Kein Happy-End bei EM

Leider kein Happy-End – Österreich blieb bei der Judo-EM in Montpellier (FRA), wie schon im Vorjahr in Sofia, ohne Medaille. Der fünfte Platz von Wachid Borchashvili am Samstag in der Klasse bis 81 Kilo war das beste ÖJV-Ergebnis. Am Sonntag belegte Aaron Fara (JC Wimpassing in der Klasse bis 100 Kilo nach zwei Siegen und zwei Niederlagen den siebenten Platz. Alle anderen ÖJV-Judoka schieden aus, elf der 15 angetretenen sogar mit Niederlagen schon in ihren ersten Kämpfen. Das war nicht „unsere“ EM …

Aaron Fara besiegte in seinem ersten Kampf den Ungarn Zsombor Veg mit Ippon nach 2:08 Minuten – „Fara-like“ mit einem spektakulären Ausheber. In der zweiten Runde hielt der Niederösterreicher Marko Kumric (Cro) nach 3:25 Minuten fest, nachdem er schon mit Waza-ari geführt hatte. Im Viertelfinale fand Aaron aber im georgischen Weltranglisten-Ersten Ilia Sulamanidze seinen Meister – Niederlage durch Osaekomi nach Waza-ari-Rückstand. Und in der Trostrunde wurde Aaron mit seinem eigenen Waffen geschlagen. Er wollte den Schweizer Daniel Eich ausheben, der drehte sich aber, und plötzlich lag Fara auf dem Rücken – Ippon nach nur 21 Sekunden! Auch wieder spektakulär, aber diesmal gegen ihn.

Der lange Zeit verletzt gewesene Laurin Böhler (LZ Vorarlberg) gewann bis 100 Kilo seinen ersten Kampf gegen Mert Sismanlar (TUR) im Golden Score mit der roten Karte für seinen Gegner, unterlag aber dann dem starken Niederländer Michael Korrel mit Ippon. Der Bischofshofener Thomas Scharfetter, heuer Senkrechtstarter bis 90 Kilo, schlug den Spanier Daniel Nieto-Trinidad mit Waza-ari, verlor aber dann gegen Ex-Weltmeister Noel Van T´End (NED) mit Waza-ari und schied ebenso aus wie seine Klubkollegin Maria Höllwart (beide ESV Sanjindo/über 78 kg), die gegen die spätere Europameisterin Romane Dicko (FRA) chancenlos war. Und draußen auch die beiden Wiener von M&R Galaxy Tigers: Adam Borchashvilli unterlag bis 90 kg Toni Miletic (BIH), sein Bruder Movli (über 100 kg) musste sich dem Deutschen Losseni Kone vorzeitig geschlagen geben. Nach dem Erstrunden-Aus von Magdalena Krssakova am Samstag bis 63 Kilo waren somit alle drei Wiener Judoka in Südfrankreich nach ihrem ersten EM-Kampf draußen.

„Zufrieden können wir mit einem fünften und einem siebenten Platz nicht sein. Wir hatten 15 Starter in Montpellier, haben uns natürlich mehr erwartet. Das vorzeitige Ausscheiden von Shamil und Michaela, beide gesetzt, tut natürlich weh. Hervorzuheben ist Wachid, der sich eigentlich eine Medaille verdient hätte. Sein drittes Shido war extrem hart, das hätte man nicht geben dürfen. Schon gar nicht, nachdem ihm ein paar Sekunden davor eine Waza-ari-Wertung gestrichen wurde“, bilanzierte ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch.

