Ein Yuko zu viel

Der starke Auftritt Österreichs im abschließenden Mixed-Bewerb der Kadetten-EM in Las Palmas (ESP) blieb leider unbelohnt – am Ende wurde die Bronzemedaille nur um ein Yuko zu viel für den Gegner verpasst. Die rot-weiß-rote Truppe erreichte mit Siegen über Griechenland (4:0) und Tschechien (4:1) das Semifinale gegen den späteren Europameister Frankreich, das aber 1:4 verloren ging. Im Bronze-Kampf gegen Slowenien entschied erst der Extra-Golden Score – leider gegen Rot-Weiß-Rot, daher Platz 5 …

Der Salzburger Felix Scheiber, im Einzel als Fünfter knapp an einer Medaille vorbei geschrammt, beendete den Mixed-Bewerb zwar im blauen Judogi, aber mit blütenweißer Weste. Sehr zur Freude von Nachwuchs-Nationaltrainer Bernd Weißsteiner an dessen Geburtstag gewann er nämlich alle seine vier Kämpfe. Im Semifinale bezwang Scheiber (über 81 Kilo) mit einem sensationellen Yuko-Sieg den um mindestens 20 Kilo schwereren Franzosen Samuel Som. Nach der 1:0-Führung ging aber nichts mehr – am Ende 1:4 …

Der Kampf um Bronze gegen Slowenien war an Dramatik kaum zu überbieten – Österreich ging durch die Wienerin Laura Sophie Kunyik (Vienna Samurai / bis 48 Kilo) in Führung, Nach drei Niederlagen in Serie stellten aber Maria Höllwart (über 63 Kilo) und Scheiber auf 3:3 – und im Entscheidungskampf (bis 63 Kilo) verlor die EM-Dritte Bleona Rama gegen die frischgebackene Europameisterin Ilariia Tsurkan mit einem läppischen Yuko. Damit war der fünfte Platz besiegelt und Bronze knapp verfehlt – auch für den zweiten Wiener im Team. Sergios Samartzidis (Ratiborets / bis 60 Kilo) gewann seinen Kampf gegen Tschechien mit Armhebel, verlor aber dann gegen die Judoka aus Frankreich und Slowenien

„Diese Niederlage ist nur sehr schwer zu verdauen. Wir haben toll gekämpft, hätten genauso auch Bronze verdient. Natürlich sind in der Kabine jetzt auch Tränen geflossen“, rang Nationaltrainer Martin Grafl nach Worten. „Anderseits war diese EM für uns mit zwei Medaillen und drei fünften Rängen bzw. einem siebenten Platz ein voller Erfolg.“ Dazu kommt, dass die im Einzel-Semifinale verletzt ausgeschiedene Leondingerin Selina Wögerer nicht am Mixed-Bewerb teilnehmen konnte. Mit ihr wäre die Chance auf Edelmetall sicher größer gewesen. Grafl: „Dieser 2009er-Jahrgang ist ein großes Versprechen für die Zukunft – das sind ehrgeizige, sehr talentierte Judoka, die noch viel erreichen werden. Davon ist das Trainerteam überzeugt!“

Mixed-EM Kadetten: ÖSTERREICH – Griechenland 4:0, Punkte: Stögmann (bis 81), Höllwart (über 63), Scheiber (über 81), Mataeva (bis 48 kg). – ÖSTERREICH – Tschechien 4:1, Punkte: Scheiber (über 81), Kunyik (bis 48), Samartzidis (bis 60), Rama (bis 63 kg). – Semifinale: ÖSTERREICH – Frankreich 1:4, Punkt: Scheiber. – Kampf um Bronze: ÖSTERREICH – Slowenien 3:4. Punkte: Kunyik, Höllwart, Scheiber; Georgien – Türkei 4:3. – Finale: Frankreich – Ukraine 4:3.

Alle Ergebnisse aus Gran Canaria Mixed Teams findet ihr hier.

Foto oben: Los geht die Mission Mixed-EM, die Wiener Kunyik und Samartzidis Zweite und Dritter von links. - Foto unten: Auch Nationaltrainer Martin GRAFL feierte die Medaille mit Michaela HÖLLWART und zog eine positive EM-Bilanz - @EJU / Gabi Juan (2)

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