Springer: OP statt WM

Als wäre es ein böses Omen. Jacqueline Springer (Vienna Samurai) sollte am kommenden Freitag, ausgerechnet dem 13., in Budapest die WM in der Klasse bis 48 Kilo eröffnen – doch die 24-jährige Wienerin muss stattdessen unters Messer. Die Grand Prix-Siebente von Linz ist an der rechten Schulter verletzt und muss operiert werden. Somit werden in Ungarns Donau-Metropole nur noch zehn ÖJV-Judoka auf die Tatami steigen, darunter zwei Wiener von Bundesliga-Meister Galaxy.

Am Mittwoch Vormittag stellen sich die Olympia-, WM- und EM-Fünfte Lubjana Piovesana sowie der Olympia-, WM- und EM-Dritte Shamil Borchashvili, der nach fast 14 Monaten ein Comeback auf der Matte gibt, in Wien noch den Fragen der Medien – dann geht´s ab nach Budapest. Wo, wie eigentlich immer, das Ziel „eine Medaille“ lautet. Aber es wird auch so schwierig wie immer. Weil neben Springer und Maria Höllwart aus Bischofshofen auch die Olympia-Dritte von Paris, Michaela Polleres (bis 70 Kilo), immer noch nicht dabei ist. Die Wimpassingerin, die seit Juli 2024 in Paris keinen Wettkampf bestritten hatte, wollte eigentlich in Budapest – ebenso wie Shamil – ihr Comeback feiern, aber „Michi“ ist noch nicht so weit.

Im Vorjahr in Abu Dhabi hatte es für Österreich „nur“ einen siebenten WM-Platz für Bernd Fasching in der Klasse bis 81 Kilo gegeben, doch war dieses Ergebnis eine Überraschung für den jungen Wiener, der gemeinsam mit seinem Galaxy-Klubkollegen Movli Borchashvilli (über 100 Kilo) in Budapest auf die Matte steigt. Fasching hat heuer mit Bronze beim Heim-Grand Prix in Linz aufgezeigt. Übrigens: Mit Laura Kallinger (Judoring/bis 57 kg) und Stephan Hegyi (SC Hakoah/über 100 Kilo) fehlen zwei weitere Wiener Judoka, die sich natürlich dann für nächstes Jahr neu motivieren und qualifizieren wollen. Denn Olympia 2028 kommt schneller als man glaubt!

ÖJV-WM-Kader, Frauen bis 63 Kilo: Lubjana Piovesana (LZ Hohenems/V/3), – bis 70 kg: Elena Dengg (ESV Sanjindo Bischofshofen/S), Mixed-Team, bis 57 kg: Verena Hiden (SU Noricum Leibnitz/ST). – Männer, bis 60 Kilo: Daniel Leutgeb (LZ Multikraft Wels/OÖ), bis 73 kg: Samuel Gaßner (UJZ Mühlviertel/OÖ), bis 81 kg: Shamil Borchashvili (OÖ), Bernd Fasching (Galaxy Tigers/W), bis 90 kg: Thomas Scharfetter (ESV Sanjindo/S), bis 100 kg: Laurin Böhler (LZ Hohenems/V), über 100 kg: Movli Borchashvilli (Galaxy Tigers/W).

Foto: Jacqueline SPRINGER (weißer Judogi) - OP-Tisch statt Judo-Tatami - @EJU / Carlos Ferreira

Ähnliche Beiträge

  • Sanshirô Sugata

    Judo Saga – Die Legende vom großen Judo Der Film über Judo. eine frühe Regiearbeit des Meisters Akira Kurosawa aus dem Jahre 1943. Erzählt die Geschichte von Sanshirô Sugata (im echten Leben Shirô Saigo). Der Film basiert auf einer Novelle von Tsuneo Tomita, dem Sohn des ersten Schülers von Jigoro Kano, Tsunejiro Tomita. Im film…

  • Die 80er-Jahre – das „Goldene Jahrzehnt“

    Im zweiten Teil unserer Serie über die Olympia-Geschichte im Judo befassen wir uns heute mit dem „Goldenen Jahrzehnt“ – die 80er-Jahre brachten den ersten, historischen Olympiasieg im Judo für Österreich und eine erfolgreiche Titelverteidigung, sowie eine Bronzemedaille. Und auch bei den Frauen, die 1988 als Vorführbewerb in Seoul dabei waren, gab es Edelmetall. Und abseits…

  • Sportstars 2022

    Am Dienstag (13.09.) fand die Gala des Sportpools, die Sportstars 2022, statt, bei der erfolgreiche Wiener Sportlerinnen und Sportler, aber auch Vereine ausgezeichnet werden. Die Feier fand im Festsaal des Wiener Rathauses statt. Viele Auszeichnungen wurden an diesem Abend vergeben, in acht Kategorien. Eine davon lautete „Vereine des Jahres„. Hier gab es drei Gewinner: Fivers…

  • Karunas Tausendsassa

    Der bevorstehende Grand Prix in Linz (6. bis 8. März) ist zwar Österreichs bedeutendstes Judo-Event, aber das Preisgeld-Turnier der SU Karuna Wien am kommenden Wochenende das mit 1087 Startern aus 165 Vereinen und 19 Ländern das bestbesetzte – über tausend auf der Matte, und ein Tausendsassa daneben! Henrik Schwam ist der Organisator und erzählt, wie…

  • In der Pause kamen zwei unter die Haube

    Wenn es schon, corona-bedingt, keine Wettkämpfe gibt, muss man sich eben etwas anderes einfallen lassen – wie zum Beispiel Johannes Pacher und Markus Moser. Die beiden Wiener Judoka kamen im Sommer unter die Haube. Wir vom Landesverband Wien gratulieren den beiden Judoka und ihren Gattinnen und wünschen Alles Glück dieser Welt sowie ein langes, gemeinsames…