Russen wieder da

Diese Entscheidung ist zumindest umstritten! Das Executive-Komitee der IJF hat vor dem Grand Slam in Abu Dhabi die Maßnahme aufgehoben, dass russische Judoka international nur unter der neutralen IJF-Flagge antreten dürfen. Und prompt führt Russland nach dem ersten Tag des vorletzten Turniers 2025 auf der World Tour die Medaillenwertung mit einer Gold- und einer Silbermedaille an. Österreichs Team schrumpfte von acht auf nur vier Athleten.

„Sport ist die letzte Brücke, die Menschen und Nationen auch in sehr schwierigen Konfliktsituationen und Umgebungen vereint. Athleten tragen keine Verantwortung für die Entscheidungen von Regierungen oder anderen nationalen Institutionen“, hieß es in einer auf der Webseite der IJF veröffentlichten Erklärung. „Die Entscheidung, die vollständige nationale Vertretung wiederherzustellen, spiegelt das Vertrauen der IJF in ihre ethischen Schutzmaßnahmen sowie in die Stärke und Integrität des Sports wider.“

In der Erklärung wurde hinzugefügt, dass es, da die IJF ähnliche Sanktionen im Mai gegen Belarus aufgehoben hatte, „angemessen sei, russischen Athleten die Teilnahme unter gleichen Bedingungen zu ermöglichen“. Seit Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 hatte die IJF russische Judoka nur unter der IJF-Flagge zugelassen, zudem hat man damals Präsident Wladimir Putin die Ehrenmitgliedschaft bei der IJF entzogen.

So kam es, dass durch den dritten Grand-Slam-Sieg von Ayub Bliev (bis 60 Kilo) gleich am ersten Tag erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder die russische Hymne bei einem Judo-Turnier erklang, zudem holte Murad Chopanov (bis 66 kg) Silber. Das bedeutet in der Medaillenwertung nach Tag eins die russische Führung vor Spanien (1/0/2) sowie Frankreich, Korea und Deutschland (je einmal Gold).

ÖJV-Team dezimiert

Österreichs Team hätte beim Saisonabschluss (der Grand Slam in Tokio im Dezember wird nicht beschickt) mit acht Judoka antreten sollen, jetzt sind es nur noch vier. Nach Elena Dengg (bis 70 kg / Sanjindo Bischofshofen) und dem Wiener Stephan Hegyi (über 100 kg / SC Hakoah) fallen nun auch Samuel Gaßner (bis 73 kg / UJZ Mühlviertel) und Bernd Fasching (bis 81 kg / Galaxy Tigers) verletzt aus. So bleiben am Samstag Lubjana Piovesana (bis 63 kg / LZ Hohenems) und Magamed Borchashvilli (bis 81 kg / Galaxy) sowie am Sonntag Thomas Scharfetter (bis 90 kg / Sanjindo) und Movli Borchashvilli (über 100 kg / Galaxy) übrig. Insgesamt nehmen an diesem Grand Slam in den Emiraten 373 Judoka aus 52 Ländern teil.

Alle Ergebnisse aus Abu Dhabi findet ihr hier.

Foto: Ayub BLIEV (weißer Judogi) holte in Abu Dhabi den dritten Grand-Slam-Sieg, und das wieder für Russland - @IJF

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