Zweimal Silber für Österreich gab es bei der Veteranen-EM in Portimao (POR), aber der Wiener Ernst Leidenfrost (Vienna Samurai) war diesmal nicht dabei. Der 62-Jährige schied in seiner Alters- und Gewichtsklasse aus. Und während sich der Tiroler Reinhold Kurz und der Steirer Julian Rusu über Silber freuen durften, blieb unser „Ernstl“ ganz ernst. „Ein Spaziergang mit Reini hat mir geholfen, meinen Ärger zu verdrängen“, berichtet Leidenfrost aus Portugal. Beim Kadetten-Europacup in Maribor wurde aber mit Maria Samarzhidi (Ratiborets / bis 44 Kilo) eine Wienerin Zweite, Schwester Anna (bis 48 Kilo) verlor in der Trostrunde.
Nach Niederlagen gegen Alex Drapin (FRA / Waza-ari) und Jörg Patzer (GER / Ippon) war Leidenfrost in der Klasse M7/bis 90 Kilo ausgeschieden. „Ich hab mich vor allem über mich selbst geärgert“, berichtet der pensionierte Eisenbahner aus dem Süden Portugals. Erst ein Spaziergang mit dem späteren Silbernen Kurz und tröstende Worte von Veteranen-Betreuer Christian Hackl („Ernst wird sicher wieder einmal eine Medaille umgehängt bekommen“) war die erste Wut verflogen. Und dann freute sich Leidenfrost mit dem Tiroler Kurz, der eine Alters- höher und eine Gewichtsklasse tiefer (M8 / bis 81 Kilo) ins Finale vorgestoßen war und sich erst dort Thierry Brunet (FRA / Hansokumake) geschlagen geben musste. Und auch mit Rusu (M6 / bis 100 kg), der in seinem Goldkampf Muhtar Murtazaliew (MDA) mit Waza-ari awasete Ippon unterlag. Und nicht zu vergessen Krisztian Kerschner (M5 / bis 81 Kilo – Galaxy Judozentrum NÖ) mit einem starken 5. Platz. Frankreich hatte vor dem letzten Tag schon 14 Goldmedaillen.
Silber für Maria bei Kadetten
Erster großer internationaler Erfolg für Maria Samarzhidi (Ratiborets). Die Wienerin gewann beim Kadetten-Europacup in Maribor (SLO) in der Klasse bis 44 Kilo zwei Kämpfe mit Ippon und musste sich erst im Finale der Ungarin Nora Takacs mit zwei Yuko-Wertungen geschlagen geben. Damit Silber für das junge Talent aus Wien, das erst in der Vorwoche österreichische Unter-16-Meisterin geworden war. Schwester Anna (bis 48 Kilo) verlor nach zwei Siegen in der Trostrunde und schied leider aus.
Zwei Siege für Polleres – Bronze
Österreichs Vize-Weltmeisterin Michaela Polleres holte am Samstag in Paris die nächste Medaille – sie trug mit zwei Siegen bis 70 Kilo wesentlich zum Bronze für den kasachischen Klub „Jenys“ beim Turnier der Mixed-Champions League teil. Im Viertelfinale gegen den französischen Klub SGS Judo feierte die 29-Jährige einen schönen Ippon-Sieg gegen Ilona Depri und stellte auf 3:1 für das Team aus Kasachstan. Doch die beiden nächsten Kämpfe gingen verloren und auch das notwendig gewordene Entscheidungsduell – somit 3:4 und der Gang in die Trostrunde statt ins Semifinale. Mit einem 4:2 gegen den Judoklub Konar (RUS) erreichte Jenys ohne Polleres den Bronzekampf gegen Judo Nice Metropole, in dem „Michi“ ihren Kampf gegen Maryline Louis Sidney mit Waza-ari und auf 1:1 stellte. Auch dieses Duell ging bei 3:3 in die Entscheidung – diesmal hatte Jenys aber das bessere Ende für sich und holte Bronze.
Foto: Veteranen-Betreuer Christian HACKL mit Ernst LEIDENFROST sowie den EM-Silbernen Julian RUSU und Reinhold KURZ (v.l.n.r.) – @zVg
