Silber als Werbung für Linz

Wenn das keine Werbung für den nächstwöchigen „Upper Austria Grand Prix“ in Linz war! Shamil Borchashvili (LZ Multikraft Wels) holte am Samstag beim Grand Slam-Turnier in Taschkent Silber in der Klasse bis 81 Kilo. Der Olympiadritte von Tokio 2021 musste sich erst im Finale dem Führenden in der Weltrangliste und Weltmeister von 2021, Matthias Casse (BEL) geschlagen geben. Österreich ist in der usbekischen Hauptstadt nur durch zwei Judoka vertreten, neben Borchashvili kämpft am Sonntag Thomas Scharfetter (ESV Sanjindo) in der Klasse bis 90 Kilo um Olympia-Punkte.

Bis zum Finale gewann Borchashvili seine Kämpfe durchwegs vorzeitig: Gegen Victor Sterpu (MDA), Lokalmatador Khilmatillokh Turaev (UZB) und Ex-Weltmeister Sagi Muki (ISR/7), gegen den Shamil erstmals seit den Olympischen Spielen, nach drei Niederlagen in Folge, gewann. Im Semifinale gegen Omar Rajabli (AZE) feierte Shamil eine gelungene Revanche für die zuletzt in Baku erlittene Niederlage – Waza-ari awasete Ippon für unseren derzeit Neunten der Weltrangliste. Das Finale gegen den Belgier, mit dem Shamil in Tokio, als beide Bronze holten, auf dem selbem Podest stand, wurde zum Marathon. Oder, wie es Olympiasieger Neil Adams als Kommentator im „Judo TV“ formulierte, zu einer „Schlacht“. Die „Battle of Taschkent“ fand erst nach insgesamt 10:31 Minuten ihren Sieger. Nachdem es in den ersten vier Minuten nur ein Shido gegen Borchashvili gegeben hatte, bekamen in der Verlängerung beide eines für Nicht-Zufassen, ehe Shamil im Standkampf den Arm Casses verbotenerweise blockierte und die „rote Karte“ (Hansokumake) erhielt. Es war die vierte Niederlage Borchashvilis gegen Casse im vierten Duell.

Der Salzburger Scharfetter bekommt es am Sonntag bis 90 Kilo nach einem Freilos mit Mikhail Igolnikow (AIN) zu tun. Er würde allerdings danach noch einen Sieg benötigen, um ins Poolfinale zu kommen und dann, ebenso wie Borchashvili, sicher platziert zu sein. Nach zwei Tagen des Grand Slams in Taschkent führt das französische Team, in dem Superstar Clarisse Agbegnenou mit einem für sie seltenen Ne-waza-Ippon (Armhebel) gegen Momo Taksukawa (JPN) Gold bis 63 Kilo holte, in der Medaillenwertung mit 3/1/1 vor Gastgeber Usbekistan (1/1/2) und Deutschland (1/0/1). Österreichs Mini-Team ist derzeit Zehnter unter 68 Nationen (495 Judoka).

Foto: Shamil BORCHASHVILI (blau) im Taschkent-Finale gegen Casse - @IJF

Ähnliche Beiträge

  • Japan ohne Medaille!

    Von 28. bis 31. August ist die peruanische Hauptstadt Lima Schauplatz der Kadetten-WM, also der U18-Jährigen. 403 Judoka aus 48 Nationen wurden am Dienstag in die insgesamt 16 Gewichtsklassen gelost – ein Österreicher ist dabei: Vardges Ghazaryan von der Sportunion Karuna Wien. Für den (noch) 16-Jährigen geht es in der ersten Runde (über 90 Kilo)…

  • Hegyi Siebenter – Graf an Bronze vorbei

    Zwei Platzierungen, aber keine weitere Medaille nach dem samstägigen Silber für Shamil Borchashvili (Wels/bis 81 kg) gab es am letzten Tag des Grand Slam in Tiflis. Nach drei Turnieren in Folge ohne Platzierung hat der Wiener Judoka Stephan Hegyi (SC Hakoah/Bild) endlich wieder angeschrieben. Der zweimalige EM-Dritte wurde mit einem Sieg und zwei Niederlagen Siebenter…

  • Tag 1 in Taschkent

    Steirertag hieß es am heutigen ersten Wettkampftag bei der Judo-Weltmeisterschaft in Taschkent (UZB). Sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern waren heute Judoka aus der Steiermark am Start. Bei den Frauen war dies Katharina Tanzer (-48kg/SU Noricum Leibnitz) und bei den Männern Marcus Auer (-60kg/Creativ Graz). Katharina Tanzer traf, nach einem Freilos in…

  • Team überrascht mit Bronze

    Eine positive Überraschung gab es zum Ende der Judo-EM in Minsk – Österreichs Team holte im Mixed-Bewerb Bronze! Nach einem wohl unerwarteten 4:2 gegen Deutschland setzte es gegen Gastgeber Weißrussland zwar eine 1:4-Niederlage, aber über die Trostrunde schaffte die ÖJV-Equipe mit einem 4:1 gegen Serbien und einem ebenso überraschenden 4:2 gegen die Niederlande unter Beteiligung…

  • Grand Slam-Flut

    Im Tennis gibt es jährlich vier Grand Slam-Turniere, im Judo sind es neun. Jenes am vergangenen Wochenende in Astana war schon das fünfte (aber letzte) vor der WM in Budapest (13. bis 20. Juni). Siege bei Grand Slams sind begehrt, gibt es doch nach Olympia, WM und dem Masters die meisten Punkte für die Weltrangliste….