Beim Unter-18-Europacup der Kadetten in Bielsko-Biala (POL) gab es am Samstag zwei siebente Plätze für Wiener Judoka durch Laura-Sophie Kunyik (Vienna Samurai) bis 48 Kilo und Sergios Samartzidis (Ratiborets) bis 60 Kilo. Eine rot-weiß-rote Athletin – Isabella Stögmann (ASKÖ Reichraming) – gewann die Klasse bis 52 Kilo. Österreichs aktuelle Nummer 1, Selina Wögerer (ASKÖ Fairdrive Leonding / bis 70 Kilo) ist erst am Sonntag dran.
Kunyik, heuer schon Siebente in Samorin, bezwang zunächst Polin Karimanova (BUL) mit zwei Waza-ari, ehe sie Konul Eyvazzli (AZE) knapp mit Yuko unterlag. Durch die bei den Kadetten übliche „doppelte Trostrunde“ durfte Laura-Sophie aber in der Repechage weiterkämpfen und gewann dort dreimal. Zuerst kampflos, dann gegen Inae Bertrando (FRA) mit Ippon und gegen die Deutsche Mia Mare Beermann knapp mit Yuko. Erst Iyanat Zhubatkan (KAZ) stoppte mit einem Ippon die Hoffnungen von Kunyik auf die mögliche Bronzemedaille – wieder Rang sieben für die Leopoldstädterin.
Für Samartzidis ging es um seine letzte EM-Chance – der 16-jährige enttäuschte das Vertrauen seiner Trainer nicht und hat mit seiner ersten Europacup-Platzierung die Nominierungsnorm geschafft! Samartzidis startete bis 60 Kilo mit drei Siegen – gegen den Franzosen Shain Boulemtafes (Yuko), gegen Antonio Nikolov (BLR) mit Waza-ari und gegen den Tschechen Jiri Smerak mit Yuko, Waza-ari und am Ende Ippon. Im Viertelfinale unterlag Sergios Mahammadali Husiyev (AZE) durch Hansokumake („rote Karte) und kam in die Trostrunde, in der er Krystian Kurowski (POL) nach Waza-ari auch Ippon besiegte. Leider versperrte der Kasache Akhmet Baubek den weiteren Vorstoß des Wieners, der abernals durch das dritte Shido die Segel streichen musste – aber mit Platz sieben schrieb er erstmals an!
Eine Österreicherin sorgte dafür, dass die Bundeshymne gespielt wurde – bis 52 Kilo gewann die Oberösterreicherin Isabella Stögmann Gold gegen die Australierin Rika Hirose. Drei Yuko, zwei davon für Osaekomi (einmal 8, dann 7 Sekunden) entschieden das Finale. Zuvor hatte Stögmann fünf Kämpfe gewonnen. In der gleichen Klasse blieb Helin Türk (Vienna Samurai) diesmal leider unplatziert, sie ist aber ebenso wie Kunyik, Samartzidis und Samad Murtazaliew (Vienna Samurai) fix für die EM qualifiziert. Samad war vor der Abreise erkrankt und musste daheim bleiben. Wiens Landestrainer Norbert Stumpf freut sich: „Das war aus Wiener Sicht ein gutes Turnier – und mit vier Wiener Judoka sind wir bei der EM stark wie selten zuvor vertreten.“ Die Kadetten-EM findet von 29. Juni bis 2. Juli auf Gran Canaria statt.
Nach dem ersten Tag des Kadetten-Europacups führt Aserbaidschan (2/2/4) die Medaillenwertung vor Kasachstan (1/2/7) und Israel (1/1/1) an. Österreich ist dank Stögmann mit einer Goldenen Sechster unter 36 Nationen (757 Judoka).
Platz 7 auch in Benidorm
Einen siebenten Platz gab es auch beim Europacup in Benidorm (ESP) – durch die Steirerin Lisa Tretnjak in der Klasse bis 70 Kilo, in der die Wienerin Magdalena Krssakova (JC Sirvan) nicht zu ihrem Erstrundenkampf antreten konnte. Nach dem ersten Tag führen die Niederlande (2/0/1) die Medaillenwertung vor Deutschland und Frankreich (je 1/1/3) an. In der Nationenwertung (mit fünften und siebenten Plätzen) ist Österreich dank Stögmann auf Platz 15 unter 39 Nationen (450 Judoka) zu finden.
Am Sonntag ist kein Wiener Judoka mehr im Einsatz.
Foto: Landestrainer Norbert STUMPF mit seinen drei EM-Judoka (von links) - Helin TÜRK, Laura-Sophie KUNYIK und Sergios SAMARTZIDIS - @JLVW/zVg
