Ebbe und Flut

Am Wochenende gab es Licht und Schatten für Österreichs Judoka bei internationalen Turnieren – Ebbe und Flut sozusagen. Während es beim European Open in Ljubljana keine einzige Platzierung für Rot-Weiß-Rot gab, kam es beim Kadetten-Europacup in Samorin am Sonntag mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze zu einer wahren „Flut“ an Medaillen. Und die Wienerin Kiara Kain (Galaxy Tigers) wurde bis 63 Kilo gute Siebente.

Für einen überraschenden Sieg im slowakischen Samorin sorgte Bieona Rama (ASKÖ Reichraming) in der Klasse bis 63 Kilo mit einem Finalsieg über die an Nummer 2 gesetzte Serbin Nina Andric. „Dabei haben wir bis heute früh noch überlegt, ob ihr Antreten wegen einer hartnäckigen Muskelverspannung im Rücken überhaupt Sinn macht“, staunte ÖJV-Nationaltrainer Martin Grafl. Die 16-jährige Oberösterreicherin hatte international bisher lediglich einmal, als Siebente in Györ im November 2025, angeschrieben. Selina Wögerer (Fairdrive Leonding / bis 70 kg) und Michaela Höllwart (Sanjindo Bischofshofen / über 70 kg) holten Silber, Felix Scheiber (PSV Salzburg / bis 90 kg) erntete Bronze. Rund um das Turnier hatte es Probleme mit den Startberechtigungen für „Young Immigrants“ gegeben, einige aussichtsreiche Wiener Judoka durften nicht auf die Matte.

Erfolgreichste Nation des ersten Unter-18-Turniers des Jahres war Polen (5/1/3) vor der Ukraine (3/1/9) und Tschechien (2/0/4). Hinter Litauen (zwei Gold) landete Österreich (1/2/2) auf Rang 5 unter 22 Nationen. Zu den heutigen Medaillen hatte es schon am Samstag Bronze durch die Wienerin Helin Türk (Vienna Samurai / bis 52 Kilo) gegeben.

Beim European Open in Ljubljana verlor die Wienerin Laura Kallinger (Judoring) ihren ersten Kampf bis 57 Kilo gegen Silvia Pellitteri (ITA) nach 14 Sekunden im Golden Score mit 1:2 Yuko und schied ebenso aus wie Fabian Zellmann (Galaxy Tigers) in der Klasse bis 81 Kilo. Nach einem Freilos musste er sich in Runde zwei Thiem Oulevey (SUI) nach 1:32 Minuten mit Ippon geschlagen geben. Leider blieben auch alle anderen ÖJV-Judoka unplatziert. Noch im Vorjahr hatte es einen Sieg durch Adam Borchashvilli (Galaxy / bis 100 kg) und Platz 3 für Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 Kilo) gegeben. Italien (2/1/2) war die erfolgsreichste der 44 Nationen, gefolgt von Usbekistan (2/0/3) und der Ukraine (1/1/2). Österreich scheint leider im Tableau nicht auf …

Übrigens hat am Rande des ersten European Open in der slowenischen Hauptstadt eine der Großen ihres Landes den Rücktritt vom aktiven Leistungssport bekannt gegeben. Andreja Leski, die Olympiasiegerin bis 63 Kilo von Paris 2024, wird nicht mehr auf eine internationale Tatami steigen. Die 29-Jährige, die in ihrer Heimatstadt Siegerehrungen vornahm, ist eine von drei slowenischen Olympiasiegerinnen, kurioserweise alle in der Klasse bis 63 Kilo. Vor ihr waren es Tina Trstenjak (2016 in Rio) und Urska Zolnir (2012 in London). Zuletzt war Leski bei der nationalen Meisterschaft nach langer Pause nur Dritte geworden.

Alle Ergebnisse aus Samorin findet ihr hier.

Alle Ergebnisse aus Ljubljana findet ihr hier.

Foto: Die vier Sonntags-Medaillen beim Unter-18-Europacup mit Siegerin Bieona RAMA (Zweite von links) - @Judo Austria

Ähnliche Beiträge

  • 5:7 verloren – aber Schock um „Sabsi“

    Österreichs Judoka verloren Donnerstagabend im ORF-Studio in Wien den Länderkampf gegen Deutschland knapp mit 5:7 – schlimm aber die Diagnose um die verletzte Sabrina Filzmoser. Die Welserin erlitt im Kampf gegen Theresa Stoll einen Kreuzbandriss und fällt lange aus. Ein echter Schock für das ÖJV-Team! Es war das erste internationale Judo-Event in Corona-Zeiten. Auch auf…

  • „Maitre“ Riner kehrt mit Masters-Sieg zurück

    Der Bär ist wieder los! Superstar Teddy Riner (FRA) kehrte erfolgreich auf die Judo-Matte zurück! „Maitre“ Riner gewann beim Masters in Doha die Gewichtsklasse über 100 Kilo mit einem Finalsieg über Vize-Europameister Inal Tasojew (RUS). Leider schied der Wiener Stephan Hegyi (SC Hakoah) in der selben Klasse ebenso in Runde eins aus wie Laurin Böhler…

  • Acht Vorjahrssieger

    Gleich acht Judoka, die im Vorjahr den Upper Austria-Grand Prix gewonnen haben, kommen auch heuer nach Linz – und dazu mit Omar Rajabli (AZE) auch ein aktueller Grand Slam-Triumphator von Taschkent (bis 81 kg). Österreichs Team, das sich derzeit im Olympiazentrum auf der Gugl auf den Heim-GP vorbereitet, wird von der zweifachen Olympia-Medaillengewinnerin Michaela Polleres…

  • Kein Happy End für Bernd

    Der Wiener Bernd Fasching (M&R Galaxy Judotigers) knabberte bei der Unter-23-EM in Potsdam an der Bronzemedaille bis 81 Kilo, wurde am Ende aber – wie tags zuvor seine Wiener Teamkollegin Laura Kallinger (Judoring / bis 57 kg) – „nur“ Fünfter. Dabei schlug der Staatsmeister am zweiten EM-Tag den aktuellen Junioren-Weltmeister Mihail Latisev (MDA) nach 2:25…

  • Japans „Luxus-Problem“

    Man stelle sich einmal vor: Der Olympiasieger und vierfache Weltmeister Hifumi Abe kam nicht zur WM nach Abu Dhabi, um für die Olympischen Spiele nichts zu riskieren, auch Joshiro Maruyama, der ihn 2019 schlug und selbst den Titel holte, ist nicht im Emirat – dann kommen die Nummer 3 und 4 und stehen beide im…

  • Ellinger-Felsinger-Turnier

    Das letzte Turnier vor der Sommerpause des JLV-Wien, das Ellinger-Felsinger-Gedenkturnier, wurde am Sonntag (18.06.) für die Altersklassen U10 bis U16 ausgetragen. Es kamen insgesamt 190 Mädchen und Burschen in die Kurt-Kucera-Halle. Die Sieger*Innen wurden in 44 Gewichtsklasse ermittelt. Am Vormittag kämpften die U10 und U12, hier gab es auch die meisten Starter*Innen, am Nachmittag waren…