Nicht schon wieder! Stephan Hegyi (SC Hakoah / über 100 Kilo) klagte nach seinem Erstrunden-Aus gegen den Polen Jakub Sordyl beim Grand Slam in Budapest über Knieschmerzen. „Wir hoffen, dass es keine ernsthafte Verletzung ist“, meinte ÖJV-Headcoach Yvonne Snir-Bönisch, die mit dem rot-weiß-roten Auftreten am Schlusstag der WM-Generalprobe nicht zufrieden sein konnte. Alle sechs Judoka ausgeschieden, sechs Niederlagen und nur zwei Erstrundensiege. Da wird für die WM-Nominierung intern noch einiges zu entscheiden sein …
Hegyi verlor gegen Sordyl, den er zuletzt noch geschlagen hatte, nach 1:59 Minuten mit Osaekomi. Schon vor dem Festhalter hatte der Pole mit Waza-ari geführt. Danach klagte der zweifache EM-Bronzene über Schmerzen im Knie. Die Verletzung soll spätestens am Montag medizinisch abgeklärt werden. Hegyi ist ja schon für die WM (4. bis 11. Oktober) in Baku qualifiziert – ein Ausfall für den Jahres-Höhepunkt würde dem 28-jährigen Wiener natürlich keine Freude bereiten.
Alle anderen ÖJV-Athleten schieden am Sonntag aus. Snir-Bönisch: „Das war für uns kein guter Tag. Alle sind unter den Erwartungen geblieben.“ Schon am Freitag waren auch die beiden Wienerinnen Jacqueline Springer (bis 48 Kilo / Vienna Samurai) und Laura Kallinger (bis 57 Kilo / Judoring Wien) unplatziert geblieben. Nur unser „Super-Duo“ hat für Platzierungen gesorgt. Michaela Polleres (bis 70 Kilo / JC Wimpassing) hatte am Samstag Bronze geholt, Lubjana Piovesana (LZ Hohenems) wurde Fünfte bis 63 Kilo.
Am Ende der drei Tage in der Laszlo Papp-Arena hatte in der Medaillen- und Nationenwertung Japan (3/1/3) vor Russland (2/2/1) und Israel (2/0/1) die Nase vorn. Je einmal Gold eroberten sieben weitere Nationen (AZE, BRA, BUL, CRO, ESP, GRE und ITA). Das deutet auf eine ziemliche Ausgeglichenheit drei Wochen vor der WM in Baku hin. Österreich kam dank Polleres und Piovesana unter den 67 Nationen (504 Judoka) auf den 22. Platz, also noch ins erste Drittel. Trotzdem muss man kurz vor dem Saison-Höhepunkt feststellen, dass außer den beiden Platzierten derzeit kaum jemand im ÖJV-Team in Topform ist und noch „Luft nach oben“ besteht. Wünschen wir dem Trainerteam und den Aktiven, dass sich diese bis zur WM in Aserbaidschan noch steigern können …
Alle Ergebnisse aus Budapest findet ihr hier.
Foto: Bangen bei Stephan HEGYI (blau) um das "Knie der Nation" - @Judo Austria / Oliver Sellner
