Für vier ÖJV-Herren liegt die Latte hoch

Heute der 2. Teil unserer WM-Generalvorschau – und während wir bei den Damen Bernadette Graf bis 78 Kilo eine Medaille zutrauen, liegt für vier ÖJV-Herren die Latte hoch. Auch für den Wiener Schwergewichtler Stephan Hegyi (SC Hakoah), der vor vier Jahren in Budapest sein WM-Debüt gegeben hat. Drei EM-Medaillen (in Bronze) hat Stephan schon, bei einer WM hatte er allerdings noch kein Erfolgserlebnis. Den ÖJV-Athleten geben wir Sterne.

eine sichere Maidalle
gute Medaillenchance
Platzierung möglich, Medaille wäre eine Sensation
wird schwer
Nominierung nicht verdient

Männer – bis 60 Kilo – 57 Judoka – Sonntag, 6. Juni

Nur drei der Top Ten im IJF-Ranking kämpfen in dieser Klasse um den Titel. Favorit ist der Weltranglisten-Erste und WM-Dritte von Tokio 2019, der Japaner Ryuju Nagayama. Sein gefährlichster Gegner auf dem Weg zu Gold dürfte der Spanier Francisco Garrigos sein. Österreicher ist keiner am Start.

Männer – bis 66 Kilo – 68 Judoka – Montag, 7. Juni

Eine wohl heiß umkämpfte Klasse. Für Titelverteidiger Joshiro Maruyama (JPN) wird es nach dem nach 24 (!) Minuten Kampfzeit verlorenen internen Olympia-Qualifikationskampf gegen den in Budapest fehlenden Hifumi Abe wohl eine Frust-WM. Der Geheimtipp, der eigentlich gar nicht mehr als solcher zu werten ist, lautet Manuel Lombardo. Fünf Jahre nach dem Olympiasieg von Fabio Basile in dieser Klasse könnte Italien wieder einen großen Triumph feiern. Lombardo holte heuer EM-Gold, ist Nummer 1 im IJF-Ranking und topgesetzt; Maruyama brennt vielleicht darauf, allen zu beweisen, dass er der Beste ist – spannend! Kein Österreicher am Start.

Männer – bis 73 Kilo – 70 Judoka – Dienstag, 8. Juni

In Abwesenheit des noch regierenden Weltmeisters Shohei Ono ist Japans Nummer 2, Soichi Hashimoto, ein heißer Gold-Kandidat. Immerhin ist Hashimoto derzeit Nummer 1 der Welt. Leider fehlt, wie    in der Klasse bis 66 Kilo, Koreas Bester, Shangrim An, dem man durchaus auch Titelchancen hätte zutrauen können. Tsogbaatar Tsend-Ochir (MGL) und Arthur Margelidon (CDN) könnten Hashimoto gefährlich werden, für eine Medaille ist sicher auch der zuletzt starke Schwede Tommy Macias gut. Auch hier kein Österreicher dabei.

Männer – bis 81 Kilo – unglaubliche 82 Judoka – Mittwoch, 9. Juni

Weltmeister Sagi Muki (ISR) schaut nur zu, daher ist Vize-Weltmeister Matthias Casse (BEL) topgesetzt. Allerdings droht ihm starke Konkurrenz, denn sieben der Top Ten in dieser Klasse sind dabei. Es scheint ein offener Kampf um die Medaillen zu werden, wobei der Georgier Tato Grigalashvili auf Grund seiner zuletzt gezeigten Leistungen ein heißer Medaillenkandidat, auch für Gold, ist! Gespannt sein darf man auf den Ex-Iraner Saeid Mollaei, Weltmeister 2018 und ein Jahr später vom Regime zur Niederlage gezwungen, um einem Kampf gegen den Israeli Muki zu entgehen. Als „Neo-Mongole“ blieb Mollaei bisher aber noch einiges schuldig.

