Ziel sind die Top 7

Am Dienstag frühmorgens trat er die weite Reise in die Mongolei an, und die soll sich lohnen – Stephan Hegyi (SC Hakoah) ist beim Grand Slam am Wochenende in Ulaanbaatar der einzige Judoka eines Wiener Vereins im sechsköpfigen ÖJV-Team. Und der 28-Jährige will beim vierten Anlauf in diesem Jahr auf der IJF World Tour in der Klasse über 100 Kilo erstmals ein zählbares Resultat. „Ich will unter die Top 7“, hat sich der zweifache EM-Bronzene als Ziel gesetzt …

Im November, nach seiner langwierigen und zweijährigen Verletzungspause, hatte sich Hegyi mit einem dritten Platz beim Grand Prix in Zagreb zurück gemeldet. Doch heuer, bei bisher drei Turnieren auf der World Tour, wollte es nicht so recht klappen. Aus beim Grand Slam in Paris gegen den starken Kanan Nasibov (AZE), der heuer schon Grand Slam-Sieger in Taschkent war. Aus beim Grand Prix in Linz gegen den Türken Munir Ertuk, und auch eine Erstrunden-Niederlage beim Grand Slam in Tiflis gegen den Polen Jakub Sordyl. Also gegen keine übermächtigen Kontrahenten …

„Ich hatte mit vielen Trainingseinheiten zuletzt in Spanien und der Türkei eine gute Vorbereitung“, meldete sich Hegyi vor der Abreise in die Mongolei. Und: „Ich konnte viel an meiner Technik und Ausdauer arbeiten. Deshalb glaube und hoffe ich, dass ich bei diesem Turnier eine Top-7-Platzierung erreichen kann.“ Mit sechs Judoka unter den Top Ten der IJF-Weltrangliste, angeführt vom Russen Inai Tasoev (Nummer 2), ist das Schwergewicht aber sehr stark besetzt. 30 Judoka wurden für diese Klasse genannt, in der Hegyi (der einst an die Top Ten angeklopft hatte) nur noch auf Platz 64 zu finden ist. Übrigens: der absolute Superstar fehlt – Frankreichs Teddy Riner steht nicht auf der Nennliste für Ulaanbaatar.

Neben dem zweifachen EM-Dritten (2018 und 2019) sind weitere fünf ÖJV-Judoka dabei. Der für das Galaxy Judozentrum (NÖ) startende Wiener Bernd Fasching (bis 81 Kilo) und Thomas Scharfetter (bis 90 kg) bzw. die Damen Elena Dengg (beide Sanjindo Bischofshofen / bis 78 Kilo), Lubjana Piovesana (LZ Hohenems / bis 63 Kilo) und Michaela Polleres (JC Wimpassing / bis 70 Kilo). Österreichs zweifache Olympia-Medaillengewinnerin, heuer Grand Prix-Siegerin lin Linz, hatte zuletzt mit Silber in Dushanbe ihre erste Grand Slam-Medaille in diesem Jahr geholt. Insgesamt sind für Ulaanbaatar 463 Judoka aus 59 Nationen gemeldet.

13 Junioren in Berlin

13 ÖJV-Judoka steigen am Wochenende beim Junioren-Europacup in Berlin auf die Matte. Angeführt wird die Truppe von Graz-Siegerin Marlene Schinwald (JU Flachgau / bis 57 Kilo), Wiener Judoka sind dieses Mal nicht dabei. Leonie Bayr (Vienna Samurai / bis 70 Kilo), die in Graz auch Gold geholt hatte, wird geschont. „Leonie hat sich in Graz leicht am Ellbogen verletzt, wir wollen kein Risiko eingehen“, argumentiert Landestrainer Norbert Stumpf. Die 19-Jährige ist ja schon für die EM und WM der Junioren qualifiziert und soll sich in Ruhe auf diese Höhepunkte vorbereiten können.

„Goldenes AUT“ in Tahiti

Beim „Tahiti Open“ am vergangenen Wochenende sorgten drei rot-weiß-rote Judoka für Furore. Thomas Haasmann, der Coach des nach Niederösterreich gewechselten Judozentrums Galaxy, flog mit drei Judoka zur Südsee-Insel, und alle drei holten Gold! Denn das Brüder-Trio Magamed (bis 81 Kilo), Adam (bis 100) und Movli Borchashvilli (über 100 Kilo) gewann seine Gewichtsklassen. Damit war „Österreich“ hinter Gastgeber Französisch Polynesien (3/3/6) gleichauf mit Frankreich Zweiter in der Medaillenwertung, dahinter die USA (2/2/0) und die Bahamas (eine Gold). Es waren allerdings auch nur 54 Judoka aus elf Nationen angetreten.

Alle Ergebnisse aus Tahiti findet ihr hier.

Foto: Stephan HEGYI (blauer Judogi) beim Grand Prix in Linz - jetzt will er einen Top-7-Platz - @Judo Austria / Oliver Sellner

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