Riner schlägt Hegyi – aber holt nur Bronze!

Der Japaner Tadahiro Nomura bleibt auch nach den Olympischen Spielen von Tokio der einzige dreifache Judo-Olympiasieger der Geschichte (1996 bis 2004). Denn Frankreichs Superstar Teddy Riner musste sich in der Klasse über 100 Kilo mit Bronze begnügen! Nach Siegen über den Wiener Stephan Hegyi (Ippon nach 2:06 Minuten) und den Israeli Or Sasson (Waza-ari) im Pool-Finale erlitt der zweimalige Olympiasieger und zehnfache Weltmeister gegen den russischen Europameister von 2020 und Vize-Weltmeister 2021, Tamerlan Baschajew, nach 29 Sekunden im Golden Score die zweite Niederlagen in elf Jahren. Vor exakt 538 Tagen hatte ihn Kokoro Kageura (JPN) beim Grand Slam im Februar 2020 in Paris bezwungen. Übrigens: Auch damals hatte Riner in der ersten Runde gegen Hegyi gewonnen.

Hegyi begann gegen den 2,06-Meter-Riesen beherzt, versuchte auch zwei, drei Angriffe, aber bekam wegen einseitigem Fassen eine Shido-Strafe. Aber nach knapp zwei Minuten setzte Finer einen Wurf (Uchi Mata) an und warf den Judoka des SC Hakoah auf den Rücken. „Ich habe mir schon Chancen ausgerechnet, aber ich habe ihn nicht richtig in den Griff bekommen“, meinte Hegyi nachher. „Jetzt gilt es, alle Konzentration auf Paris 2024 zu legen. Ich will mich bis dahin in allen Bereichen verbessern.“ Zu seinen Teamkollegen, die am Samstag die Medaillen nach Hause bringen, meinte Hegyi: „Grandios. Das zeigt, was alles möglich ist.“

Stephan HEGYI stand gegen den Superstar zwei Minuten – dann Ippon für Teddy RINER in Runde 1

Apropos: Alle Judo-Fans sind eingeladen zum Empfang des Olympia-Teams am Samstag, 31. Juli 2021 um ca. 16 Uhr am Flughafen Wien – aber Achtung: es gilt die 3G-Regel und die Maskenpflichtl!

Zurück nach Tokio – Riner holte letztlich, wie schon 2008 in Peking, Bronze. Nach dem Blitzsieg in der Trostrunde über Rafael Silva (BRA) kam es im Kampf um Bronze zur Neuauflage des Olympia-Finals von 2016. Riner bezwang Hisayoshi Harasawa nach einer Minute im Golden Score mit dem dritten Shido und der roten Karte für den Japaner. Gold ging im Duell zweier Ex-Weltmeister an den Tschechen Lukas Krpalek, der im Golden Score nach 1:2 Shidos den Georgier Guram Tushishvili bezwang. Bei den Frauen über 78 Kilo holte Japan die neunte Judo-Goldmedaille bei diesen Spielen. Akira Sone besiegte nach dem Semifinal-Erfolg gegen Iryna Kindzerska (AZE) im Finale die Kubanerin Idalys Ortiz.

In der Medaillen-Endwertung ist Japan (9/1/1) der überlegene Sieger. Dahinter der Kosovo mit zweimal Gold und drei weitere Nationen mit je einem Gold – Frankreich (1/3/3), Georgien (1/3/0) und Tschechien (1/0/0). Österreich (0/1/1) ist unter 128 Ländern dank Silber für Michaela Polleres und Bronze für Shamil Borchashvili Neunter. Am Samstag folgt noch der Mixed-Teambewerb, an dem Österreich nicht teilnimmt. Japan könnte (oder sollte?) die zehnte Judo-Goldene bei diesen Spielen und die 49. in der ewigen Judo-Bilanz bei Olympia holen.

Ergebnisse nach dem 7. Tag

Frauen über 78 kg:
1.SONE AkiraJPN
2.ORTIZ IdalysCUB
3.KINDZERSKA IrynaAZE
3.DICKO romaneFRA
5.XU shiyanCHN
5.SAYIT KayraTUR
7.ALTEMAN Maria suelenBRA
7.HAN MijinKOR
Medaillenstand
RGNationGoldsilberbronze
1.Japan911
2.Kosovo200
3.Frankreich133
4.Georgien130
5.Tschechische Republik100
9.Österreich011
Männer über 100 kg:
1.KRPALEK LukasCZE
2.TUSHISHVILI guramGEO
3.RINER TeddyFRA
3.BASHAEV TamerlanROC
5.HARASAWA HisayoshiJPN
5.KHAMMO YakivUKR
7.SILVA RafaelBRA
7.OTIBOEV BekmurodUZB
Foto oben: Der Judowurf der Spiele 2020 - Tamerlan BASCHAJEW bringt Superstar Teddy RINER zu Boden - Alle Fotos: @IJF Media

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