„Lulu“ holt Bronze

Der einen Freud, der anderen Leid – Licht und Schatten für Österreich am zweiten Tag des Grand Slam-Turniers in Ulaanbaatar (MGL). Während Michaela Polleres (bis 70 Kilo) und Bernd Fasching (bis 81 Kilo) in der ersten Runde die Segel streichen mussten, stürmte Lubjana Piovesana (LZ Hohenems) in der Klasse bis 63 Kilo mit vier Siegen und nur einer Niederlage zu Bronze – ein fast perfekter Start in die Olympia-Qualifikation für Los Angeles 2028 …

„Lulu“ gewann am Samstag gegen Nina Simic (CRO) mit Waza-ari, gegen die Deutsche Friederike Stolze mit Ippon und im Viertelfinale gegen die mongolische Weltranglisten-Erste Enkhriilen Lkhagvatogod mit Waza-ari, ehe sich die Austro-Britin im Semifinale Ex-Welt- und Europameisterin Joanne van Lieshout (NED) mit Ippon geschlagen geben musste. Den Kampf um Bronze machte sich die 29-Jährige selbst schwer. Schon nach wenigen Sekunden bekam sie Sara-Joy Bauer in einen Osaekomi, doch die Deutsche konnte sich gerade noch aus dem Festhalter befreien. Dann arbeiteten sich beide zu zwei Shidos hin, Bauer gelang ein Yuko, doch Piovesana rettete das Waza-ari über die Zeit. Zweites Grand Slam-Bronze nach Dushanbe Anfang Mai – aber jenes in der Mongolei zählt schon für die Olympia-Qualifikation.

„Es war ein richtig guter Tag, ich habe schnell meinen Wettkampfrhythmus gefunden. Mit Bronze beim Start der Olympia-Qualifikation kann ich sehr gut leben, erst recht, weil ich die Nummer eins der Welt geschlagen habe. Die letzte Minute im Bronzekampf war richtig hart, ich hatte fast keine Kraft mehr“, meinte Piovesana nach der Siegerehrung. „Was mich stolz macht ist die Tatsache, dass ich jetzt zweimal Bronze in Folge gewinnen konnte, das zeigt, dass meine Formkurve stimmt.“,

Enttäuschend unsere zweifache Olympia-Medaillengewinnerin „Michi“ Polleres – die Wimpassingerin unterlag bis 70 Kilo Sinem Oruc (TUR) mit Yuko und schied ebenso aus wie Galaxy-Judoka Fasching bis 81 Kilo – der WM-Siebente von 2024 verlor gegen den späteren Sieger Joohwan Lee (KOR) mit Ippon. Für Polleres, heuer Grand Prix-Siegerin in Linz und Grand Slam-Zweite in Dushanbe, war es allerdings auch schon die dritte Erstrunden-Niederlage bei einem Grand Slam (nach Tokio und Paris) seit ihrem Comeback. Und Fasching war heuer als Fünfter in Paris und Zweiter in Dushanbe schon zweimal bei Grand Slams platziert. Schade!

Zu den vier Goldenen vom Freitag kamen am Samstag für Japan zwei weitere dazu – durch Haruka Kaju (bis 63 Kilo) und Shiho Tanaka (bis 70 Kilo). Damit haben die Töchter Nippons ALLE bisherigen fünf Frauen-Gewichtsklassen gewonnen! Bei den Männern musste sich Yuhei Oino im Finale bis 81 Kilo Fasching-Bezwinger Lee mit Ippon geschlagen geben. Der Koreaner hatte im Viertelfinale den russischen Weltmeister Timur Arbuzov, der Dritter wurde, mit Waza-ari geschlagen. Nach neun vergebenen Kategorien führt Japan (6/2/0) vor der Mongolei (1/0/2) sowie Aserbaidschan und Korea (je 1/0/1) die Medaillenwertung an, in der Österreich dank Piovesana auf Rang 12 unter den 58 Nationen zu finden ist.

Am Sonntag sind drei weitere Judo Austria-Athleten im Einsatz: Elena Dengg (bis 78 kg) und Thomas Scharfetter (beide Sanjindo Bischofshofen / bis 90 kg) sowie der Wiener Schwergewichtler Stephan Hegyi (SC Hakoah), dessen Ziel – eine Platzierung – wohl kaum erreichba ist. Sollte er Valeri Endovitskii besiegen, würde in Runde 2 der nächste „russische Bär“ warten – nämlich Superstar Inal Tasoev. Viel Glück bei dieser Aufgabe, lieber Stephan!

Alle Ergebnisse aus Ulaanbaaatar findet ihr hier.

Ein „heißes“ Kadertraining

Während andere in den Freibädern ins kühle Nass sprangen, zogen sich am Samstag Vormittag die Nachwuchs-Kaderleute des Wiener Verbandes den Judogi an und absolvierten unter der Leitung der Landestraner Lisa Aberger und Norbert Stumpf ein „heißes“ Training – für zwei Unter-18-Jährige, Laura-Sophie Kunyik (Vienna Samurai) und Sergios Samartzidis (Ratiborets) war es ein Aufwärmen für die Kadetten-EM ab 29. Juni in Las Palmas (ESP). Die Reise nach Gran Canaria geht für die beiden sowie Helin Türk und Samad Murtazaliew (beide Vienna Samurai) schon in der kommenden Woche los.

Einige der Nachwuchs-Talente werden am Sonntag (ab 10 Uhr) in der Kurt Kucera-Halle auch am „Edith Felsinger-Turnier“ teilnehmen, bei dem 252 Judoka aus 13 Vereinen von der U10 bis U16 um die begehrten Pokale kämpfen werden.

Sie hatten viel Spaß, brauchten aber keine Sauna mehr – die Teilnehmer am „heißen“ Kadertraining in Wien – @zVg JLVW
Foto oben:  "Lulu" PIOVESANA (weißer Judogi) war nur gegen Weltmeisterin Joanne VAN LIESHOUT unten - @IJF / Tamara Kulumbegashvili

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