Das große Ziel „Final Four“ wurde zwar verfehlt, aber das realistische erreicht. „Ein Experiment, das man durchaus als gelungen bezeichnen kann“, bilanziert Benedikt Safer, Coach des Wiener Judo-Bundesliga-Vereins (JBLV) Samurai/Stadlau nach dem Ende des Grunddurchgangs. Die Wiener Männer feierten zum Abschluss noch einen 12:2-Kantersieg gegen Absteiger Pinzgau und sind in der Endtabelle Sechster. Beim Final Four am 21. November in Gmunden sind – aus Wiener Sicht – daher nur die Frauen von Vienna Samurai dabei.
Eigentlich ist der Benny ein Judoka wie viele andere, ist im Medien-Team von Judo Austria, war auch schon Öffentlichkeits-Referent im Wiener Verband – aber das Coachen hat den bald 28-Jährigen in den Bann gezogen. „Mir taugt das, vor allem mit dieser Truppe. Wir sind ein Super-Team“, sagt Benedikt, dessen vier Jahre jüngerer Bruder Adam Safer beim letzten Bundesliga-Kampf einmal mehr sein Talent zeigte. Der noch 24-jährige Stadlauer bezwang bis 66 Kilo die Pinzgauer Manuel Grünwald und Juraj Odkladal jeweils mit wunderschönen Ippon-Würfen.
„Wir setzen auf Eigenbau und Gastkämpfer aus Österreich“, sagt Coach Benny. So glänzte, auch wenn er im zweiten Durchgang seinen Kampf verlor, der erst 17-jährige Oskar Salvi bis 73 Kilo. Er ipponisierte den Pinzgau-Legionär Odkladal sehenswert, ist eines der besagten Eigenbau-Talente, die die Stärke der Wiener Kampfgemeinschaft sind. Dazu zählt auch Yann Ornik, der leichtgewichtige Gastkämpfer von SU Karuna Wien. Dessen Klubchef Henrik Schwam weiß: „Wir haben im Verein zwar Talente, aber nicht genug, um selbst eine Liga-Mannschaft zu stellen. So ist es einfach ideal. Und unsere Judoka bekommen wichtiger Wettkampf-Erfahrung.“
Mit den Jungen sowie Routiniers wie Moritz Moser und Niko Herzog, aber auch Hermann Tschilikin landete Samurai/Stadlau auf dem sechsten Endplatz. „Und hätten wir den Heimkampf gegen Sanjindo Bischofshofen in der zweiten Runde nicht so knapp und unnötig 6:8 verloren, wäre sich vielleicht sogar ein Platz im Final Four ausgegangen“, behauptet Coach Safer – der übrigens am 21. November in Gmunden dabei sein wird. Nicht als Coach seiner Bundesliga-Truppe, sondern als Berichterstatter für Judo Austria. Am Mattenrand sehen wir Benny Safer wieder 2027. „Ich denke, wir werden auch nächstes Jahr als Samurai/Stadlau gut auftreten.“
Erste Bundesliga, Männer, 7. Runde: JBLV Samurai/Stadlau – JU Raika Pinzgau 12:2, JU Burgkirchen/Schwand – Galaxy Judozentrum NÖ 4:10, UJZ Mühlviertel – ASKÖ Combat Center 7:8, LZ Multikraft Wels – Sanjindo Bischofshofen 6:8.
Endstand nach dem Grunddurchgang
1. Judo-Bundesliga 2026
Final Four, 21. November in Gmunden, Männer – Semifinale: Galaxy Judozentrum NÖ – LZ Multikraft Wels, ASKÖ Combat Center – Sanjindo Bischofshofen. Sieger im Finale. – Frauen: SU Raiffeisen Leibnitz – ASKÖ Reichraming, Vienna Samurai – UJZ Mühlviertel.

Foto oben: Erst 17 und schon bundesliga-erprobt: der Wiener Oskar SALVI (weißer Judogi) gegen Pinzgau - @Judo Austria / Manuel Rampl - Foto rechts: Judo-PR-Mann Benedikt SAFER (hockend) ist auch als Coach auf den Geschmack gekommen - @JLVW/joe
Weitere News vom Wochenende
Veteranen-EM Portimao: Nach zweimal Silber für Reinhold Kurz (T) und Julian Rusu (St) hat Österreich zwei weitere Medaillen geholt – Kurz im Ne-waza.-Bewerb und der Steirer Roland Grohs (M1/bis 73 Kilo) gewannen Bronze. Karoline Schonhardt (Kärnten / bis 57 kg) wurde Vierte, Katharina Tez (ASKÖ Graz) wurde bis 63 kg Siebente. Der Wiener Ernst Leidenfrost (Vienna Samurai – M7/bis 90 Kilo) blieb diesmal leider ohne Platzierung. Frankreich holte 45 (!) mal Goldm, dahinter Georgien (18) und Spanien (13).
Kadetten-Europacup Maribor: Die beiden Steirerinnen Emma Filzwieser (bis 70 Kilo) und Mia Repper (über 70 Kilo / beide Judoteam Zeltweg) verloren in ihren Gewichtsklassen die Kämpfe um Bronze und wurden Fünfte. Damit blieb Silber am Samstag für die Wienerin Maria Samardzhidi (Ratiborets / bis 44 kg) Österreichs einzige Medaille. Slowenien und Serbien (je 3/3/2) führen die Medaillenwertung an vor Ungarn (3/1/3) und Kroatien (2/0/0). Österreich ist 14. unter 26 Nationen (433 Judoka).
ASKÖ-Bundesmeisterschaft Wien: Am Sonntag starteten in der Kurt Kucera-Halle 234 Judoka aus 30 Vereinen von der U12 bis zur Allgemeinen Klasse, Vienna Samurai (7/5/10) war der erfolgreichste Verein. Unter anderen gewannen Imran Damigov (AK/bis 100 kg) sowie bei der Unter 16 die Talente Abdullah Koslaev (bis 46 Kilo) und Hamza Nauzov (bis 81 Kilo) Gold. Hinter Fairdrive Leonding (7/3/4) und dem JC Wimpassing (6/4/3) war Judo AWIAR (3/5/3) als zweitbester Wiener Verein Vierter. Sylvester Györe (AK/bis 73 kg) und Maria Haimel (U16/bis 52 Kg) holten Gold. JBLV Samurai/Stadlau holte durch die Bundesliga-Judoka Hermann Tschilikin (bis 90) und Moritz Moser (über 100 kg) zweimal Gold, ebenso wie WAT Stadlau (eine davon holte Maksym Kogan / U16 bis 73 kg).
