Im neuen „Gwandl“ nach Oberwart

Kleider machen Leute, sagt man. Auch im Judo. Und so werden sich Österreichs Judoka Samstag und Sonntag beim European Open in Oberwart, zumindest abseits der Matte, in einem neuen Outfit präsentieren. Die Sportartikelfirma „erima“ ist neuer Ausrüster für „Judo Austria“, für die Judogis ist weiter „IpponGear“ Ausstatter. Insgesamt 28 ÖJV-Judoka kämpfen am Wochenende in Oberwart, unter ihnen der zweifache EM-Dritte aus Wien, Stephan Hegyi.

Irgendwie sind die Oberwarter Brüder Roland (als OK-Chef) und Martin Poiger (als ÖJV-Präsident) in einer Zwickmühle. Einerseits sollte man Hegyi und Co., die letztes Wochenende beim Grand Slam in Paris kämpften und schon nächste Woche beim nächsten Kracher in Düsseldorf auf die Matte steigen sollen, nicht drei Turniere innerhalb von 14 Tagen zumuten, andererseits braucht man die nationalen Zugpferde, um auch medial in Erscheinung zu treten. Der ÖJV-Chef, Martin eben, meinte am Donnerstag in einer Pressekonferenz beim neuen Ausrüster „erima“, dessen Motto „Gemeinsam gewinnen“ lautet: „Der Sieg von Lukas Reiter vor zwei Jahren hat ihm selbst viel gegeben, aber uns auch. Weil ein Sieg beim Heimturnier wichtig ist. Jetzt muss man aber hinterfragen, ob ein European Open in Österreich mit einem Budget von rund 200.000 Euro noch Sinn macht oder nicht.“ Deshalb, so sieht´s aus, wird 2020 nach einem Jahrzehnt Oberwart wohl zum letzten Mal Schauplatz des Heimturniers sein. Und Poiger lässt offen, ob der ÖJV weiterhin ein European Open organisiert.

„Gerade im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation gilt unser Augenmerk den großen Turnieren“, sagt dazu ÖJV-Sportdirektor Markus Moser, der im Hinblick auf Düsseldorf und weitere wichtige Turniere in Oberwart nichts riskieren will. „Wenn einer unserer Olympia.Kandidaten die kleinste Blessur hat, werden wir ihn in Oberwart nicht auf die Matte lassen.“ Der junge, tüchtige Sportchef im Verband zog bei der Pressekonferenz ein zufriedenes Resümee der bisherigen Olympia-Qualifikation. „Momentan sind sieben unserer Athleten qualifiziert, davon mit Hegyi und Magda Krssakova auch zwei Wiener Judoka. Ende Mai wird abgerechnet, dann endet mit dem Masters in Doha die Olympia-Qualifikation.“

In Oberwart steigen über 300 Judoka aus mehr als 40 Nationen, darunter Brasilien und Japan, auf die Matte. Das ÖJV-Aufgebot umfasst 28 Judoka, darunter zehn aus Wien. Neben Hegyi und dem in Paris bis in Runde 3 aufgestiegenen Vorarlberger Laurin Böhler (bis 100 kg) darf man auch auf den U21-EM-Dritten Mathias Szizsek (bis 73 kg) gespannt sein, der bei seinem World Tour-Debüt im Jänner beim Grand Prix in Tel Aviv in die dritte Runde gekommen war.

Wiener Judoka in Oberwart – bis 66 kg: Marvin PUM, bis 73 kg: Mathias CZIZSEK, bis 81 kg: Adam BORCHASHVILI und Andreas WAGNER, bis 90 kg: Johannes PACHER, Marko BUBANJA und Aslan PAPOYAN (alle Volksbank Galaxy Tigers), bis 100 kg: Niko HERZOG und Moritz MOSER (beide WAT Stadlau), über 100 kg: Stephan HEGYI (SC Hakoah).

Die Damen sind gleichzeitig zu den Herren in Oberwart in Bratislava im Einsatz. Aus Wien gibt es nur eine Starterin: Asimina Theodorakis (WAT Stadlau) kämpft in der Klasse bis 57 Kilo.

Bild oben: Präsentation des neuen ÖJV-Ausrüsters, von links: ÖJV-Präsident Martin POIGER, erima-Geschäftsführer Willy GRIMS, Magda KRSSAKOVA, Stephan HEGYI und ÖJV-Sportdirektor Markus MOSER. – Foto: Langer

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