Blitz-Aus nach Blitz-Sieg

Mit einem Blitz-Sieg startete Vardges Ghazaryan (SU Karuna Wien), Österreichs einziger Judoka bei der Kadetten-WM in Lima, in die Klasse über 90 Kilo! Der noch 16-Jährige warf den Kroaten Luca Ivankovic nach nur 40 Sekunden mit einer tollen Beintechnik (De-Ashi-Barai) auf den Rücken. Aber so schnell der Wiener gewann, so schnell verlor er auch. Gegen den starken Kasachen Dinmukhammed Nysanbay (als Nummer 7 gesetzt) kam schon nach 35 Sekunden das Ippon-Aus durch Armhebel (Ude-garami). Am Ende der Einzel-WM hatte offiziell Japan mit zweimal Gold die Nase vorn, die „neutralen“ IJF-Judoka holten aber sogar drei Titel …

Für Ghazaryan und auch für seinen Betreuer, Nachwuchs-Nationaltrainer Martin Grafl, war der Südamerika-Trip ein Abenteuer. „Vardges hat die Pflicht erfüllt, leider aber in der Kür durch eine Unachtsamkeit verloren“, meldete sich Grafl bei judo-vienna.at aus Peru. „Der Kroate ist Nummer 21, Vardges Nummer 25 im Ranking. Da durften wir hoffen“, so der Nachwuchs-Coach. Im Head-to-head stellte Ghazaryan auf 2:1. Der Kasache war erwartet stark. „Er hat drei Turniere in der Qualifikation gewonnen. Er hat im Stand-Boden-Übergang Vardges mit dem Hebel überrascht.“ Für die beiden, die nur drei Tage in Südamerika sind und sich einmal kurz Perus Hauptstadt ansahen, geht es schon am Sonntag wieder zurück in die Heimat. Übrigens: Ghazaryans Bezwinger trug sich als Siebenter in die Resultatsliste ein.

Die Titel am letzten Tag holten sich Athleten aus Polen, Kasachstan, Frankreich und ein IJF-Judoka, wodurch die so genannten „neutralen“ mit dreimal Gold die besten dieser WM waren. Allerdings scheinen sie in der offiziellen Liste der Medaillen nicht auf. Diese zeigt Japan (2/1/0 – dennoch sind zwei von 16 möglichen Goldenen eine Enttäuschung für die Asiaten) vor Aserbaidschan (2/0/1) und Frankreich (1/3/4) voran. Auch Brasilien (1/3/2) war das erwartet starke Team. 403 Judoka aus 48 Ländern nahmen teil. Sonntag wird die WM mit dem Mixed-Bewerb (ohne Österreich) beendet.

Foto: Vardges GHAZARYAN (blau) wirft Luca IVANKOVIC schon nach wenigen Sekunden Ippon - @IJF/Tamara Kulumbegashvili

Ähnliche Beiträge

  • Niclas belegt Platz sieben

    Bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen im slowenischen Maribor gelang Niclas Schalk seine erste Kadetten Platzierung. Nach drei Kampfsiegen belegte der Wiener Platz sieben. Niclas Schalk (-60 kg, Galaxy Judo Tigers) konnte seinen Auftaktkampf gegen Arsen Badalyan (ARM) für sich entscheiden. Nach voller Kampfzeit gewann der 17-jährige auch seinen zweiten Kampf des Tages mit einer Waza-ari…

  • Auch Fara unplatziert

    Am heutigen 6. Wettkampftag bei den Judo-Weltmeisterschaften in Taschkent (UZB) gab es keine Medaille für den ÖJV-Kämpfer. Aber auch der regierende Weltmeister musste sich mit einem der hinteren Plätzen begnügen. Heute Dienstag (11.10.) war nur ein Österreicher im Rennen und zwar Aaron Fara (JC Wimpassing Sparkasse) in der Klasse bis 100 kg. Im ersten Kampf…

  • Eher „mau“ als „wow“

    Die EM 2025 in Podgorica wird alles andere als erfolgreich in die Geschichte des österreichischen Judosports eingehen. Nur eine Platzierung – Rang 5 für Lubjana Piovesana bis 63 Kilo – bei 16 Startern, das ist eher „mau“ als „wow“! Es wurde die schlechteste Europameisterschaft der letzten zehn Jahre (siehe Statistik unten), nur dreimal in dieser…

  • |

    Zweiter Platz in Graz

    Am ersten Tag des Internationalen Junioren-Turniers in Graz gab es einen zweiten Platz und Silber für Österreich durch Helene Schrattenholzer (JC Klosterneuburg) in der Klasse bis 78 Kilo. Die 18-Jährige musste sich erst im Finale Vize-Europameisterin Jovana Stjepanovic (SRB/2) im Golden Score geschlagen geben. Die übrigen ÖJV-Judoka schieden aus – aber am Sonntag gibt es…

  • Zum Judo „verdammt“

    Endlich! Im fünften Anlauf auf einen Podestplatz machte er seine erste internationale Medaille – Magamed Borchashvilli holte am Samstag bei der Unter-23-EM in Pila (POL) Bronze in der Klasse bis 81 Kilo. Der Jüngste aus dem Wiener „Borchashvilli-Clan“ ist schon 15 Jahre bei den Galaxy Tigers. Und war als Nesthäkchen in der Familie zum Judo…

  • Hoffen auf den Sonntag

    Keine Medaille gab es für Wiener Judoka am ersten Turniertag bei zwei internationalen Ereignissen – bei den European Open in Rom war Edelmetall auch gar nicht möglich, weil Jacqueline Springer (bis 48 kg / Vienna Samurai) und Stephan Hegyi (über 100 kg / SC Hakoah) erst morgen im Einsatz sind, auch beim Kadetten-Europacup der Unter-18-Jährigen…