Österreichs fünfköpfiges Team blieb bei der Unter-21-EM in Podgorica ohne Top-7-Resultat. Am Samstag, dem letzten Tag der Einzelbewerbe, schied auch der Tiroler Stefan Horngacher (WSG Swarovski Wattens) mit einem Sieg und einer Niederlage in der Klasse bis 100 Kilo aus. Schon an den Tagen zuvor mussten die gesetzten Marlene Schinwald (JU Flachgau / bis 57 Kilo / Nummer 2) und Leonie Bayr (Vienna Samurai / bis 70 Kilo / Nummer 7) die Segel streichen. Das neue Ziel ist jetzt die Junioren-WM im November in Taschkent …
„Wir sind unter unserem Wert geschlagen worden“, sagen die beiden ÖJV-Nationaltrainer Jaromir Jezek und Michael Winkler übereinstimmend. „Unser Team hat definitiv mehr Potenzial, als wir es bei dieser EM abrufen konnten. Es hat in einigen Momenten auch das Glück gefehlt, das du auf dem Weg zum Erfolg auch brauchst.“ Die kleine, schöne Metropole Montenegros scheint kein guter Boden für Österreichs Judoka zu sein. Auch im April 2025, bei der EM der „Großen“ gab es keine Medaille für Rot-Weiß-Rot, nur einen fünften Platz von Lubjana Piovesana (LZ Hohenems) in der Klasse bis 63 Kilo.
Apropos 63 Kilo – Slowenien ist ein kleines Land mit nur einem Viertel an Fläche und Population im Vergleich zu Österreich. Aber es ist ein absolutes Sportland mit Superstars wie Tour de France-Sieger Tadej Pogacar und Kletter-Köngin Janja Garnbret. Und Slowenien hat drei Judo-Olympiasiegerinnen, alle in der Klasse bis 63 Kilo! Urska Zolnir, viele Jahre Gegnerin unserer unvergessenen Claudia Heill, 2012 in London, dazu Tina Trstenjak 2016 in Rio und zuletzt Andreja Leski 2024 in Paris. Und dieses kleine Slowenien stellte bei der Unter-21-EM in Podgorica gleich zwei Europameisterinnen. Eine davon, Leila Mazouzi, in der Klasse bis – richtig! – 63 Kilo …
„Der große Traum ist leider nicht in Erfüllung gegangen“, sagte die auch noch einen Tag nach ihrem glücklosen EM-Auftritt traurige Samurai-.Judoka Bayr. „Man muss es positiv sehen, weil alle Kämpfe eigentlich gut waren. Aber ich muss aus meinen Fehlern lernen und darf diese bei der WM nicht mehr machen.“ Trotz des Ausscheidens bei der EM sind Schinwald (die leicht blessiert angetreten war) und Bayr bei der Junioren-Weltmeisterschaft von 19. bis 21. November in Taschkent (UZB) unsere wohl heißesten Eisen.
Mit zwei Goldmedaillen am Samstag und zwölfmal Edelmetall insgesamt stürmte Frankreich (4/3/5) am Ende der Einzelbewerbe an die Spitze des Medaillenspiegels. Dahinter Aserbaidschan (3/0/2), Spanien (2/0/2) und Slowenien mit zwei Goldenen. Je einen EM-Titel holten Gastgeber Montenegro, Russland und die Ukraine. Österreich ist unter den insgesamt 44 Nationen eine von 15, die leider keine einzige Top-7-Platzierung erreichen konnten. Am sonntägigen Mixed-Bewerb nimmt Österreich nicht teil.
Alle Ergebnisse aus Podgorica findet ihr hier.
Kunyik siegt in Brünn
Am ersten Tag des „Mizuno-Cups“ in Brünnn traten zahlreiche Wiener Judoka als „Team Vienna“ an. Es gab auch einen Klassensieg – Laura Sophie Kunyik (Vienna Samurai) gewann die Frauen-U18-Kategorie mit drei Ippon-Siegen. Dazu gab es zwei dritte Plätze für Zoey Schicklgruber (FU14 bis 70 Kilo) und Oleksander Blazhko (MU18 bis 60 kg) sowie dreimal Rang 5. In der Medaillenwertung führt nach den Samstag-Bewerben Pro Sport Teplice (CZE – 5/1/2) vor Klub Same Judo (POL – 3/0/0) und Judoklub Liberec (CZE – 2/2/1). Wien ist Elfter unter 218 Teams (1591 Judoka) aus 13 Nationen.
Alle Ergebnisse aus Brünn findet ihr hier.
Foto: Leonie BAYR (blau) in Ihrem Viertelfinalkampf gegen Luna DE KOCK - @EJU / Kostadin Andonov