Einen Österreicher gab´s am Schlusstag dennoch in einem Finale: Kampfrichter Roland Poiger, der den 90-Kilo-Goldkampf zwischen Nemanja Majdov (SRB) und Olympiasieger Lasha Bekauri (GEO) souverän leitete. Nach 8:13 Minuten und 2:1 Shidos zugunsten des Georgiers gelang dem Serben ein Ipppn-Seoi Nage und die Überraschung. Die weiteren Titel gingen an Aserbaidschan (Zelym Kotsojew / bis 100 kg), Finnland (Martin Puumalainen / über 100 kg) bzw. Deutschland (Alina Böhm / bis 78 Kilo) und Frankreich (Dicko). Frankreich gewann die Medaillenwertung auch ohne Schwergewichts-Ikone Teddy Riner mit 5 Gold / 0 Silber / 4 Bronze überlegen vor Aserbaidschan (2/0/0) und Serbien (1/1/0). Deutschland, die Türkei, die Republik Moldau, Slowenien, Finnland und AIN (Judoka unter neutraler Flagge) stellten die weiteren Europameister von Montpellier 2023. In der Nationenwertung, in der auch 5. und 7. Plätze gewertet werden, kam Österreich unter den 46 teilnehmenden Ländern auf Rang 22.

Foto: Der Ausheber von Aaron FARA (weiß) in seinem ersten EM-Kampf am Sonntag. Es gab aber leider kein Happy-End - @Judo Austria/Oliver Sellner

Ähnliche Beiträge

  • Balsam auf Wunden

    Zuletzt waren Österreichs Judoka bei Grand Slam-Turnieren wenig erfolgreich. In Dushanbe hat es aber an diesem Wochenende geklappt. Mit Silber für Michaela Polleres (bis 70 Kilo) und Bernd Fasching (bis 81) sowie Bronze für Lubjana Piovesana (bis 63 Kilo) gab es erstmals seit zwei Jahren drei Medaillen auf diesem Turnier-Level. Das ist Balsam auf die…

  • Wettkampfwochenende

    Großkampf-Wochenende hieß es an den letzten beiden Tagen in Wien. In der Kurt-Kucera-Halle wurde am Samstag (21.01.) der gleichnamige Kurt-Kucera-Neulings-Cup ausgetragen, ebenso wie die Wiener Meisterschaft der Altersklassen U12 und U14. Am Sonntag (22.01.) wurden dann die Wiener Meister der Altersklassen U16, U18, U21 und AK ermittelt. Gleich vorweg: enttäuschend war die geringe Teilnahme an…

  • Vier Titel in Krems

    An diesem Wochenende fanden in Niederösterreich die Österr. Meisterschaften U16 und der U21 statt. Am Samstag (15.04.) kamen insgesamt 206 Jugendliche und am Sonntag (16.04.) 168 Junioren in das Sportzentrum Krems. Die Judoka aus Wien konnten in jeder dieser Altersklassen jeweils zwei Titel mit nach Hause nehmen. Und das sind die Titel- und Medaillengewinner*Innen aus…

  • Aus für „Sabsi“ – Samstag drei Wiener

    Ein schnelles Aus gab es für Sabrina Filzmoser (bis 57 kg/Bild) beim Grand Slam in Budapest. Samstag sind drei der sechs Wiener beim Restart der IJF-World Tour im Einsatz. „Sabsi“ musste sich gleich in der ersten Runde der Brasilianerin Jessica Perreira mit Waza-ari geschlagen geben. „Sie hat unsicher gewirkt, nicht attackiert. Im Kopf spielt sicher…

  • Russen wieder da

    Diese Entscheidung ist zumindest umstritten! Das Executive-Komitee der IJF hat vor dem Grand Slam in Abu Dhabi die Maßnahme aufgehoben, dass russische Judoka international nur unter der neutralen IJF-Flagge antreten dürfen. Und prompt führt Russland nach dem ersten Tag des vorletzten Turniers 2025 auf der World Tour die Medaillenwertung mit einer Gold- und einer Silbermedaille…

  • „Sabsi“ auf Rang 7 – Kathi, Kimran out

    Ex-Europameisterin Sabrina Filzmoser wurde am Gründonnerstag beim Grand Slam in Antalya mit einem Sieg und zwei Niederlagen Siebente in der Klasse bis 57 Kilo. Die 40-jährige Welserin gewann zwar zum Auftakt gegen Hasret Bozkurt (TUR) mit Waza-ari, musste sich dann aber der Chinesin Tongjuan Lu im Golden Score nach 14 Sekunden mit Waza-ari und in…