Schade – ein Fehler …

Österreichs erste WM-Starterin in Baku, Lubjana Piovesana (LZ Hohenems /bis 63 Kilo), ist leider in der zweiten Runde ausgeschieden. Nach einem Ippon-Sieg über Yeju Kim (KOR / Würgegriff nach 3:09 Minuten) musste sich die Nummer 12 der Welt der Weltranglisten-Vierten und Weltmeisterin 2024, Joanne Van Lieshout (NED) elf Sekunden vor dem Ende mit Osaekomi nach Yuko-Führung geschlagen geben und blieb unplatziert. „Leider ein Fehler, echt schade“, meinte die 29-jährige Austro-Britin. Donnerstag ist Michaela Polleres (bis 70 Kilo) Österreichs nächste Hoffnung auf das erste WM-Edelmetall seit 2023.

Das Antreten von „Lulu“ hing an einem seidenen Faden. Die letzten zwei Tage war ihr Nacken sosehr verspannt, dass die Entscheidung über ihren Start erst nach dem Aufwärmtraining fiel. Die Physiotherapie war gefordert. „Offenbar hat sie auf dem Flug nach Baku einen Zug abbekommen“, meinte ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch, für die das Ausscheiden Piovesanas kein Drama ist. „Es ist nur schade, weil Lulu schien trotz ihrer Nackenprobleme gut drauf war.“ Die Austro-Britin selbst wollte es nicht auf ihre Nackenprobleme abwälzen. „Ich hatte zwar Schmerzen, aber der Nacken war nicht wirklich das Problem“, meinte Piovesana nachher. „Es war der eine Fehler, sorry“.

Bis 21 Sekunden vor Ende hatte Piovesana gegen Van Lieshout, die sie in Baku schon zweimal besiegt hatte, mit Yuko für Seoi Nage geführt – dann der Fehler und Waza-ari für die Holländerin, die sofort in den Haltegriff überging. „Ich wusste, da komme ich in zehn Sekunden nicht heraus“, sagte Piovesana, die nach drei fünften Plätzen bei wichtigen Turnieren endlich eine Medaille wollte. „90 Prozent des Duells mit Van Lieshout waren der Kampf um den Griff. Mit zwei Shidos war ich auch ubnter Druck“, resümierte die in Vorarlberg ansässige Ex-Britin. „Bei einem Sieg über Van Lieshout wäre eine Medaille möglich gewesen“, meinte Snir-Bönisch, die aber das Ausscheiden der Olympia-Fünften von Paris 2024 in keiner Weise kritisierte. „Lulu hat gut gekämpft, war gut eingestellt. Schade um diesen einen Fehler. Aber in Blickrichtung Olympia 2028 bleibt noch genug Zeit.“

Am Donnerstag sind zwei ÖJV-Athleten im Einsatz. Bei den Männern bis 90 Kilo Thomas Scharfetter (Sanjindo Bischofshofen) und eben Polleres. „Die Auslosung ist okay, schauen wir mal“, meint Snir-Bönisch. Die Nuederösterreicherin vom JC Wimpassing, aktuell die Nummer 13 der Welt bis 70 Kilo, trifft zum Auftakt auf Melissa Myers (USA). Danach ginge es gegen Aoife Coughlan. Snir-Bönisch: „Sie mag die Australierin nicht – aber da muss Michi drüber.“ Scharfetter bekommt es bis 90 Kilo nach einem Freilos entweder mit Peng-Yu Chen (TPE) oder Gergely Nerpel (HUN) zu tun.

Der vierte WM-Tag: Grigalashvili im Finale

Als erster Judoka erreichte bei den Männern bis 81 Kilo der Georgier Tato Grigalashvili das Finale. Der dreifache Weltmeister bezwang im Semifinale den starken Serben Mihaljo Simin im Golden Score mit 3:2 Shidos. Bei den Frauen steht Piovesana-Bezwingerin Van Lieshout vorerst im Semifinale. Der Finalblock wird auch heute ab 16 Uhr MESZ live in ORF Sport+ übertragen.

Foto: Lubjana PIOVESANA (blau) schied in der zweiten Runde aus. Keine Medaille! – @IJF / Emanuele di Feliciantonio

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