Kampf um Paris-Ticket

Vier plus eins, aber auch minus eins – so könnte man die rot-weiß-rote Lage im Kampf um ein Ticket für die Olympischen Spiele in Paris beschreiben. Vier Asse sind eine Woche vor der WM in Abu Dhabi fix qualifiziert, ein Europa-Quotenplatz wird dazukommen, aber einer muss leider daheim bleiben. Weil in der Klasse bis 81 Kilo mit Shamil und Wachid Borchashvili zwei dabei wären, aber nur einer pro Land und Kategorie auf die olympische Tatami darf. Kleine Chancen rechnet sich auch noch Katharina Tanzer bis 48 Kilo aus – die Steirerin scheiterte am Wochenende beim Grand Slam in Astana (KAZ) in der zweiten Runde.

Nur zweimal in den letzten 50 Jahren (2000 in Sydney und 2016 in Rio) war kein Wiener Judoka beim größten Event, den man im Sport erreichen kann, dabei. 2024 wird es das dritte Mal sein, denn Schwergewichtler Stephan Hegyi (SC Hakoah) ist nach seiner Verletzungspause auf dem langen Weg zurück, und Magdalena Krssakova (JC Sirvan) musste sich bis 63 Kilo ihrer internen „Rivalin“ Lubjana Piovesana beugen. Die nach Vorarlberg gezogene Ex-Britin, sowie die Olympia-Zweite von Tokio 2021, Michaela Polleres (JC Wimpassing / bis 70 Kilo) sind im Ranking ebenso „qualified“ wie die Borchashvili-Brothers. Dazu kommt wahrscheinlich mit Aaron Fara (bis 100 Kilo) ein weiterer Wimpassinger über die europäische Kontinental-Quote dazu. Um die Chance, diesen Quotenplatz dem Niederösterreicher noch streitig zu machen, kämpft die Leibnitzerin Tanzer noch. Sie gewann als einzige ÖJV-Starterin beim Grand Slam in Astana bis 48 Kilo zwar ihren ersten Kampf, doch dann war gegen die Französin Shirine Boukli, Europameisterin 2023 und Vize-Weltmeisterin, Endstation. Jetzt muss für Kathi eine Top-WM (ab 19. Mai) her!

Mit zweimal Gold am Schlusstag durch Aaron Wolf (bis 100 kg) und Tatsuru Saito (über 100 kg) holte sich Japan (2/0/4) noch den Sieg in der Medaillenwertung von Astana vor Italien (1/1/2 – Sieg für Manuel Lombardo bis 73 kg), China (1/1/1) und Kroatien (1/1/0). Aber dreimal Gold holten die „neutralen Russen“, die aber nicht in die offizielle Wertung kommen. Insgesamt nahmen 450 Judoka aus 84 Ländern am letzten Turnier vor der WM in Abu Dhabi teil.

Foto: Katharina TANZER bei ihrem Erstrundensieg in Astana - sie hofft noch auf Paris - @IJF / Gabriel Juan

Ähnliche Beiträge

  • Kadetten-EM: Safer out

    Nur wenige Tage nach dem Ende der „EM der Großen“ geht es schon wieder um Europatitel – bei den Kadetten in Warschau. Zum Auftakt besiegte der Wiener Adam Safer in der Klasse bis 60 kg nach einem Freilos den Griechen Mikis TONTINIDIS durch Ippon nach 1:44 Minuten, nachdem er seinen Gegner schon zuvor Waza-ari geworfen…

  • |

    Auswärts-Macht

    Nach dem 8:7 bei ASKÖ Combat Center (kämpft Samstag ab 18 Uhr in der Wiener Kucera-Halle gegen Serienmeister Galaxy) feierte die Kampfgemeinschaft JBLV Samurai/Stadlau in der dritten Runde der 1. Männer-Bundesliga ihren bereits zweiten Sieg – wieder auf fremden Tatami. Die Wiener gewannen bei Union Burgkirchen/Schwand knapp mit 8:6. Zwei Auswärts-Siege – so sind die…

  • EM-Medaille ist Lauras Ziel

    Im Vorjahr war sie Fünfte, heuer soll es mit Edelmetall klappen – Laura Kallinger (Judoring / bis 57 kg) ist aus Wiener Sicht die große Hoffnung bei der Unter-23-EM ab Freitag in Pila, und eine Medaille ist auch das Ziel der 22-jährigen Wienerin. Acht rot-weiß-rote Judoka sind in Polen dabei, mit Magamed Borchashvilli (Allianz Kukla…

  • 5 Titel – Wien bleibt Nr. 1

    Wien hat seine Vormachtstellung im österreichischen Judo bei der Staatsmeisterschaft in Kufstein bestätigt. Fünf der 14 Gewichtsklassen gingen an Judoka aus der Bundeshauptstadt, auch in der Vereinswertung war Volksbank Galaxy Tigers mit drei Meistertiteln voran. Da die Nationalteam-Judoka derzeit in Asien weilen, war diese Meisterschaft eine Chance für die Jungen – etliche von ihnen wurden…

  • Hegyi-Comeback mit Gold

    Er ist wieder da! Stephan Hegyi (SC Hakoah) feierte bei der Staatsmeisterschaft in Feldkirchen (K) ein perfektes Comeback. Der dreifache EM-Medaillengewinner, der fast zwei Jahre (exakt 622 Tage) verletzungsbedingt pausieren musste, besiegte im Finale der Klasse über 100 Kilo Movli Borchashvilli (Allianz Kukla Galaxy Tigers), der in den letzten drei Jahren Staatsmeister wurde, mit Ippon…

  • Magda hinter Kathrin Zweite

    Die Wienerin Magda Krssakova (JC Sirvan) eroberte bei den Oceania Open in Perth am Sonntag die Silbermedaille. Sie musste sich nur im Finale ihrer Tiroler Landsfrau und Gegnerin um ein Olympia-Ticket in der Klasse bis 63 Kilo, Kathrin Unterwurzacher, geschlagen geben. Bei der Unter-23-EM in Russland schied Olivia Taroncher leider aus. Krssakova besiegte nach einem…