Tapfer, aber Aus

Drei Wiener Judoka stiegen am ersten Tag des Grand Prix-Turniers in Linz auf die Tatami, aber für alle drei kam mit Auftakt-Niederlagen das frühe Aus. Dennoch haben vor allem die beiden jungen Judoka von SU Karuna Wien Talent gezeigt und wehrten sich bei ihrem Debüt auf der World Tour tapfer. Am Freitag gab es keine Platzierung für Österreich – die Hoffnungen ruhen am Samstag auf Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres (70 kg), dem Wiener Bernd Fasching (81 kg) und Magda Krssakova (bis 70 kg) – die Wienerin gibt ihr Comeback nach fast zwei Jahren.

Yann Ornik, noch 17 Jahre jung, unterlag in der Klasse bis 60 Kilo Aman Bazykthan (KAZ) mit zwei Waza-ari und Yuko, versuchte aber alles, um den starken Kasachen zu ärgern. „Ich war weniger nervös als bei der Jugend-Staatsmeisterschaft“, meinte der österreichische Unter-23-Meister nachher. Und auch sein Klubkollege von SU Karuna Wien, Alexander Bluhme, 20 Jahre jung, legte eine Talentprobe ab. Gegen Matija Jeremic (SRB) verlor er zwar mit zwei Yuko-Wertungen, war aber sehr aktiv und hatte sogar eine Bodenchance mit kurz angesagtem Osaekomi. „Ich bin sehr zufrieden mit den beiden“, freute sich nachher auch Klubtrainer Henrik Schwam. „Sie haben unbekümmert gekämpft!“

Zwei weitere junge Wiener Judoka werden am Wochenende ihr Grand Prix-Debüt geben. Samstag die 19-jährige Leonie Bayr (Vienna Samurai), die in der Klasse bis 70 Kilo auf Caterina Mazzotti (ITA) treffen wird, und am Sonntag Lukas Angerer (Galaxy Tigers). Der erst 17-jährige (er ist der jüngste der 42 ÖJV-Starter) bekommt es in der Klasse über 100 Kilo mit Diogo Brites (POR) zu tun.

Am Freitag ausgeschieden ist leider auch Laura Kallinger (Judoring Wien). Sie verlor in der Klasse bis 57 Kilo gegen Thauany David Capanni Dias mit Ippon, nachdem die Italienerin schon mit Yuko voran gelegen war. Das Prädikat „tapfer“ (aber unnötig) gilt auch für Marcus Auer. Der Steirer führte bis 66 Kilo nach einem Auftaktsieg über Diego Calix (El Salvador – Ippon) gegen den moldauischen Olympia-Dritten Denis Vieru bis neun Sekunden vor dem Ende mit drei Yuko, ehe er vom Routinier Waza-ari geworfen wurde und leider, wie alle anderen ÖJV-Judoka, ausschied.

Am weitesten kamen noch zwei ÖJV-Judoka, die immerhin das Achtelfinale erreichten, dort aber mit Niederlagen ausschieden: Marlene Schinwald (Raika Flachgau) bis 57 Kilo gegen Martha Fawaz (FRA – Ippon), und der aus Israel stammende Neo-Österreicher Ziv Sherer (LZ Multikraft Wels) bis 66 Kilo gegen Petros Christodoulides (CYP), der ebenfalls mit Ippon die Segel streichen musste.

Die Überraschungen des Freitags: Die Weltranglisten-Erste und Titelverteidigerin bis 48 Kilo, Abiba Abuzhakynova (KAZ) verlor im Viertelfinale gegen Vera Wandel (NED) klar mit Yuko, Waza-ari und dann Ippon und und wurde letztlich nur Fünfte. Und bei den Männern bis 66 Kilo wurde der Moldauer Denis Vieru, Olympia-Dritter 2024 und Ex-Europameister, gar nur Siebenter. Bei den Frauen gingen alle drei Titel an Japan, darunter bis 52 Kilo an Vorjahressiegerin Iraho Oi. Ein anderer Sieger 2025 verlor sein Finale – Ronald Lima (BRA) musste sich bis 66 Kilo Ruslan Pashayev (AZE) nach 3:17 Minuten im Golden Score und mehr als sieben Minuten Top-Judo geschlagen geben. So ergibt sich nach dem ersten Tag der Medaillenspiegel wie folgt; Japan (3/1/1) vor Frankreich (1/0/1) und Aserbaidschan (1/0/0). Insgesamt nehmen 479 Judoka aus 59 Ländern in Linz teil.

Alle Ergebnisse aus Linz findet ihr hier.

Ein-Mann-Team in Antalya

Beim Kadetten-Europacup in Antalya am Wochenende ist Österreichs Unter-18-Meister Sergios Samartzidis aus Wien (Ratiborets) in der Klasse bis 60 Kilo der einzige ÖJV-Judoka. Der 16-Jährige hatte das erste Kadetten-Turnier in Samorin (SVK) wegen einer fehlenden IJF-Freigabe verpasst.

Foto: Der erst 17-jährige Yann ORNIK (blau) legte in Linz eine Talentprobe ab - @Judo Austria / Oliver Sellner

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