Bronze für Hegyi

Einen Tag nach Silber für Bernd Fasching (bis 81 Kilo/Galaxy Tigers) gab es Österreichs zweite Medaille beim Grand Prix in Zagreb – und wieder durch einen Wiener. Stephan Hegyi (SC Hakoah) holte in der Klasse über 100 Kilo mit einem Waza-ari-Sieg über Tieman Diaby (FRA) seine erste Bronzemedaille auf der World Tour seit über dreieinhalb Jahren. Hegyi musste sich nur im Semifinale dem späteren Sieger Kanan Nasibov (AZE) geschlagen geben. Ein toller Erfolg für den durch viele Verletzungen lange geplagten zweifachen EM-Dritten!

Hegyi startete mit einem Sieg gegen den topgesetzten Yevheniy Balyevskyy (UKR) – auch durch ein Waza-ari für den Ukrainer ließ sich der zweifache EM-Dritte (2018 und 2019) nicht aus der Ruhe bringen und konterte mit Ippon für Tai-otoshi. Im Viertelfinale gelang dem Wiener abermals mit seiner Spezialtechnik ein Waza-ari gegen Igor Vracar (SRB) mit anschließendem Osaekomi 1:50 Minuten vor dem Ende.

Im Semifinale gegen Nasibov ging es ohne Wertungen in die Extratime, in der Hegyi nach einer Minute unglücklich, und eigentlich unnötig, bei einem Beinwurf-Versuch des körperlich überlegenen Gegners stolperte und auf den Rücken fiel. Schade! Aber im Bronze-Kampf gegen Diaby gelang Hegyi per Konter ein Waza-ari für einen Beinwurf (De-Ashi-Barai) – das war sein erster Podestplatz auf der World Tour seit Bronze beim Grand Slam in Tel Aviv im Februar 2022.

„Gratulation! Das ist eine sehr verdiente Medaille. Stephan hat in den letzten Monaten an seiner Schnellkraft gearbeitet, er wirkt sehr stark und ist definitiv wieder konkurrenzfähig. Aber wir müssen noch an seiner judospezifischen Ausdauer arbeiten, das hat man im Semifinale gesehen“, urteilte eine sichtlich zufriedene ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch.

Nicht so gut erging es am Sonntag den anderen ÖJV-Athleten. So schieden, aus Wiener Sicht, die Brüder Adam und Movli Borchashvilli (beide Galaxy Judo Tigers) aus. Adam (bis 100 kg) unterlag nach einem kampflosen Sieg gegen Shpati Zekaj (KOS) mit Waza-ari, Movli (über 100 kg) fand in Patrick Broniec (POL/Ippon für Seoi-otoshi) seinen Meister. Auch der Salzburger Thomas Scharfetter (bis 90 kg/ESV Sanjindo) blieb leider unplatziert.

„Bronze in Linz, Silber in Zagreb, das nächste Mal holt er Gold, Bernd kann mit seiner Leistung sehr zufrieden sein, seine Form ist jedenfalls stark ansteigend, ihm ist auch beim Grand-Slam in Abu-Dhabi einiges zuzutrauen“, kommentierte Cheftrainerin Bönisch die Silbermedaille von Bernd Fasching am Samstag. Es war schon das dritte internationale Edelmetall für den seit Freitag 22-jährigen Wiener, der kürzlich auch Unter-23-EM-Bronze geholt hatte. Und ein dichtes Programm vor sich hat: Nächsten Samstag (22. November) will er im Bundesliga-Final Four mit seinem Galaxy-Team in Gmunden den zwölften Titel holen, eine Woche später (28. bis 30. November) steigt er beim Grand Slam in Abu Dhabi auf die Tatami. Dort, wo Fasching im Olympia-Jahr 2024 als Ersatzmann sensationell WM-Siebenter geworden war.

Frankreich (3/4/2) gewann die Medaillenwertung vor Spanien (3/1/1) und Italien (1/1/3). Österreich kam dank Fasching und Hegyi plus einem siebenten Platz schon am Freitag durch Daniel Leutgeb (LZ Multikraft Wels/bis 60 Kilo) in der Nationenwertung auf den 16. Platz unter den 48 teilnehmenden Nationen /370 Judoka).

Alle Ergebnisse aus Zagreb findet ihr hier.

Foto: Stephan HEGYI (blau) im Bronze-Kampf gegen den "französischen Bären" Tieman DIABY  - @IJF / Gabriela Sabau 

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