Großes Wiedersehen

Sie waren bei Welt- und Europameisterschaften erfolgreich, waren Staatsmeisterinnen, Siegerinnen bei internationalen Turnieren und bildeten das Gerippe des einstigen „Damenjudo-Wunders“ – jetzt haben sich zehn der damaligen Stars zu einer Zusammenkunft im schicken Hotel Schicklberg bei Kremsmünster verabredet. Und fast wie eine Ironie des Schicksals wurde das von langer Hand vorbereitete Wiedersehen zu einem „Ernst Raser-Gedenktreffen“. Schade, dass der damalige Nationaltrainer dieses Wochenende nicht mehr miterleben durfte …

Leider fehlten mit den beiden Ediths – Edith Kloibhofer (geborene Hrovat) und Dr. Edith Simon – zwei von drei Damen, die Ende November 1980 im New Yorker Madison Square Garden für drei von sieben möglichen Goldmedaillen bei der ersten Damenjudo-Weltmeisterschaft sorgten. Aber Dr. Gerda Winklbauer war da – sie gewann vor bald 45 Jahren den WM-Titel bis 56 Kilo, dazu fünfmal EM-Gold, und, und, und. Europameisterin (1982 bei einer EM in Oslo mit viermal Gold für Österreich) wurde auch die Mühlviertlerin Herta Reiter, die ihre Vereinskolleginnen Elisabeth „Lisi“ Lindorfer und Andrea Loizenbauer (früher Peinbauer) mitbrachte. Gerdas Klubkolleginnen Barbara Tanzer (geborene Kilian) und Dr. Almuth Leitgeb (heute gefragte Anästhesistin im Krankenhaus Eisenstadt) waren ebenso nach Oberösterreich gekommen wie die Salzburger „Front“ mit Karin Posch (WM-Dritte 1982), Marianne Reiterer (geborene Moser) und Gerti Kobler (früher Kranzl), die diese Idee in die Tat umsetzte und das Treffen vorbildlich organisierte. Und nicht zu vergessen Roswitha Hartl-Bousche, die mit ihrem Fritz und ihrer „Quetsch´n“ kam. Ihr musikalisches Talent bewies Rosi dann am Abend – am nächsten Vormittag versuchten sich auch noch (fast) alle beim Kegeln. Es wurde kein einziges „Kranzl“ geschoben. Einhelliger Tenor danach: „Im Judo war ma besser!“ Aber Spaß hat es allen genauso viel gemacht wie damals der Judosport auf der Matte …

Die Zeit wurde fast zu knapp. So viele Geschichten hatte man sich gegenseitig zu erzählen. Johannes Wicke, der einst auch unter Raser trainierte, machte die Fotos und schenkte allen ein selbstgemachtes Origami. Spätestens in zwei Jahren wird er sich etwas Neues überlegen oder sich wieder mit der japanischen Kunst des Papierfaltens beschäftigen müssen. Denn alle verabschiedeten sich mit dem einhelligen Wunsch: „So ein Treffen machen wir wieder – spätestens in zwei Jahren!“

Foto oben: Die schicke Gruppe beim Treffen im Hotel Schicklberg (von links nach rechts): Marianne REITERER, Dr. Almuth LEITGEB, Herta REITER, Joe LANGER, Dr. Gerda WINKLBAUER, Roswitha HARTL-BOUSCHE und ihr Fritz, "Lisi" LINDORFER, Karin POSCH, Barbara TANZER, Andrea LOIZENBAUER, Gertrude KOBLER, Johannes WICKE - @privat zVg - Foto unten: Rosi und Fritz beim Musizieren - @privat zVg

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