Wiedersehen in Linz

Wenn in knapp zwei Wochen, von 6. bis 8. März, in der Linzer Tips-Arena 528 Judoka aus 64 Nationen (im Vorjahr 416 aus 52) um Grand Prix-Siege kämpfen, sind sieben der 14 Vorjahrssieger auch heuer dabei. Ein Wiedersehen in Linz! Neben absoluten Stars – etwa dem ersten dreifachen Judo-Weltmeister aus Georgien, Tato Grigalashvili, und vier französischen Mixed-Olympiahelden von Paris 2024 kommen auch 20 Judoka aus Japan, zumeist junge, aufstrebende Talente. Österreichs Team mit 42 Athleten wird von Michaela Polleres (bis 70 kg) und dem Wiener Bernd Fasching (bis 81 kg), zuletzt Grand Slam-Fünfter in Paris, angeführt.

Der Grand Prix in Linz verspricht auch heuer wieder großartiges Judo. Neben dem Georgier Grigalashvili (im Vorjahr in Linz Zweiter bis 90 Kilo, also eine Klasse höher als gewohnt), seinen Landsmännern Ilia Sulamanidze (bis 100 kg) und Guram Tushishvili (über 100 kg) sowie der kasachischen Weltranglisten-Ersten Abiba Abuzhakynova (bis 48 kg) kommt auch ein Team aus dem Judo-Mutterland Japan mit 14 Debütanten auf der IJF-World Tour, darunter fünf Junioren-Weltmeistern. Durchschnittsalter 20,4 Jahre – die „jungen Wilden“ wollen auch die Linzer Gugl stürmen! Eine aus dem Nippon-Team hat den Upper Austria-Grand Prix vor zwei Jahren schon gewonnen: Mitsuki Kondo (bis 48 kg) ist als zweifache Grand Slam-Siegerin mit ihren 21 Jahren schon ein Routinier.

Für die Gastgeber geht es sportlich um einiges. „Wir wollen zwei Medaillen, idealerweise eine bei den Frauen und eine bei den Männern“, hat ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch als Devise ausgegeben. Ob die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Polleres schon so weit ist, wird sich zeigen. Bei den bisherigen Grand Slam-Turnieren nach ihrer langen Pause, in Tokio und Paris, blieb die Niederösterreicherin bis 70 Kilo unplatziert. Und ob die Wienerin Magdalena Krssakova (JC Sirvan / bis 63 Kilo) bei ihren nach langer Verletzungspause geplanten Comeback schon anschreiben kann, ist ebenso fraglich. Bei den Männern ruhen Österreichs Hoffnungen auf Fasching (Galaxy Tigers / bis 81 Kilo), der im Vorjahr mit Bronze seine erste Medaille auf der World Tour holte. Und mit dem Publikum im Rücken könnte auch Samuel Gaßner wieder anschreiben – der Mühlviertler, 2025 starker Fünfter bis 73 Kilo, will heuer aufs Podest.

Auf die Judo-Fans wartet also ein absoluter Leckerbissen. Hoffentlich nicht zum letzten Mal auf der Gugl. Denn der Vertrag mit der IJF läuft heuer aus, muss noch verlängert werden. Man darf hoffen, dass das – auch in Zeiten von Einsparungen allerorten – kein Problem wird und das Land Oberösterreich als großer Förderer des Judosports dieses Turnier weiter in dieser Form unterstützt.

Shalom, Sagi Muki

Einer der Großen des Judosports tritt von der internationalen Wettkampf-Tatami – Sagi Muki, 2019 im Budokan zu Tokio erster israelischer Judo-Weltmeister (bis 81 Kilo) der Geschichte, gab in dieser Woche in einer Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt. In emotionalen Worten blickte der nun 33-Jährige, der auch zweimal Europameister war, auf seine erfolgreiche Karriere zurück. Wir können nur sagen: Danke, Sagi Muki, und shalom …

Karuna-Turnier, 1. Tag

Beim Preisgeldturnier von SU Karuna Wien mit über 1.000 Judoka aus 19 Nationen in der wiedereröffneten Kurt Kucera-Halle gab es am ersten Tag in der Unter-18-Altersklasse einen Sieg für Wien durch Savelii Colesnic (Galaxy Tigers / bis 50 Kilo) mit einem Finalsieg über Samad Murtazaliew (Vienna Samurai). Bei der Unter 21 gab es einige dritte Plätze, darunter auch für Yann Ornik (SU Karuna Wien / bis 60 kg), der in zwei Wochen beim Grand Prix in Linz auf die Matte steigen darf. Erfolgreichster Verein am Samstag war das ungarische BHSE-Team (5/2/4) vor dem Aidinidis Fight Club (GRE – 2/1/2) und Gallneukirchen (2/1/0). Sonntag (ab 9.30 Uhr) geht es mit den Altersklassen U16 und U14 weiter.

Alle Ergebnisse vom Karuna-turnier findet ihr hier.

Foto: Mitsuki KONDO (weiß), zweifache Grand Slam-Siegerin und vor zwei Jahren in Linz ganz oben auf dem Podest, führt Japans 20-köpfiges "Team der jungen Wilden" an - @IJF / Emanuele Di Feliciantonio

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