|

Drama um Timo

Die deutsche Judo-Bundesliga wird von einer schweren Körperverletzung überschattet. Beim Kampf Leipzig gegen Abensberg (8:6) am Samstag rastete der georgische Leipzig-Legionär Akaki Japaridze aus und prügelte den Abensberger Nationalteam-Judoka Timo Cavelius krankenhausreif – Diagnose: Kieferbruch, zwei Zähne weg. Jetzt droht dem Übeltäter sogar eine lebenslange Sperre durch die IJF. Auch im Wiener Verband ist ein neues Sicherheits-Konzept wirksam geworden, das ab sofort bei allen Veranstaltungen zur Anwendung gelangt.

Der Bundesligakampf in Leipzig war schon entschieden, aber das vorletzte Duell gewann der Abensberger Cavelius mit Ippon. Noch bevor er als Sieger verkündet wurde, jubelte er in Richtung seines Gegners, der vollends ausrastete. Er schlug wie von Sinnen auf das Gesicht seines Gegners ein, der mit einem Kieferbruch und zwei Zähnen weniger ins Krankenhaus gebracht wurde und dort operiert werden musste. Cavelius fällt damit – leider – für die WM aus. Ein Rückschlag des deutschen 81-Kilo-Teamkämpfers auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Dem Georgier, Nummer 111 im IJF-Ranking bis 90 Kilo, droht jetzt nicht nur eine wohl lebenslange Sperre, sondern auch eine Anzeige der Staatsanwaltschaft wegen schwerer Körperverletzung.

„Man weiß nie, welche Emotionen gewisse Situationen auf der Matte auslösen können – da hast du keine Chance“, sagt Wiens Judo-Präsident Erwin Schön, der auf ein neues Sicherheitskonzept des Landesverbandes hinweist. „Wir sind von der MA 51 angehalten, dass wir bei unseren Veranstaltungen nicht mehr Personen in die Halle lassen dürfen als genehmigt. Und wir trennen ab sofort die Zugänge für die Aktiven und die Zuschauer. Auch muss unser Ordnerpersonal darauf achten, dass Kinder zum Beispiel nicht auf Sprossenwände klettern. Denn die Sicherheit geht bevor“, so der Verbandspräsident. Aber gegen einen derartigen Auszucker wie in Leipzig wäre man wohl auch in Wien machtlos …

Foto: Der deutsche Nationalteamkämpfer Timo CAVELIUS - er wurde niedergeschlagen ... @IJF / Tamara Kulumbegashvili

Mixed-Gold an Frankreich

Frankreich, das schon im Einzel die erfolgreichste Nation war, gewann bei der Junioren-EM in Podgorica auch den Mixed-Bewerb durch einen 4:3-Finalerfolg gegen Russland. Bronze holten Georgien (4:3 gegen die Türkei) und die Ukraine (4:1 gegen Deutschland). Österreich war im Mixed-Bewerb nicht am Start.

Alle Ergebnisse aus Podgorica findet ihr hier.

Brünn: Noch zweimal Silber

Beim „Mizuno-Cup“ in Brünn, bei dem bereits am Samstag Samurai-Judoka Laura Sophie Kunyik (FU18 bis 48 Kilo) Gold gewonnen hatte, gab es am Sonntag für das „Team Vienna“ noch zweimal Silber für Muhamad Elisbaev (MU16 bis 73 Kilo) und Fanny Amann (SenF bis 57 Kilo). Dazu gab es bei diesem Monsterturnier auf acht Matten noch zwei dritte, drei fünfte und einen siebenten Platz für Wien (16. in der Medaillenwertung). Judo Teplice (CZE – 7/1/4) war am erfolgreichsten, gefolgt vom Team „LV Oberösterreich“ (3/2/7) und Banik Ostrau (CZE – 3/2/2). Es kämpften in Brünn 1593 Judoka aus 217 Vereinen und 13 Nationen.

Alle Ergebnisse aus Brünn findet ihr hier.

Fotos: Laura Sophie KUNYIK gewann ihre U18-Klasse, Muhamad ELISBAEV bei der Siegerehrung (ganz links) der U16-Jährigen – @JLVW/zVg.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Das Titel-Triple

    Bei den österreichischen Kata-Meisterschaften in der Kurt Kucera-Halle setzten sich am Samstag die Favoriten durch. Das Wiener Paar Vanessa und Matthias Heinrich (Judoklub Tantano) feierte dabei den dritten Triumph in Folge in der Katame-no-Kata und holte das Titel-Triple. Zudem gewannen die beiden auch noch in der Ju-no-Kata. Ein Highlight am Ende war die Siegerehrung am…

  • Springer auf Rang sieben

    Am ersten Tag des Upper Austria Grand Prix in Linz gab es zwei siebente Plätze für Österreich durch Verena Hiden (SU Noricum Leibnitz / bis 57 Kilo) und Jacqueline Springer (Vienna Samurai / bis 48 Kilo). Die Wienerin musste sich nach zwei Vorrunden-Siegen im Viertelfinale der zweifachen WM-Dritten und späteren Siegerin Abiba Abuzhakynova (KAZ) durch…

  • Premiere im Emirat

    Während am Samstag im kärntnerischen Feldkirchen 118 Judoka um die österreichischen Titel kämpfen, macht die IJF World Tour in Abu Dhabi – ohne rot-weiß-rote Beteiligung – Station. Und da gab es am ersten Tag des Grand Slam-Turniers eine Premiere! Erstmals gewann mit der „eingekauften“ Mongolin Khorloodoi Bishrelt eine Athletin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Gold…

  • Jawollll! Bronze!

    Der Bann für Österreichs Olympiateam in Paris ist gebrochen! Und sie hat ihre zweite Olympia-Medaille! Michaela Polleres holte am Mittwoch Nachmittag in der Champ-de-Mars-Arena nach Silber vor drei Jahren in Tokio Bronze bis 70 Kilo – mit einem Ippon-Sieg über die Spanierin Ai Tsunoda Roustand. Die Grundlage für die Medaille der 27-jährigen Niederösterreicherin vom JC…

  • Kathis Tanz zu Silber! Aus für Olympia-Held

    Mit Silber in der Klasse bis 48 Kilo sorgte Katharina Tanzer (Leibnitz) beim Grand Slam in Baku schon am Freitag für eine Sensation, aber auch das frühe Aus von Shamil Borchashvili (Multikraft Wels) bis 81 Kilo am Samstag war zumindest eine, wenn auch negative, Überraschung. Der einzige Wiener im vierköpfigen ÖJV-Aufgebot, Johannes Pacher (Volksbank Galaxy…

  • 4:0, 0:4, 2:4 – Rang 7

    Zum Abschluss der Judo-EM in Zagreb fand am Sonntag der Mixed-Bewerb statt, in dem Österreich den 7. Rang erreichte. Nach einem 4:0-Sieg über Bulgarien setzte es gegen Olympiasieger und Top-Favorit Frankreich ein ebensolches 0:4. In der Trostrunde verloren die ÖJV-Judoka gegen Serbien recht knapp mit 2:4. Die Chance lebt aber weiter, dass sich unser Mixed-Team…