So leben Wiens Judoka mit dem Corona-Virus

Keine World Tour bis Ende April, die EM auf Juni verschoben, die erste Bundesliga-Runde in Österreich abgesagt – der Corona-Virus hält uns alle in Atem. Wie leben Wiens Judoka damit? Wir haben unsere beiden Asse, Magda Krssakova und Stephan Hegyi (Bild: Langer) dazu befragt.

Ein Umstand rund um das Problem mit dem COVID-19-Virus kommt den besten Wiener Judoka sogar nicht ungelegen. „Wir reisen eh das ganze Jahr sehr viel, daher tut eine gewisse Zeit einmal zuhause gut“, sind sowohl Magda als auch Stephan einer Meinung. Während es für Stephan im Moment überhaupt kein Judotraining gibt („ich mache hauptsächlich Krafttraining. Mein Papa muss mich immer zum Training und wieder heim führen, weil ich noch keinen Führerschein habe“), hat Magda Zugang zu einem Dojo und kann mit ihrem Trainer Amjad Karimyan Judo machen. Den Kader-Judoka ist es auch erlaubt, untereinander Traininslager abzuhalten wie zuletzt in Linz. Die Südstadt hingegen ist derzeit geschlossen.

Spannend wird´s bei einer anderen Frage: Was, wenn wie z.B. beim Ski-Weltcup – da wurden die letzten Rennen abgesagt und die zu diesem Zeitpunkt in der Wertung führenden Athleten zu Weltcup-Gesamtsiegern gekürt – bis Olympia (falls die Spiele plangemäß stattfinden) keine Events mehr zur Qualifikation stattfinden und die derzeit gültige Rangliste herangezogen wird? Hegyi hätte damit kein Problem („ich bin fix qualifiziert. Es wäre nur für die anderen, wie für Laurin Böhler oder Shamil Borchashvili schade, die sich noch für Tokio qualifizieren könnten und diese Turniere brauchen“), Krssakova hingegen schon. Ihre Rivalin Kathrin Unterwurzacher liegt im Ranking der 63-Kilo-Klasse vor ihr, nur eine der beiden darf nach Tokio. Magda: „Es ist noch nicht gesagt, wer dann nominiert wird. ich sehe meine Chance, auch wenn ich im Ranking knapp hinter Kathrin bin.“ Immerhin hat die IJF die Olympia-Qualifikation um einen Monat bis Ende Juni verlängert, fallen somit der Grand Slam in Budapest (12. bis 14. Juni) und der Grand Prix in Hohhot (geplant für 26. bis 28. Juni) ebenso hinein wie die auf 19. bis 21. Juni verschonene EM in Prag.

Und wie lebt sich´s sonst noch im Zeitalter des Corona-Virus? „Ich bleib jetzt mal zwei Monate daheim“, sagt Hegyi, der sonst jede Chance nützt, in Japan zu trainieren. In Wien hat er ja seinen Vater Marcus – der Papa wird´s schon richten … Und Magda, die zuletzt beim Kader in Linz wegen einer Magen-Darm-Infektion nicht dabei war? „Es st gut, wenn man jetzt körperlich und geistig etwas runterkommen kann. Ich hoffe, dass diese ganze Angelegenheit und die Maßnahmen gegen den Virus nur vorübergehend sind.“ Also kein (sportlicher) Stress für Krssakova im Moment. Der kommt sowieso noch – egal, ob sich der Virus in unseren Breiten länger einnistet oder es schnell wieder um einen Platz für die Teilnahme an den Olympischen Spielen gehen wird …

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