadetten-WM und Südamerika! Viel Erfolg!

Erste Überraschung am ersten WM-Tag: Kein einziger Judoka aus Japan schaffte in den leichten Gewichtsklassen (zwei Burschen, zwei Mädchen) den Einzug in den Finalblock. Soll heißen: nicht einmal Bronze für die Töchter und Söhne Nippons! Bis 50 Kilo der Männer gewann der unter IJF-Flagge angetretene Aleksei Toptygin gegen den Brasilianer Yuri Pereira, der im Semiifnale erst nach einem 6:41 Minuten dauernden Golden Score mit Waza-ari gewann und im Finale „kaputt“ war. Die weiteren Stars von morgen: Nihad Mamishov (AZE/bis 55 kg) bzw. Aiora Martin Carriches (ESP/bis 40 kg) und Patricia Tomankova (SVK/bis 44 kg).

Foto: Unter-18-WM-Finale bis 50 Kilo: Aleksei Toptygin gegen Yuri Pereira (blau) - @IJF/Tamara Kulumbegashvili

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