Österreich ist in dieser Klasse durch Shamil Borchashvili vertreten. Der Welser, derzeit Nummer 22 der Welt, hat in den letzten Monaten immer wieder aufgezeigt und könnte, bei einer starken Leistung und für ihn günstigen Auslosung, durchaus eine Platzierung erreichen. Eine Medaille wäre allerdings eine – willkommene – Sensation.

Daher für Shamil…

Männer – bis 90 Kilo –  60 Judoka – Donnerstag, 10. Juni

Weltmeister Noel Van T´End (NED) ist nicht dabei, somit ist der Spanier Nikoloz Sherazadishvili, Nummer 1 der aktuellen Weltrangliste, topgesetzt. Drei weitere Judoka aus den Top Ten kämpfen um die Medaillen, Japan schickt die Nummer 11 im IJF-Ranking, Kenta Nagasawa. Österreich ist in dieser Klasse nicht vertreten.

Männer – bis 100 Kilo – 57 Judoka – Freitag, 11. Juni

Titelverteidiger Jorge Fonseca, 2019 erster Weltmeister Portugals, ist als Nummer 3 gesetzt und will auch in Budapest aufs Podest. Er wird es aber gegen vier andere aus den besten 10 im Ranking nicht leicht haben. Schafft gar Variam Liparteliani (GEO), Legionär in Österreich bei UJZ Mühlviertel, die Sensation und holt mit 32 Jahren nach drei WM-Finalniederlagen seinen ersten Titel? Möglich wär´s.

Österreichs Mann in dieser Klasse ist der Wimpassinger Aaron Fara. Er hofft noch auf eine kleine Olympia-Chance, dazu müsste die Nummer 44 der Welt aber eine Platzierung oder gar eine Medaille holen.

Das wird schwer, daher nur…

Männer – über 100 Kilo – 42 Judoka – Samstag, 12. Juni

Der Tscheche Lukas Krpalek verzichtet darauf, seinen Titel von Tokio 2019 zu verteidigen. Russland entsendet nicht den aktuellen Europameister Inal Tassojew, sondern seinen Vorgänger Tamerlan Baschajew (EM-Gold 2020), der in Budapest topgesetzt ist. Nur einer der beiden darf zu Olympia nach Tokio. Es ist anzunehmen, dass die Entscheidung schon gefallen ist, Tassojew nach Tokio darf und Baschajew um WM-Gold kämpft. Auf Titeljagd sind aber auch noch andere: Etwa der starke Brasilianer Rafael Silva (als Nummer 2 gesetzt) oder der Japaner Kokoru Kageura (3), der im Februar 2020 in Paris die zehn Jahre andauernde Siegesserie des großen Teddy Riner gestoppt hatte. Der Franzose ist aber nicht in Budapest.

Österreich stellt in diese Klasse gleich zwei Judoka. Den Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) und den Mühlviertler Daniel Allerstorfer. Hegyi ist im Ranking Nummer 20, Allerstorfer Nummer 38. Zwar zeigte sich Allerstorfer zuletzt verbessert, aber Hegyi, der schon drei EM-Medaillen in Bronze hat, nach einem „Hänger“ auch. Im Duell um die Olympia-Qualifikation hat Hegyi sicher die Nase weit vorn.

Wir geben Hegyi daher…

Allerstorfer bekommt nur…

Insgesamt nehmen an der WM in der Laszlo-Papp-Halle 716 Judoka (davon 424 Männer) aus 134 Ländern teil. Die WM findet unter strengsten Sicherheitsauflagen statt, der ganze WM-Tross bleibt in er so genannten „Bubble (Blase). Zuschauer, zumindest ausländische, sind nicht zugelassen. Bleibt zu hoffen, dass es die letzte WM unter derartigen Bedingungen sein möge …

Foto oben: Joshiro MARUYAMA mit seinem Uchi Mata im WM-Finale 2019 gegen den Koreaner Lim.Hwan KIM. Der Japaner darf seinen Titel in Budapest verteidigen. - @IJF/Marina Mayorova

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