Stephan Hegyis Kampf um den ersten Kampf

Heute vor 22 Jahren, am 25. Juli 1998, erblickte Stephan Hegyi das Licht dieser Welt, jetzt würde der Wiener Judoka aber schon gerne seinen nächsten Gegner erblicken können – aber da muss das Geburtstagskind noch warten. „Die Unsicherheit, wann und wie es weitergeht, ist unangenehm. Ich hoffe, dass wir im Herbst wieder das eine oder andere Turnier bestreiten können“, meint der Schwergewichtler, der für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio per heutigem Stand schon qualifiziert wäre.

In der abgelaufenen Woche fand in Mittersill schon das dritte interne Trainingslager, das zweite mit der Möglichkeit des Randori-Trainings, statt. Anfang August soll das nächste in Salzburg folgen, in der zweiten August-Hälfte dann das erste internationale in Ungarn. „Gerade für mich als Schwergewichtler ist es wichtig, gute Trainingspartner zu haben. Da ist natürlich ein internationales Camp von Vorteil“, sagt der zweifache EM-Dritte, der wie viele andere hofft, dass es heuer wenigstens noch die EM von 8. bis 10. November in Prag geben wird. „Wahrscheinlich werden sie das traditionelle Grand Prix-Turnier im September in Zagreb austragen, aber nicht als ein Turnier mit Olympia-Qualifikationspunkten“, glaubt Hegyi. Also ähnlich, wie man es mit Tennis-Einladungsturnieren oder Leichtathletik-Bewerben schon gemacht hat. Dennoch: den auch für Hegyi seit Jahren gewohnten Reise- und Wettkampf-Zyklus wird es auch diesen Herbst nicht geben. Dabei brennt der Wiener schon auf seinen ersten Kampf – der wird am 27. August im ORF-Studio am Wiener Küniglberg stattfinden, wenn Österreich in einem Länderkampf gegen Deutschland antritt. Der Kampf um den ersten Kampf in oder nach der Corona-Krise.

Hakoah-Judoka Hegyi ist ja, ebenso wie bei den Frauen Magda Krssakova (bis 63 Kilo), nach derzeitigem Stand für Olympia qualifiziert. Der Weg bis Tokio ist aber nicht nur ein real langer, sondern auch in der sportlichen Vorbereitung ein noch ungewisser. Was der frischgebackene 22-Jährige aber auch in Corona-Zeiten positiv und wichtig findet: „Dass wir als Leistungssportler weiter vom Bundesheer und von der Sporthilfe unterstützt werden.“ Hegyi hat seinen Geburtstag nicht überschwänglich gefeiert. „Mit der Familie, ganz ruhig – und nur mit Mineralwasser.“ Na dann, Prost und Alles Gute zum Geburtstag!

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