Weltmeisterin war für Graf leider zu stark

Nach zwei Medaillentagen ging Österreich am sechsten Tag der olympischen Judobewerbe in Tokio leer aus. Bernadette Graf (weißer Judogi) musste sich in der Klasse bis 78 Kilo nach einem Ippon-Sieg über die Chinesin Zhenzhao Ma der Französin Madeleine Malonga mit Ippon geschlagen geben und schied aus. Nach dem klaren Sieg im ersten Kampf war die Weltmeisterin von 2019 und Nummer 1 der Weltrangliste zu stark für die 28-jährige Tirolerin. Malonga ging schnell mit Waza-ari in Führung und beendete den Kampf nach 1:36 Minuten mit Ippon für einen Uchi Mata. „Ich habe alles versucht, mein Bestes gegeben. Es hat leider nicht gereicht“, meinte „Bernie“ nachher sichtlich enttäuscht. Graf, die 2016 in Rio Olympia-Fünfte geworden war, hatte heuer in Lissabon – nach einjähriger Verletzungspause – EM-Bronze geholt, doch erwischte in Tokio eine denkbar schlechte Auslosung. Ob sie sich noch einmal motivieren kann und ihre Karriere fortsetzt? „Das weiß ich nicht, muss ich mir noch in Ruhe überlegen. Aber Olympia ist schon in drei Jahren. Jetzt brauche ich einmal Urlaub, will abschalten und mich nach fünf Jahren harter Arbeit erholen.“

Grafs Bezwingerin Malonga gewann ihren Pool und danach das Semifinale gegen die Südkoreaner Hyunji Yoon, musste sich aber im Finale der Japanerin Shori Hamada, die sich im Semifinale gegen die aktuelle deutsche Weltmeisterin Anna Maria Wagner durchsetzte, geschlagen geben. Hamada gewann nach knapp drei Minuten durch Ippon das erste Gold des Tages. Bronze ging an Wagner und die Brasilianerin Mayra Aguiar.

Bei den Männern bis 100 Kilo arbeitete sich zwar der Georgier Varlam Liparteliani, der für Mühlviertel auch schon in der österreichischen Liga kämpfte, bis ins Semifinale vor, unterlag dort aber dem Japaner Aaron Wolf. Mit einem Ippon im Golden Score (nach 5:35 Minuten Kampfzeit) gegen den Südkoreaner Guham Cho sorgte der Japaner zum zweien Mal bei diesen Spielen, nach Hifumi und Uta Abe am Sonntag, für ein japanisches Double. Mit der siebenten und achten Goldmedaille bauten die Gastgeber (8/1/1) ihre Führung in der Medaillenwertung weiter aus. Dahinter der Kosovo (2 Gold) und Frankreich (1/3/1). Österreich ist jetzt dank Silber für Michaela Polleres und Bronze von Shamil Borchashvili auf Rang 8 unter 128 teilnehmenden Ländern.

Freitag Früh heißt es für Judo-Fans zeitig Aufstehen! Stephan Hegyi (SC Hakoah) trifft ab 4 Uhr MESZ (TV live in ORF 1) im ersten Kampf der Klasse über 100 Kilo auf Superstar Teddy Riner. Die Bilanz des Wieners gegen den Franzosen (Näheres über ihn im Artikel „Riner – ein Teddy der anderen Art“) lautet – kein Wunder – 0:2.

Ergebnisse nach dem 6. Tag

Frauen bis 78 kg:
1.HAMADA ShoriJPN
2.MALONGA MadeleineFRA
3.AGUIAR MayraBRA
3.WAGNER Anna-MariaGER
5.ANTOMARCHI KaliemaCUB
5.YOON HyunjiKOR
7.STEENHUIS GuusjeNED
7.BABINTSEVA AleksandraROC
Medaillenstand
RGNationGoldsilberbronze
1.Japan811
2.Kosovo200
3.Frankreich131
4.Georgien120
5.Südkorea012
8.Österreich011
Männer bis 100 kg:
1.WOLF AaronJPN
2.CHO GuhamKOR
3.ILIASOV NiiazROC
3.FONSECA JorgePOR
5.LIPARTELIANI VarlamGEO
5.ELNAHAS ShadyCAN
7.FREY Karl-RichardGER
7.PALTCHIK PeterISR
Foto oben: Da war die Welt noch in Ordnung: Bernadette GRAF (blauer Judogi) schlug zum Auftakt die Chinesin Zhenzhao Ma - Alle Fotos: @IJF Media / Gabriela Sabau, Emanuela Di Feliciantonio
Fotos Siegerehrung @IJF Media

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