Hegyis Chance lebt

Nur eine Woche nach dem Grand Slam in Ulaanbaatar trifft sich die Judo-Weltelite ab Freitag zum Grand Prix in Qingdao – wo Österreich das gleiche Team stellt wie in der Mongolei. Also mit Lubjana Piovesana (LZ Hohenems), die in der Klasse bis 63 Kilo Bronze geholt hatte; und mit dem Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah), der in China ein (vermeintlich) besseres Los erwischte als vor einer Woche. Das Ziel des 27-Jährigen bleibt gleich: „Zumindest eine Platzierung!“

In Ulaanbaatar hatte es Hegyi gleich mit dem russischen Vize-Europameister Valerii Endovitskii zu tun bekommen und den Erstrundenkampf mit Ippon verloren. In Qingdao heißt sein erster Gegner Dusan Baek, ein noch nicht mit großen Erfolgen honorierter Koreaner. Gewinnt Hegyi, würde in Runde zwei wohl Erik Abramov im Weg stehen. Aber Hegyi hat seine bisher zwei Kämpfe gegen den starken Deutschen gewonnen. Gewinnt der Wiener beide Kämpfe, stünde er schon im Viertelfinale und hätte auf jeden Fall einen Top-7-Platz. Der nächste Gegner aber wäre wieder ein „russischer Bär“ – Inal Tasoev, seines Zeichens zweifacher Welt- und dreifacher Europameister und einer der von Olympia ausgeschlossenen Athleten …

Für „Lulu“ Piovesana, die in Ulaanbaatar einen starken Auftritt auf die Tatami hingelegt hatte, geht es in der Klasse bis 63 Kilo zunächst gegen die Chinesin Shangyu Qiu, auch die weiteren Gegnerinnen sind „machbar“. Und die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres (JC Wimpassing) hat bis 70 Kilo nach einem Freilos ebenfalls eine eher günstige Auslosung. Die weiteren drei ÖJV-Judoka sind Elena Dengg (bis 78 kg) und Thomas Scharfetter (bis 90 / beide Sanjindo Bischofshofen) sowie Bernd Fasching (Judozentrum Galaxy / bis 81 Kilo). Freitag ist noch keiner der Unsrigen dran.

Der Grand Prix ist mit 500 genannten Judoka aus 57 Ländern quantitativ stark besetzt, aber auch qualitativ – denn es sind fünf Weltranglisten-Erste und insgesamt 43 Top Ten im IJF-Ranking dabei. Ein Ulaanbaatar-Sieger kämpft auch in Qingdao um Gold: Balabay Aghayev (AZE) hatte vorige Woche im Finale bis 60 Kilo Weltmeister Ryuju Nagayama (JPN) geschlagen. Koreaner und Japaner tauschen einen Großteil ihres Kaders. Während die Ulaanbaatar-Siegerin Uta Abe diesmal nicht auf die Matte steigt, ist ihr Bruder Hifumi Abe – zweimaliger Olympiasieger und vierfacher Weltmeister – in China (66 kg) dabei.

Achtung! Wegen der Zeitzonen beginnen die Vorrunden schon um 4 Uhr morgens unserer Zeit – für Sonntag Früh ist das ideal: Mit einem Auge auf Österreich gegen Algerien bei der Fußball-WM schauen, mit dem anderen auf Judo …

Foto: Balabay AGHAYEV (weiß) im Ulaanbaatar-Finale gegen Ryuju NAGAYAMA - @IJF / Tamara Kulumbegashvili

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