Hammerlos bei EM

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 Kilo) werden bei der EM ab Donnerstag in Tiflis drei Wiener Judoka auf die Tatami steigen – doch alle drei zogen ein Hammerlos. Vor allem Magamed Borchashvilli (Galaxy / bis 81 Kilo), der in der ersten Runde auf den dreifachen Weltmeister und georgischen Lokalmatador Tato Grigalashvili treffen wird. Da kann Magamed nur gewinnen!

Die Auslosung bescherte den Wienern in Tiflis kein Glück. Magameds Gegner Grigalashvili ist der erste Georgier, der sich dreifacher Judo-Weltmeister nennen darf. Der 26-Jährige stand in den letzten fünf Jahren IMMER im WM-Finale – zweimal (2021 und 2025, jeweils in Budapest) verlor er es, aber dreimal in Serie (2022 bis 2024) gewann er es. Und löste damit in seinem Land einen wahren Boom aus. Grigalashvili war auch Olympia-Zweiter 2024 in Paris und dreimal Europameister. Ein Star auf der Matte!

Einen durchaus unangenehmen Gegner erwischte Magameds Klubkollege Bernd Fasching in der selben Kategorie. Der Wiener trifft am Freitag auf den Moldauer Victor Sterpu, der vor sechs Jahren (allerdings eine Klasse tiefer) Europameister geworden war. Und Movli Borchashvilli (Galaxy / über 100 Kilo) bekäme es bei einem Sieg über Marek Andre Masak (EST) in Runde zwei mit Ibrahim Tataroglu (TUR) zu tun. Der 19-Jährige hatte im März mit dem Grand Prix-Sieg in Linz die erste Goldene auf der IJF World Tour gewonnen.

Am Donnerstag, dem ersten EM-Tag, ist Österreichs Team noch Zuschauer. Dann aber sollen nach einem Jahr ohne EM- und WM-Platzierung, Erfolge her. „Unser Anspruch ist eine Medaille“, betont Judo-Austria-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch. „Man kann richtig spüren, dass jetzt alles wieder ernster wird. Die Zeit des Durchatmens ist vorbei – die Olympia-Qualifikation steht vor der Tür. In Tiflis wollen wir zeigen, dass wir gut gearbeitet haben und bereit sind.“ Zusatz: Auch wenn es erst wirklich ernst bei der WM im Oktober wird …

Foto: Tato GRIGALASHVILI (blau), im WM-Finale 2025 gegen den Russen Timur ARBUZOV - @IJF / Tamara Kulumbegashvili

Ähnliche Beiträge

  • Springer auf Rang sieben

    Am ersten Tag des Upper Austria Grand Prix in Linz gab es zwei siebente Plätze für Österreich durch Verena Hiden (SU Noricum Leibnitz / bis 57 Kilo) und Jacqueline Springer (Vienna Samurai / bis 48 Kilo). Die Wienerin musste sich nach zwei Vorrunden-Siegen im Viertelfinale der zweifachen WM-Dritten und späteren Siegerin Abiba Abuzhakynova (KAZ) durch…

  • Habt Acht! Achtmal Podest bei Militär-WM

    Österreichs Bundesheer kann auf seine Judoka stolz sein! Nachdem es bei der Militär-WM in Bretigny-sur-Orge, etwa 30 km südlich von Pars, schon in den Einzelbewerben zweimal Gold durch Michaela Polleres (bis 70 kg) und Lukas Reiter (73 kg/beide Wimpassing), einmal Silber durch die Wienerin Magdalena Krssakova (63 kg/JC Sirvan) und dreimal Bronze – durch Jacqueline…

  • Vardges holt Bronze

    Schöner Erfolg für den Wiener Vardges Ghazaryan (SU Karuna) beim Junioren-Europacup in Teplice (CZE) – er holte in der Klasse über 90 Kilo Bronze und damit seine erste Medaille auf diesem Turnier-Level. Im Kampf um den dritten Platz bezwang Ghazaryan den Georgier Giorgi Karchaidze mit Ippon für einen sehenswerten Ura Nage. Sein Gegner hatte zuvor…

  • Kathi Tanzer bei European Open Fünfte

    Schöner Erfolg für Katharina Tanzer beim European Open in Sofia. Die Judokämpferin von cafe+co Samurai belegte in der Klasse bis 48 Kilogramm den 5. Platz. Tanzer besiegte in ihrem Auftaktkampf die bulgarische Lokalmatadorin Gabriela Dimitrova mit Ippon. Anschließend kämpfte sie sich mit einem vorzeitigen Erfolg gegen die Britin Kelly Staddon und einem Golden-Score-Sieg gegen Gulkader…

  • Hoffen auf den Sonntag

    Keine Medaille gab es für Wiener Judoka am ersten Turniertag bei zwei internationalen Ereignissen – bei den European Open in Rom war Edelmetall auch gar nicht möglich, weil Jacqueline Springer (bis 48 kg / Vienna Samurai) und Stephan Hegyi (über 100 kg / SC Hakoah) erst morgen im Einsatz sind, auch beim Kadetten-Europacup der Unter-18-Jährigen…

  • Die verflixte Sieben

    Schade! Der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) schied beim Grand Slam-Turnier in Tiflis in seinem Auftaktkampf der Klasse über 100 Kilo mit einer neuerlichen Niederlage gegen Yakiv Khammo aus. Es war im siebenten Duell der beiden der siebente Sieg des Ukrainers. Auch Maria Höllwart (ESV Sanjindo / über 78 kg) verlor ihren Auftaktkampf. Damit blieb…