Vier Wiener Talente haben kürzlich ihr Debüt beim Heim-Grand Prix in Linz gefeiert, aber Wien hat noch mehr zu bieten. Eine dieser Talenteschmieden befindet sich in der Leopoldstadt bei Vienna Samurai. Helin Türk, 16 Jahre jung, und Samad Murtazaliew, erst 15, sind ein Beispiel dafür. Und mit Norbert Stumpf haben die beiden einen Trainer, der sich ihnen voll und ganz widmet.
Der erst 17-jährige Lukas Angerer, Schwergewichtler der Galaxy Tigers, die beiden Karuna-Talente Yann Ornik (18) und Alexander Bluhme (20) sowie die 19-jährige Leonie Bayr von den Samurais haben erst kürzlich ihr – allesamt gelungenes – Debüt auf der IJF World Tour gefeiert. Ein Beweis, dass der Judo-Nachwuchs in Wien lebt. Und die nächste Generation rückt schon nach. Einerseits im „Projekt Südstadt“, andererseits mit den Leopoldstädter Talenten in der Pazmanitengasse.
Helin, heuer beim Kadetten-Europacup in Samorin (SVK) ausgezeichnete Dritte bis 52 Kilo und damit schon für die EM Ende Juni auf Gran Canaria qualifiziert, gilt trotz ihrer erst 16 Jahre als großes Talent. Die in Wien geborene Kurdin hat zwar heuer ihren Vorjahrestitel bei der Unter 18 nicht erfolgreich verteidigt und wurde „nur“ Zweite, dafür aber gewann sie tags darauf in Linz die österreichische Meisterschaft der Unter-23-Jährigen. „Leider hat sie im U18-Finale einen Fehler gemacht“, sagt Trainer Norbert. Und: „Mental ist Helin noch ausbaufähig.“ Dem steht aber große Disziplin und unbändiger Ehrgeiz gegenüber. Und der Wille, im Judo etwas zu erreichen. Denn Helins Hobby ist – Judo! Sie kann sogar noch vor der Schule trainieren. „Ich bin im Gymnasium Augarten im Sportprojekt, wir fangen um 11.05 Uhr an“, erzählt Helin. Vom Uchi Mata zur Mathe-Prüfung …
Bei Samad, der in Niederösterreich zur Welt kam, ist der Migrationshintergrund russisch. Auch der 15-Jährige ist als Fünfter des Kadetten-Europacups in Porec (CRO) schon für die EM qualifiziert. „Er hat bei seinem Europacup-Debüt hervorragend gekämpft“, lobt sein Trainer. Was Samad noch fehlt, ist die Wettkampferfahrung – klar, mit erst 15. Aber auch der 50-Kilo-Bursche hat große Ziele. „Ich will Europameister werden“, gibt sich Samad selbstbewusst. Mit viel Ehrgeiz und tiefen Techniken soll das Ziel für den österreichischen Unter-18-Meister erreichbar sein. Es heißt Daumen drücken!
Beide werden Ende April in Berlin und Mitte Mai in Bielka Biala (POL) starten. Helins Ziel ist die WM, dafür braucht sie einen weiteren Europacup-Podestplatz bzw. eine EM-Medaille, Oder, noch besser, beides. Helin und Samad sind aber nicht die einzigen Talente in der Leopoldstadt. Dank der Initiative und dem Einsatz von Stumpf floriert der Nachwuchs bei den Samurais. Und Norbert wird in Zukunft als zweiter Landestrainer neben Lisa Aberger genau für diese Unter-18-Talente zuständig sein. Dann geht´s mit Stumpf sicher an die Spitze …
Foto: Helin TÜRK und Samad MURTAZALIEW mit ihrem Trainer Norbert STUMPF – @joe
