Sie war Fünfte bei Olympischen Spielen, bei einer Welt- und Europameisterschaft, aber derzeit ist sie leider etwas von der Rolle – Lubjana Piovesana wurde in Abu Dhabi beim ersten Grand Slam-Turnier nach der WM in der Klasse bis 63 Kilo „nur“ Siebente. Nicht das, was sie sich vorgenommen hat und auch nicht, was ihre Ansprüche sind. Deshalb nimmt sich die Austro-Britin jetzt eine Auszeit vom Judo und steigt erst wieder, wie Vize-Weltmeisterin Michaela Polleres (70 kg) beim Masters in Dushanbe kurz vor Weihnachten auf die Matte …
„Lulu wirkte ausgelaugt und recht kraftlos“, bewertete ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch die Leistung von Piovesana in Abu Dhabi. „Sie hat sich nach der WM in Baku, im Gegensatz zu Michi Polleres, keine Pause gegönnt und hart weiter trainiert, um sich schon in Abu Dhabi gute Punkte für die Rangliste zu holen“, sagt die deutsche Cheftrainerin. „Der Plan ging leider nicht auf.“ Obwohl die Judokämpferin des LZ Hohenems heuer bei allen Grand Slam-Turnieren, bei denen sie antrat, platziert war (Dritte in Dushanbe und Ulaanbaatar, Fünfte in Budapest, Siebente in Lausanne und jetzt in Abu Dhabi), die Formkurve zeigt nach unten. Nach dem Aus bei der EM in Tiflis im Frühjahr auch das frühe Aus bei der WM in Baku – daher gönnt sich „Lulu“ jetzt die Auszeit, sagte ihre Teilnahme am Grand Prix in Zagreb (13. bis 15. November) ab und versucht beim Masters in Dushanbe (18. bis 20. Dezember), gute Punkte zu holen. In der tadschikischen Hauptstadt hatte Piovesana 2024 einen ihrer beiden Grand Slam-Siege gefeiert. Ein gutes Omen?
Leider schieden am Samstag auch die beiden anderen ÖJV-Judoka in Abu Dhabi aus. Thomas Scharfetter (Sanjindo Bischofshofen) unterlag in der Klasse bis 90 Kilo am als Nummer 2 gesetzten Adam Kopecky (CZE) mit Hansokumake („rote Karte“ für drei Shidos), nachdem er schon mit Waza-ari zurück gelegen war. Und Movli Borchashvilli (Galaxy Judozentrum NÖ) verlor nach einem Sieg über Marius Fizel (SVK – zwei Waza-ari) in Runde zwei gegen Giannis Antoniou (CYP) nach nur 35 Sekunden. Zwei Waza-ari, beide mit Seoi-Nage, kaum Gegenwehr des Österreichers erkennbar. Das war kein guter Tag für Rot-Weiß-Rot …
International war am Samstag mit Spannung das Auftreten der ersten arabischen Judo-Weltmeisterin Yelyzaveta Lytvynenko in der Klasse bis 78 Kilo erwartet worden. Die 22-jährige ehemalige Ukrainerin stürmte mit drei Siegen ins Finale gegen Patricia Sampaio (POR). Der Finalblock ist ab 15 Uhr auch live in ORF Sport+ zu sehen.
Heimvorteil bei Unter-23-EM
Zweimal Gold und zweimal Silber – Italien profitierte am ersten Tag der Unter-23-EM in Neapel vom Heimvorteil. Spanien und Kroatien (je 1/1/0), Israel (1/0/1), Aserbaidschan und Rumänien (je 1/0/0) folgen im Medaillenspiegel. Österreich blieb mit seinem aus sieben Judoka bestehenden Team am Auftakt-Tag noch ohne Platzierung, Wiener ist in Italien keiner dabei.
Foto: Lubjana PIOVESANA (weißer Judogi) kam in Abu Dhabi „nur“ auf Rang 7 – @IJF / Tamara Kulumbegashvili
