Gegner übermächtig

Drei Wiener Judoka traten am Sonntag, dem letzten Tag des Upper Austria Grand Prix in Linz, auf die Tatami – und alle drei mussten die Übermacht ihrer Gegner akzeptieren. Die Brüder Adam (bis 100 Kilo) und Movli Borchashvilli (über 100 Kilo / beide Allianz Kukla Galaxy Tigers) schieden ebenso aus die Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 Kilo). Thomas Scharfetter (bis 90 kg) wurde am Schlusstag Fünfter, Maria Höllwart (über 78 kg) Siebente. Damit blieb es bei einer Bronzemedaille für Österreich am Samstag durch Bernd Fasching (Galaxy / bis 81 kg).

Bis 100 Kilo glich Adam gegen Josif Simin (ISR) ein Waza-ari aus, doch dann gelang seinem Gegner noch ein Yuko, im anschließenden Osaekomi gab Borchashvilli kurz vor Ende der regulären Kampfzeit auf. Zwar sorgte Adams Bruder Movli in seinem Erstrundenkampf gegen Muzaffarbek Turoboyev, dem usbekischen Weltmeister und Olympia-Dritten von Paris, mit einem verdienten Yuko-Sieg die erste Sensation des GP-Schlusstages, aber gegen den Georgier Guram Tushishvili – den Weltmeister 2018, zweifachen Europameister und Olympia-Zweiten, der in den letzten Jahren nur von Frankreichs „Judo-Gott“ Teddy Riner geschlagen wurde – hatte er keine Chance. Nach einer Minute Ippon durch eine Beintechnik.

Und auch Hegyi musste bald die Segel streichen – sein Angstgegner, der Ukrainer Yakiv Khammo (zweimal WM-Dritter) feierte im sechsten Duell der beiden den sechsten Sieg – Ippon nach 3:17 Minuten. Es wäre ohnedies eine schier unlösbare Aufgabe für den 26-jährigen Wiener geworden, denn in der nächsten Runde hätte mit Lukas Krpalek (CZE) der Doppel-Olympiasieger und Weltmeister gewartet. Krpalek erreichte das Traumfinale gegen Tushishvili, davor stärkte sich der Tscheche noch in einer nahegelegenen Pizzeria.

Scharfetter (ESV Sanjindo) erreichte bis 90 Kilo das „kleine Finale“ um Bronze gegen Marcelo Fronckowiak (BRA), verlor es aber mit Ippon. Keine zweite Medaille in Linz nach Bronze 2023, schade! Klubkollegin Höllwart kam auf Rang 7 über 78 kg.

Der Finalblock im Detail:

Frauen, bis 78 Kilo: Die Ukrainerin Juliia Kurchenko gewann das Finale gegen Emma Reid (GBR) mit Ippon – Mit Bronze belohnt wurden Julie Hölterhoff (GER) und Metka Lobnik (SLO).

Frauen, über 78 Kilo: In einem internen französischen Duell setzte sich Celia Cancan im Golden Score genen Grace-Esther Mienandi Lahou mit Hansokumake (drittes Shido) durch – Bronze sicherten sich Tina Radic (CRO / mit dem schnellsten Ippon, 9 Sekunden Uchi Mata) und Miki Mukunoki (JPN).

Männer, bis 90 Kilo: Kampflos holte der Georgier Giorgio Jabniashvili Gold, da sein verletzter Landsmann, der dreifache Weltmeister bis 81 Kilo, Tato Grigalashvili, leider nicht zum Finale antreten konnte. – Bronze ging an Riku Okada (JPN) und Scharfetter-Bezwinger Fronckowiak

Männer, bis 100 Kilo: Der Kubaner Ivan Felipe Silva Morales gewann den Endkampf gegen Kristzian Toth (HUN) im Golden Score durch Hansokumake (3:2 Shidos) – Bronze holten Anton Savytskiy /UKR) und Riku Hirami (JPN).

Männer, über 100 Kilo: Im letzten Finale dieses Grand Prix – dem Highlight Tushishvili gegen Krpalek – setzte sich der Georgier mit Yuko durch und fügte dem zweifachen Linz-Sieger die erste Niederlage in der TipsArena zu. Damit Gold für Tushishvili und diesmal „nur“ Silber für den „Linz-Lover“ Krpalek – Bronze gab es für Jelle Snippe (NED) und Yevheniy Balyevskyy /UKR).

Japan, das am Schlusstag keinen einzigen Finalisten stellte, gewann die Medaillenwertung (2/4/6) vor Italien (zwei Goldene durch die Esposito-Brüder), Slowenien (1/1/2) und Georgien (1/1/0). Österreich wurde mit Bronze für Fasching, zweimal Rang 5 (Gassner, Scharfetter) und dreimal Rang 7 (Springer, Hiden, Höllwart 20. unter den 52 teilnehmenden Nationen.

Alle Ergebnisse aus Linz findet ihr hier.

Foto: Movli BORCHASHVILLI (blau) bei seinem Sieg über Muzaffarbek TUROBOYEV - @Judo Austria / Oliver Sellner

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