Traum-Duo „zerrissen“

Viermal sind beide Judo-Weltmeister geworden, dreimal davon sogar am selben Tag, auch Olympia-Gold holten sie am 25. Juli 2021 gemeinsam – aber bei der WM heuer im Mai in Abu Dhabi wird das dem japanischen Geschwisterpaar Uta und Hifumi Abe sicher nicht gelingen. Denn durch den eben veröffentlichten WM-Zeitplan werden die beiden „zerrissen“ und kämpfen an verschiedenen Tagen um WM-Medaillen. Der Grand Slam an diesem Wochenende in Tiflis ist eines der letzten großen Turniere vor der Weltmeisterschaft – am Samstag leider ohne Erfolg für die Wienerin Magda Krssakova (JC Sirvan) – sie schied bis 63 Kilo in ihrem ersten Kampf aus …

Hifumi war schon 2017 in Budapest erstmals Weltmeister (bis 66 kg) geworden, ein Jahr später (in Baku) feierten er und seine Schwester Uta (bis 52 kg) als erstes Geschwisterpaar im Judo am selben Tag WM-Gold. Das sollte den beiden auch 2022 und 2023 gelingen, und auch bei den Olympischen Spielen in Tokio waren sie überhaupt die ersten Geschwister, die am selben Tag olympisches Gold holten. Das war deshalb möglich, weil die Gewichtsklassen der beiden am selben Tag stattfanden. 2019, daheim im Budokan von Tokio, gelang dieser Coup nicht, weil Hifumi nur Dritter wurde. Ob der Olympiasieger oder sein Landsmann Joshiro Maruyama („Mister Uchi Mata“) in Paris auf die olympische Tatami darf, ist noch nicht entschieden, wird sich aber wohl in Abu Dhabi weisen. Maruyama hatte 2019 Abe entthront, aber den Ausscheidungskampf um einen Olympia-Startplatz in Tokio 2021 gegen Abe nach einem 20 Minuten (!) dauernden, erbitterten Duell verloren. Abe holte dann den Olympiasieg.

Von derartigen Sphären kann man aus österreichischer Sicht – trotz der beiden Olympia-Medaillen in Tokio für Michaela Polleres (Silber bis 70 Kilo) und Shamil Borchashvili (Bronze bis 81 Kilo) – nur träumen. Die beiden sind beim derzeit laufenden Grand Slam-Turnier in Tiflis (GEO) nicht dabei. Auch nicht Lubjana Piovesana (LZ Hohenems), die in der Klasse bis 63 Kilo derzeit für Olympia qualifiziert ist und mit Krssakova eine Teamkollegin hat, die in dieser Klasse auch in den Status „qualifiziert“ kommen will. Allerdings unterlag Magda am Samstag nach einem Freilos der Niederländerin Joanne van Lieshuit (Grand Prix-Siegerin vor zwei Wochen in Linz) mit zwei Waza-ari und schied aus. Sonntag sind mit Thomas Scharfetter (ESV Sanjindo Bischofshofen / bis 90 kg) und Laurin Böhler (LZ Hohenems / bis 100 kg) noch zwei ÖJV-Athleten in der georgischen Hauptstadt dabei.

Der Samstag brachte Siege von Catherine Beauchemin-Pinard (CDN), der Weltranglisten-Ersten bis 63 Kilo, Ex-Weltmeisterin Barbara Matic (CRO) bis 70 Kilo bzw. Lokalmatador Lasha Shavdatuashvili (GEO) bis 73 kg und Timur Arbuzow (AIN) bis 81 Kilo. Nach zwei Grand-Slam-Tagen führt Gastgeber Georgien (2/0/0) die Medaillenwertung vor Kanada (1/1/1) und Kroatien (1/1/0) an. Je einen weiteren Klassensieg holten bisher Kasachstan und Spanien. Zwei sogar die „neutralen“ Russen, die aber offiziell nicht in einer Medaillen- oder Nationenwertung aufscheinen.

Noch einmal zur WM in Abu Dhabi: Die Einzelbewerbe finden von 19. bis 23. Mai und der Mixed-Bewerb am 24. Mai statt. Die Gewichtsklassen wurden nun wie folgt terminisiert: Sonntag, 19. Mai: Frauen bis 48 und 52 kg, Männer bis 60 kg; Montag, 20. Mai: Frauen bis 57 kg, Männer bis 66 und 73 kg; Dienstag, 21. Mai: Frauen bis 63 kg, Männer bis 81 kg; Mittwoch, 22. Mai: Frauen bis 70 und bis 78 kg, Männer bis 90 kg; Donnerstag, 23. Mai: Frauen über 78 kg, Männer bis und über 100 Kilo.

Foto: Hifumi und Uta ABE, das "goldene Geschwisterpaar" aus Japan - bei der WM im Mai sind sie "zerrissen" - @IJF

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