Feste im Osten

2025 neigt sich dem Ende zu, und schon blickt die Judowelt ins neuer Jahr 2026, in dem die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles beginnt. Und wer die Groß-Events besuchen will, muss (immer öfters) in den Osten fliegen. Denn die EM 2026 findet im georgischen Tiflis (16. bis 19. April) und die WM in Baku (AZE / 4. bis 11. Oktober) statt.

Ursprünglich war ja die WM als erster Höhepunkt der Olympia-Qualifikation für Juli (9. bis 15.) 2026 geplant. Doch nun hat der aserbaidschanische Verband den Herbsttermin als fix verkündet. „Wir sind sehr glücklich, 2026 nach Baku zurückzukehren. Baku ist ein exzellenter Organisator“, zeigt IJF-Präsident Marius Vizer, offiziell Österreicher, schon Vorfreude. Die Stadt am Kaspischen Meer war schon 2018 historischer WM-Schauplatz, weil damals Uta und Hifumi Abe (JPN) als erstes Geschwisterpaar im Judo am selben Tag Weltmeister wurden.

Was aber auffällt: Dass Judo-Großereignisse, abgesehen von Olympia, offenbar nur noch in Ländern des (auch fernen) Ostens oder am Persischen Golf stattfinden. Nicht mehr in Paris, nicht mehr in Holland oder Belgien, nicht mehr in Brasilien oder Großbritannien, wo Judo auch immer populär war und ist. Nein, nach drei Weltmeisterschaften in Budapest in den letzten acht Jahren (2017, 2021 und heuer) waren Baku (2018), Tokio (2019), Taschkent in Usbekistan (2022), Doha (2023) und Abu Dhabi (2024) am Persischen Golf WM-Austragungsorte. Und 2027 wird sich die Judo-Weltelite abermals in der Golfregion, in Bahrain, treffen.

Aserbaidschan ist aber auch sportlich zu einer Judo-Weltmacht gewachsen. Kein Wunder, holten doch Hidayat Heydarov (bis 73 Kilo) und Zelym Kotsoiev (bis 100 Kilo) im Vorjahr Olympia-Gold in Paris. Und in Georgien ist es nicht anders. Dort in Tiflis, wo unser Ludwig „Lupo“ Paischer 2009 EM-Bronze bis 60 Kilo geholt hatte, findet im April die EM statt. Und in dieser anderen ehemaligen Sowjetrepublik ist spätestens seit dem dritten WM-Titel von Tato Grigalashvili (bis 81 Kilo) der Bär los, Der neue Nationalheld ist als erster Judoka Georgiens dreimal Weltmeister geworden. In Paris musste er sich zwar im Gold-Finale Japans Takanori Nagase geschlagen geben, dafür aber sprang sein Landsmann Lasha Bekauri bis 90 Kilo ein und holte Olympia-Gold für Georgien.

Man soll Feste feierm wie sie fallen. 2026 fallen sie mit Sicherheit im Osten …

Foto: Zelym KOTSOIEV (in blau) ist einer der Stars der neuen Judo-Großmacht Aserbaidschan - @IJF / Tamara Kulumbegashvili

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