Riner-Comeback in Montreal

Der 10fache Judo-Weltmeister Teddy Riner – Comeback beim Grand Prix in Montreal – Foto: Oliver SELLNER

Judo-Weltstar Teddy Riner gibt am Sonntag nach eineinhalb Jahren sein Comeback auf der Matte. Der Franzose, zehnfacher Weltmeister im Schwergewicht und seit November 2017 auf internationalen Judomatten nicht mehr gesehen, startet beim Grand Prix von Kanada in Montreal und trifft dort in der ersten Runde auf den US-Amerikaner Ajax TADEHARA. Im Falle eines Sieges stünde der Sieger aus Vladut SIMIONESCU (Rum) gegen Kevin GAUTHIER (Kan) an. Nimmt er auch diese Hürde, würde im Semifinale wohl der tschechische Olympiasieger, Weltmeister (unter 100 Kilo) und Galaxy-Legionär Lukas KRPALEK warten.

„Ich bin froh, nach eineinhalb Jahren wieder bei einem Turnier zu kämpfen“, sagt der 30-jährige Franzose, der seit seinem ersten WM-Titel als 18-Jähriger 2007 in Rio de Janeiro nur zwei Kämpfe verloren hat. 2008 in Peking das olympische Semifinale gegen den Japaner Satoshi ISHII und 2010 in Tokio in der Offenen Klasse im WM-Finale dessen Landsmann Daiki KAMIKAWA. Riners letzter Sieg datiert vom 11. November 2017, als er in Marrakesch Gold bei der „WM der schweren Männer“ in einer Offenen Klasse eroberte. Seither srand er nicht mehr auf der Matte. „Jetzt will ich sehen, wo ich stehe. Und ich will mir die ersten Punkte für die Olympia-Qualifikation holen“, sagt der 2,05-Meter-Mann zu www.judoinside.com – zuletzt brodelte ja die Gerüchteküche um den bisher 140 Kilo schweren Top-Mann, der angeblich an Gewicht noch zugelegt hat. Er hat aufgehört, hieß es. Er sei weiterhin verletzt, hörte man … Mit dem Start in Montreal beendet er selbst alle Gerüchte. Und Riner braucht Erfolge, denn im aktuellen IJF-Ranking ist Teddy im Schwergewicht nur noch auf Rang 35 zu finden.

ÖsterreicherInnen sind beim Grand Prix in Montreal (249 Judoka aus 50 Ländern) nicht dabei. Eigentlich schade, denn für Olympia zählen jetzt die Punkte voll. Im Schwergewicht ist unser zweifacher EM-Dritter Stephan Hegyi Nr. 6 im Ranking, das heißt, 29 Plätze besser als Riner. Alle jagen den Franzosen. Schafft es einer, ihn endlich mal zu erwischen? Hegyi über Riner: „Er ist so stark. Aber irgendwann wird es einem von uns gelingen, Teddy zu schlagen.“ Vielleicht schon bei seinem Comeback in Montreal … ?

Alle Ergebnisse aus Montreal findet ihr hier.

Ähnliche Beiträge

  • Silber in Zagreb

    Am letzten Wochenende (11. und 12. März) fand in Kroatien in Zagreb der European Cup der Kadetten (U18) statt. Mit dabei auch ein großes österreichisches Aufgebot. Der ÖJV-Kader konnte bei den Frauen U18 insgesamt 3 Medaillen erringen, darunter auch Silber für Leonie Bayr (Vienna Samurai). Leonie ging in der Klasse bis 63 kg an den…

  • Heimsieg beim Heimturnier!

    Im Vorjahr war es die Salzburgerin Elena Dengg (ESV Sanjindo / bis 70 kg), heuer eine Oberösterreicherin – Heimsieg beim Heimturnier! Carina Klaus-Sternwieser (ASKÖ Reichraming) gewann beim Junioren-Europacup in Graz die Klasse bis 52 Kilo mit vier Siegen in vier Kämpfen souverän! Der Wimpassinger Niklas Weitzbauer belegte in der Klasse bis 90 Kilo den fünften…

  • Letzter „Movlikaner“

    Nachdem auch Laurin Böhler (LZ Hohenems) bis 100 Kilo seinen Auftaktkampf bei der Judo-WM in Budapest gegen Asienmeister Said Sadrudinov (BRN) im Golden Score verloren hatte, geht es am Donnerstag zum Abschluss der Einzelbewerbe für den Wiener Movli Borchashvilli um alles – der Galaxy-Judoka trifft in der Klasse über 100 Kilo auf Erik Abramov (GER)….

  • Wieder Silber für Movli

    Auch am zweiten Tag des European Open in Warschau wurde die österreichische Bundeshymne abgespielt – denn Laurin Böhler (LZ Hohenems/V) feierte bis 100 Kilo, wie vor zwei Wochen in Györ, den Klassensieg und holte sein zweites Gold in nur 14 Tagen. Und für den Wiener Movli Borchashvilli (M&R Galaxy Tigers), der sich nur im Finale…

  • Bronze für Hegyi

    Einen Tag nach Silber für Bernd Fasching (bis 81 Kilo/Galaxy Tigers) gab es Österreichs zweite Medaille beim Grand Prix in Zagreb – und wieder durch einen Wiener. Stephan Hegyi (SC Hakoah) holte in der Klasse über 100 Kilo mit einem Waza-ari-Sieg über Tieman Diaby (FRA) seine erste Bronzemedaille auf der World Tour seit über dreieinhalb…

  • Der neue Judostern

    Er ist Russe, erst 21 Jahre alt und schon Welt- und Europameister bis 81 Kilo – Timur Arbuzov ist der neue Stern am Judo-Himmel. Und hofft, dass sich die weltpolitische Situation bis 2028 so weit verbessert hat, dass er zu Olympia nach Los Angeles darf. Während die beiden ÖJV-Judoka am Dienstag mit Auftakt-Niederlagen ausschieden, holte…