Sayonara – Teil 3

Heute, im dritten Teil unserer Serie „Sayonara“, schauen wir auf die ewige WM-Statistik. Und da ist Österreich mit 4 x Gold, 2 x Silber und 8 x Bronze auf Rang 18 gut vertreten. Und Japan? Allein 145 x Gold, dazu 91 x Silber und 103 x Bronze – 339 (!) Medaillen insgesamt …

ÖSTERREICH IM KONZERT DER GROSSEN – 37 Judo-Weltmeisterschaften hat es bisher gegeben. Und Japan hat 145 Goldmedaillen, das sind im Schnitt mehr als vier pro WM. Eine unglaubliche Bilanz. „Verfolger“ Frankreich brachte es bisher auf „nur“ 52 Goldmedaillen, Südkorea auf 28. Aber auch das kleine Österreich ist in dieser Statistik durchaus erfolgreich. Vor allem dank unserer Damen, die bei der ersten WM 1980 in einer Nebenhalle des New Yorker Madison Gardens gleich dreimal auf dem obersten Podest standen: Edith Hrovat aus Leoben (bis 52 Kilo) sowie die Wienerinnen Gerda Winklbauer (bis 56 Kilo) und Edith Simon (bis 66 Kilo) sorgten für ein Traum-Wochenende. Der Vierte im Bunde war Peter Seisenbacher, der 1985 in Seoul die Klasse bis 86 Kilo durch einen Finalsieg über den Bulgaren Gheorgi Petrov für sich entschied.

Zehn weitere Medaillen sprechen auch für die rot-weiß-rote Bilanz. Hrovat holte noch Silber bei der Heim-WM in der Wiener Stadthalle 1984, und 2005 in Kairo gelang Ludwig „Lupo“ Paischer der erste große Coup seiner Karriere, nachdem der Salzburger schon 2004 Europameister war. Er musste sich im Finale der 60-Kilo-Klasse dem leider heuer im Juli von uns gegangenen Briten Craig Fallon geschlagen geben. Dazu kommen noch acht Bronzemedaillen – von Winklbauer 1984 in Wien, zwei Jahre davor in Paris von Karin Posch, von Roswitha Hartl 1987 in Essen, von Patrick Reiter 1995 in Tokio und 1997 in Paris (Semifinal-Niederlage gegen den Franzosen Bouras, der später des Dopings überführt wurde), von Paischer 2007 in Rio, und zweimal von Sabrina Filzmoser (2005 und 2010). Macht in Summe 14 WM-Medaillen.

Doch, was auch ein wenig zu denken geben sollte: Mittlerweile sind es neun Jahre und sechs Weltmeisterschaften, bei denen Österreich medaillenlos blieb. Zwar gab es mehrere Platzierungen, wie zwei siebente Plätze für die Wiener Judoka Hilde Drexler 2011 in Paris und Marcel Ott 2013 in Rio, oder den letztlich unbelohnten Triumph von Stephan Hegyi bei seinem WM-Debüt 2017 in Budapest gegen den Olympia-Zweiten Hisayoshi Harasawa aus Japan, aber fürs Podest reichte es leider nicht. Umsomehr hoffen wir alle, dass es heuer in Japan, wo es für ÖJV-Athleten schon zwei Medaillen gab, wieder einmal zu Edelmetall reichen wird.

Morgen: Der Mythos Japan.

Sayonara – euer Joe Langer

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