Judomeister & Skilehrer

Erst 16 und schon zweifacher Judomeister der Unter-18-Jährigen. Erst 16 und schon ausgebildeter Skilehrer – das ist Lukas Angerer, Judoka der Allianz Kukla Galaxy Tigers. Ein 110-Kilo-Hüne, der nach Gold am Samstag bei den Österreichischen Meisterschaften U18 in Schwaz auch heute, Sonntag, einen von zwei Wiener Unter-23-Titel holte. Olympia ist sein Traum, doch zunächst geht es zur Alpinen Ski-WM nach Saalbach-Hinterglemm …

Man kann sich schon glücklich wähnen, wenn die Eltern ausgerechnet in jenem Ort eine Ferienwohnung haben, wo schon bald die Alpinen Ski-Asse um WM-Titel fahren werden. Den Hinterglemmer Zwölferkogel und den Saalbacher Schattberg kennt Lukas Angerer wie seine Westentasche – oder besser, wie seine Judogis. Denn der Wiener ist nicht nur auf der Skipiste zuhause, sondern auch auf der Judomatte. Und gilt da als ein großes Talent. Wieder ein „Riesenbaby“, das uns im Judo noch viel Freude machen kann. Wie einst ein Erich Butka oder Eric Krieger, wie zuletzt ein Daniel Allerstorfer und Stephan Hegyi oder jetzt auch ein Movli Borchashvilli – und eben Lukas. Die beiden Letztgenannten matchen sich beim eigenen Klubtraining, pushen sich gegenseitig auf. Noch ist Movli (und wohl auch Hegyi) eine Nummer zu groß. Aber das soll sich schon bald ändern. Angerers Trainer Thomas Haasmann weiß: „Wenn einer wie Lukas beim Bankdrücken 152 Kilo schafft, und das mit 16 Jahren, dann ist das schon beachtlich.“

Was für Skilehrer das perfekte Wedeln ist, ist für Judoka die perfekte Technik. „Ich mag Körperwürfe, wie den Harai-goshi, und Beintechniken“, sagt der 16-Jährige. Und der Mann, der ihn seit Jahren begleitet, schwärmt. „Er macht den Sasae-Tsurikomi-Ashi schon fast so perfekt wie ich“, lacht Gabor Geier, der „seinem“ Lukas noch eine große Zukunft im Judo prophezeit. Die als Nahziel die Qualifikation für die EYOF, die Olympischen Jugendspiele, bedeutet. Zur Kadetten-EM und WM will er freilich auch, und dann soll auch noch das gelingen, was er sich als Karriereziel erhofft. „Ich will zu den Olympischen Spielen, und wenn alles passt, Olympiasieger werden!“ Das wünschen wir dem sympathischen jungen Mann in jedem Fall …

Zwei Unter-23-Titel für Wien

Leider konnte keine(r) der drei Wiener Vorjahrsmeister gewinnen. Niclas Schalk (Galaxy / bis 60 Kilo) unterlag im Finale Mansur Abubakarov (Union Graz) in Führung liegend durch Würgegriff und wurde Zweiter, sein Klubkollege Magamed Borchashvilli (bis 81 Kilo) musste wegen einer Grippe seine Nennung zurückziehen, und Jael Wernert (Samurai / bis 70 kg), die eine Klasse hinunterging, wurde Fünfte. Auch Leonie Bayr (Samurai) verlor ihren Endkampf gegen Amina Abdulagatova (UJC Dornbirn) mit Yuko. So gab es diesmal „nur“ zwei Titel für Wien: Neben Angerer noch für seinen Galaxy-Klubkollegen Bernd Fasching. Der WM-Siebente des Vorjahres donnerte im Finale bis 90 Kilo Samuel Lamm (SU Noricum Leibnitz) mit einem spektakulären Wurf auf die Matte, bei dem er selbst unsanft aufschlug. „Mir war richtig schwindlig nachher“, lachte der „Mister Bundesliga 2023“.. Einen Klassensieg feierte auch der in der Bundesliga für die Tigers antretende Wiener Phillip Aust (JC Klosterneuburg / bis 73 Kilo) – doch dieser Titel zählt natürlich für Niederösterreich.

Dritte Plätze holten Oskar Salvi (Vienna Samurai / bis 60 Kilo) sowie Thomas Ornik und Alexander Bluhme (beide SU Karuna Wien / beide bis 66 Kilo) bzw. Marlene Ruckenbauer (Galaxy Tigers / bis 52 Kilo) und Fanny Amann (Vienna Samurai / bis 57 Kilo). Somit wurde Wien (2/2/5) in der Bundesländerwertung Dritter hinter Oberösterreich (4/7/11) und Niederösterreich (4/1/1). In der Klubwertung landeten die Galaxy Tigers (2/1/1) als bester Wiener Verein hinter UJZ Mühlviertel (3/2/2) und dem JC Klosterneuburg (3/0/1) ebenso auf dem dritten Platz. Insgesamt nahmen 129 Judoka aus 41 Vereinen teil.

Die Ergebnisse der Unter 23 findet ihr hier.

Foto: Lukas ANGERER (blau) holte in Schwaz zwei Titel - der Skilehrer als Judomeister! - @joe

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