Sayonara – Teil 7

Stephan Hegyi mit seinem persönlichen Trainer Axel Eggenfellner und Ronald Gelbard (rechts), den Geschäftsführer von Hegyis Judoclub SC Hakoah. – Foto: Thomas Neumann

Spätestens, wenn Olympische Spiele vor der Tür stehen, geraten auch Judoka mehr und mehr in den Blickpunkt der Medien. Der Rummel könnte schon bei der WM in Tokio spürbar sein. Heute, Mittwoch, gab´s einen Medientermin mit Stephan Hegyi. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was auf ihn zukommen kann.

DER MEDIALE RUMMEL – Judo gilt als so genannte „Randsportart“. Weil man mit Judo nicht jene Quoten erreichen kann wie mit einer Live-Übertraguing vom Hahnenkammrennen, Formel-1-Grand Prix, Tennis-Finale Paris mit Dominic Thiem oder mit einem Fußball-WM-Finale. Zwar sehen es Judoka meistens anders, zwar trainieren Judoka genausoviel wie die Protagonisten oben erwähnter Ereignisse (oder sogar manchmal mehr) – aber es ist einfach so. Alle vier Jahre sind auch die Damen und Herren im weißen oder blauen Judogi gefragt. Das hat auch so seine Gründe – weil Österreichs Judoka fast immer, zumindest in den letzten Dekaden, Olympia-Hoffnungen waren.

1992 etwa wurde der Wiener Norbert Heimberger in Paris Europameister, drei Monate später schied er in Barcelona unplatziert aus. 1995 war Patrick Reiter in Birmingham zu EM-Gold und in Tokio (Makuhari) zu WM-Bronze gestürmt, doch ein Jahr später in Atlanta versagte der Bischofshofener. 2004, auch im Olympiajahr, wurde Ludwig Paischer erstmals Europameister, doch in Athen holte nicht „Lupo“ die Medaille, sondern die unvergessene Claudia Heill mit Silber. 2008 in Lissabon holten sowohl Paischer als auch Sabrina Filzmoser EM-Gold, doch in Peking hielt nur Paischer mit Silber, was er versprach. „Sabsi“ hingegen schied aus, weinte bitterlich und war untröstlich. Aber die Welserin war vier Jahre später wieder eine Hoffnung, hatte sie doch 2011 in Istanbul ihren zweiten EM-Titel geholt. Doch es klappte wieder nicht.

Der Medienrummel rund um die ÖJV-Athleten war aber bei all diesen Spielen groß. Er wird es auch 2020 in Tokio sein. Schon nächste Woche wird man einen Hauch davon spüren. Immerhin hat sich für Mittwoch und Samstag eine ÖOC-Delegation mit 14 Journalisten und ÖOC-Präsident Karl Stoss im Budokan angesagt. Wohl nicht nur, um dieses historische Bauwerk zu sehen, sondern auch Erfolge der heimischen Judoka beklatschen zu können. Der Druck wird also schon jetzt, bei der WM 2019, ein höherer sein als sonst.

Während der ÖJV der Meinung war, vor der WM sei kein Medientermin mehr nötig, haben wir heute, Mittwoch, in Wien zu einem Pressefrühstück in der Kurkonditorei Oberlaa am Zentralfriedhof eingeladen. Nachdem der ORF schon am Wochenende einen TV-Beitrag gemacht hatte und Judo bei Radio Wien im „Sportmagazin“ thematisiert wurde, kamen heute Vertreter der APA, Krone, Österreich und Standard zum Termin „Stephan Hegyi – on the road to Tokyo“. Eine gute Schule für den 21-Jährigen, wie er mit Medien umgehen kann, soll und sicher auch muss. Unser Schwergewichtler schien nervöser gewesen zu sein als bei seinen Kämpfen auf internationalen Matten. Aber er meisterte eine Aufgabe, die auf ihn, seinen Trainer Axel Eggenfellner und vielleicht noch andere schon bei dieser WM zukommen könnte. Auch Johannes „Jo“ Pacher hatte etwas zu erzählen, immerhin hat sich der Blondschopf heuer als erster österreichischer Universiade-Sieger im Judo in die Geschichtsbücher eingetragen. Zum Kampf auf der Matte gehören noch andere Dinge – nicht zuletzt der nicht zu unterschätzende Umgang mit dem Medienrummel …

Sayonara – euer Joe Langer

MORGEN: Aufbruch nach Japan

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