Doha-Masters erste Kraftprobe für Bönisch

Sie ist da! Yvonne Bönisch, die neue Cheftrainerin des ÖJV. Und nach ersten Trainings im Stützpunkt Linz geht es gleich zum ersten Highlight auf internationalen Matten. Montag beginnt das Masters in Doha – gleich die erste Kraftprobe für die 40-jährige Potsdamerin. Damit die 57-Kilo-Olympiasiegerin von Athen 2004 eine positive Bilanz ziehen kann, sollten in Katar auch zwei Wiener Judoka mithelfen: Vize-Europameisterin Magda Krssakova (JC Sirvan/bis 63 Kilo) und Stephan Hegyi (SC Hakoah/über 100 Kilo) stehen im sechsköpfigen ÖJV-Aufgebot. Beim Masters, an dem nur die besten Judoka der Welt teilnehmen dürfen, geht es um fette Punkte in der Olympia-Qualifikation für Tokio.

Ein Masters-Sieg bringt 1800 Punkte, fast dreimal so viele wie beim Grand Prix oder bei der EM (jeweils 700), fast doppelt so viele wie bei einem Grand Slam (1000) und fast so viele wie bei der WM (2000). Selbst ein dritter Platz beim Masters bringt mit 900 Punkten um 200 mehr als ein EM-Titel. Deshalb geht es von Montag bis Mittwoch (11. bis 13. Jänner) am Persischen Golf um „Big Points“. Bönisch, Deutschlands bisher einzige Judo-Olympiasiegerin, kennt freilich Österreichs Judo, besonders Sabrina Filzmoser, auf die sie einst in der gleichen Gewichtsklasse traf, aber „ich will das Team möglichst schnell und gut kennenlernen.“ Bönisch sieht großes Potenzial für die nahe und fernere Zukunft: „Wir haben in der Mannschaft einige Kracher, die international jederzeit für eine Medaille gut sind.“

Edelmetall in Doha wäre schon ein guter Einstand für die Potsdamerin. Allerdings hängen dort die Trauben hoch. Unter den sechs ÖJV-Athleten sind mit Krssakova und Hegyi auch zwei Wiener Judoka dabei. Beide befinden sich derzeit im IJF-Ranking in ihren Klassen auf Rang 18 (Krssakova mit 2719 Punkten, Hegyi mit 2675). Mit einer Platzierung könnte eine Verbesserung im Ranking und eine Stabilisierung der Olympia-Qualifikation gelingen. Neben Krssakova und Hegyi steigen in Doha noch Filzmoser und die Wimpassingerin Michaela Polleres (bis 70 kg/als Nummer 4 die einzige Gesetzte aus dem ÖJV-Team) sowie bei den Männern Shamil Borchashvili (Wels/bis 81 kg) und Laurin Böhler (LZ Vorarlberg/bis 100 kg) auf die Matte. ORF Sport+ überträgt die Finalblocks jeweils live.

Foto oben: Yvonne BÖNISCH bei einem der ersten Trainings im Stützpunkt Linz - @ÖJV/Benni Schön

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