Platz 7 für „Lulu“

Am zweiten Tag des Grand Slam-Turniers in Lausanne gab es die erste Platzierung für das rot-weiß-rote Team. Lubjana Piovesana (LZ Hohenems/V) wurde nach zwei Siegen und zwei Niederlagen in der Klasse bis 63 Kilo Siebente. Die Chance auf Bronze versperrte ihr Joanna van Lieshout (NED), Weltmeisterin 2024 und regierende Europameisterin, in der Trostrunde. Leider ausgeschieden sind die beiden 81-Kilo-Judoka Bernd Fasching und Magamed Borchashvilli (beide Judozentrum Galaxy/NÖ). Am Sonntag sind noch sechs ÖJV-Judoka im Einsatz, darunter der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) in der Klasse über 100 Kilo.

Piovesana „schulterte“ in ihrem ersten Kampf Adina Kochkonbaeva (KGZ) mit Ippon für Seoi Nage, danach würgte die Austro-Britin Allyon Quvevedo (CHI) ab, ehe „Lulu“ im Viertelfinale der späteren Siegerin Angelika Szymanska (POL) knapp mit Yuko unterlag. So ging es in die Trostrunde, in der mit van Lieshout die regierende Europameisterin wartete. Piovesana geriet nach bis dahin ausgeglichenem Kampf in einen Festhalter, nach 2:15 Minuten waren die Ippon-Niederlage und der 7. Platz Realität. Für diese Platzierung gibt es im IJF-Ranking 260 Punkte dazu.

Für die beiden Galaxy-Judoka gab es leider keine Platzierung. Borchashvilli schied schon in Runde eins gegen Gabriel Falcao (BRA) mit Ippon (Ko-uchi-gari) aus, Fasching, als Nummer 7 der Weltrangliste erstmals bei einem Grand Slam-Turnier gesetzt, gewann zwar seinen ersten Kampf gegen Ciprian Gribinet (MDA) mit Waza-ari und zwei Yuko, verlor dann aber nach Waza-ari-Führung gegen Egor Sukhoparov (RUS) mit Ippon. Dabei erlitt Bernd leider eine Knöchelverletzung am linken Bein.

„Wir haben uns definitiv mehr erwartet. Lulu gab im Viertelfinale gegen die Polin Szymanska einen taktischen Vorteil, von 1:2 Shidos, noch aus der Hand. Sie kann 100 Prozent mehr. Die gute Nachricht: Noch haben wir fünf Wochen bis zur WM in Baku, wir wissen, woran wir arbeiten müssen“, kommentierte Nationaltrainer Miguel Ogando Lopes. „Bei Bernd müssen wir weitere Untersuchungen abwarten, er fliegt heute noch nach Hause.“

Zum Finalblock: Piovesana-Bezwingerin van Lieshout teilte sich das Bronze-Treppchen mit Clarisse Agbegnenou. Die „Judo.Mama“ aus Frankreich, Olympiasiegerin 2021 in Tokio, sechsfache Welt- und fünffache Europameisterin, feierte nach 16 Monaten (EM-Silber 2025 in Podgorica) ein erfolgreiches Comeback. In der Klasse bis 70 Kilo, in der Österreichs Ass Michaela Polleres fehlte, setzte sich Miriam Butkereit, Olympia-Zweite von Paris, im deutschen Finalduell mit Giovanna Scoccimarro durch. Bei den Männern holten Daniel Cargnin (BRA / bis 73 Kilo) und Abylaikham Zhubanazar (KAZ / bis 81 kg) Gold. Daraus ergibt sich folgende Nationenwertung: Japan (2/1/3 – Samstag nur einmal Bronze( führt vor Russland (1/1/2) und Deutschland (1/1/0). Weitere fünf Länder (BRA, GEO, ISR, KAZ, POL) haben schon eine Goldene. Österreich liegt dank Platz 7 für Piovesana auf dem geteilten 26. Platz unter 77 Nationen.

Am Sonntag sind gleich sechs ÖJV-Judoka im Einsatz. Der Wiener Hegyi trifft dabei in der Klasse über 100 Kilo zunächst auf
Adlan Eskirkhanov aus dem „Refuges-Team“. In seiner Gewichtsklasse steigt auch Movli Brchashvilli (Galaxy/NÖ) auf die Matte, dazu bis 90 Kilo Thomas Scharfetter (Sanjindo Bischofsofen/S) und Issa Naschcho LT Multikraft Wels/OÖ) bzw. bei den Frauen Elena Dengg (bis 78 Kilo) und Maria Höllwart (über 78 Kilo / beide Sanjindo). Ein Großkampftag also!

Alle Ergebnisse aus Lausanne findet ihr hier!

WM 2028 an die Schweiz vergeben

Am Rande des Grand Slam-Turniers wurde am Samstag in Lausanne auch ein Vertrag unterschrieben. IJF-Präsident Marius Vizer und der Schweizer Judo-Präsident Sergei Aschwanden präsentierten die pompöse Vaudoise-Arena in Lausanne als Austragungsort der Judo-WM 2028. Ursprünglich war die WM in zwei Jahren für Bahrain vorgesehen gewesen, doch die derzeitigen politischen Unruhen in der Golfregion stellen eine Gefahr dar. „Wir freuen uns, den letzten großen Event vor den Spielen in Los Angeles in der olympischen Hauptstadt und am Sitz des IOC veranstalten zu dürfen“, meinte Vizer bei der Vertragsunterzeichnung. 2027 findet die Weltmeisterschaft in Kasachstan (voraussichtlich in Almaty) statt.

Zweimal Gold bei Newaza-EM

Sechs Medaillen, davon bei den Kadetten zwei in Gold, gab es für Österreich am ersten Tag der Newaza-EM in Riga (LAT). Die Mühlviertlerin Katherina Mikota gewann die Klasse bis 63 Kilo, der für den LV Wien angetretene Sergio Samartzidis die Klasse bis 60 Kilo. Der 17-Jährige feierte drei Armhebel-Siege und im Finale einen durch Disqualifikation seines Gegners (3 Shido, auch das gibt´s bei einem Newaza-Bewerb). Silber ging an Anna Bachler (LV Oberösterreich / Seniors bis 63 kg), Bronze an das Wiener Zwillings-Duo Anna und Maria Samarzhidi (beide Ratiborets / beide Kadetten bis 48 Kilo). Dazu stieg Jakob Wiesinger (LV OÖ / Seniors bis 81 kg) als Dritter aufs Podest. Rumänien (4/0/1) führt nach den Samstag-Bewerben vor Österreich und Lettland (1/5/5). 135 Judoka aus 18 Nationen nehmen an dieser EM, bei der nur am Boden gekämpft wird, teil.

Alle Ergebnisse aus Riga findet ihr hier.

Foto: Bernd FASCHING (weiß) verletzte sich in seinem zweiten Kampf am Knöchel - @IJF / Tamara Kulumbegashvilli

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