Nehmen, was kommt

Der Unter-21-Europacup am Wochenende im Raiffeisen-Sportpark Graz wird zum Monsterturnier – 676 Judoka aus 34 Ländern wurden genannt, um 165 (oder 32,2 Prozent) mehr als im Vorjahr. Teilnehmerrekord! Mitten drin 50 rot-weiß-rote Talente, unter ihnen mit Leonie Bayr (Vienna Samurai/bis 70 Kilo) nur eine Wienerin. Weil der ursprünglich nominierte Vardges Ghazaryan (SU Karuna/bis 100 Kilo) schon wieder verletzungsbedingt ausfällt.

11 Medaillen hat es bisher beim Heim-Europacup der Junioren gegeben, zwei davon in Gold: 2023 durch die Salzburgerin Elena Dengg (bis 70 Kilo), ein Jahr später durch die Oberösterreicheriun Carina Klaus-Sternwieser (bis 52 Kilo). Nur ein Wiener stand auf dem Podest: 2022 Aslan Papoyan (bis 90 Kilo) von den mittlerweile nach Niederösterreich gewechselten Galaxy Tigers. Es wäre also wieder an der Zeit …

… und die Wiener „Juniorinnen-Diva“ Leonie hat das auch im Visier, mehr noch: „Ich will Gold. Ich weiß, es wird schwierig, aber es ist das Ziel“, sagt Bayr, die keine Ahnung hat, wer in ihrer 70-Kilo-Klasse mögliche Gegnerinnen sind. „Ich schau mir die Auslosung nie an – ich nehme, was kommt“, lacht Bayr, die heuer beim Grand Prix in Linz schon IJF World Tour-Luft schnuppern durfte. „Eine Riesenerfahrung! Aber ich ärgere mich noch immer, dass ich in der ersten Runde rausgeflogen bin. Es war mehr drin“, analysiert die 19-Jährige. Die durch Erfolge im Juniorinnenbereich schon im Herbst „größere Turniere in der Allgemeinen Klasse“ bestreiten will. Bayr will nicht auf den (noch gar nicht gesicherten) Heim-Grand Prix 2027 warten.

Bei Ghazaryan ist leider wieder einmal alles anders als geplant. Der 18-jährige Karuna-Judoka sollte in der Klasse bis 100 Kilo kämpfen, musste aber absagen. Nach seiner einjährigen Pause und mehreren Schulter-Operationen droht jetzt eine OP an der anderen Schulter. „Er hat sich, schon vor Monaten, bei einem Wurf eines Gegners abgestützt und hatte permanent Schmerzen. Beim Abschlusstraining haben wir entschieden, dass Graz keinen Sinn macht“, sagt sein Klubtrainer Henrik Schwam. Und: „Ich fürchte, dass Vardges wieder unters Messer muss.“ Da können wir nur Alles Gute wünschen! Auch Ghazaryans Klubkollege Yann Ornik (bis 60 Kilo), der eigentlich für Graz vorgesehen war, muss zuschauen. Er erlitt einen Bruch des Mittelhandknochens und trägt noch zwei Wochen Gips. Auch ihm Alles Gute!

Die Besetzung in Graz ist bombastisch: Mit Nicole Marques (BRA/bis 52 Kilo) und Tornike Gigauri (GEO/bis 66) sind zwei aktuelle Junioren-Weltmeister:innen f+r Graz angesagt. Aus den Top Ten der Unter 21-Weltranglisten finden sich 28 Aktive in der Nennliste, darunter vier Weltranglisten-Erste (neben Marques, Gigauri auch noch Laurence Gagnon/CAN/bis 57 und Dandaru Camillo/BRA/bis 78 Kilo). Die quantitativ am stärksten besetzte Gewichtsklasse ist das Halbmittelgewicht der Männer (bis 81) mit unglaublichen 97 Teilnehmern, im Leichtgewicht (bis 73) sind es deren 92. Die am stärksten besetzte Gewichtsklasse der Frauen ist das Halbmittelgewicht (bis 63 Kilo mit 52 Judoka). Das werden lange zwei Tage …

Foto: Leonie BAYR (weißer Judogi) beim Grazer Europacup im Vorjahr – @Judo Austria / Oliver Sellner

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